Brachy­ce­pha­lie beim Hund – Wenn kur­zes Gesicht zur Qual wird

Atem­not, Wür­gen, Augen­pro­ble­me: Brachy­ce­pha­lie betrifft vie­le kurz­köp­fi­ge Ras­sen. Wir zei­gen, was dahin­ter­steckt – und was Hal­ter wis­sen müs­sen

brachycephalie | Brachycephalie

Es ist bekannt, dass kurz­köp­fi­ge Hun­de­ras­sen, wie Mops und Fran­zö­si­sche Bull­dog­ge, sehr beliebt sind. Ein wei­te­res Bei­spiel für eine brachy­ce­pha­le Ras­se ist der Bos­ton Ter­ri­er, eine klei­ne bis mit­tel­gro­ße Hun­de­ras­se mit mar­kan­ten ‘Smoking’-Fellzeichnung und fla­chem Gesicht, die eben­falls unter den gesund­heit­li­chen Fol­gen der Brachy­ze­pha­lie lei­den kann. Aller­dings ist die­se “nied­li­che” Optik mit einem hohen Preis ver­bun­den, da die­se Tie­re meist unter schwe­ren Atem­wegs- und Ver­dau­ungs­pro­ble­men lei­den. Um mehr über Kurz­köp­fig­keit bei Hun­den zu erfah­ren, haben wir hier wesent­li­che Infor­ma­tio­nen zusam­men­ge­tra­gen.

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Was bezeich­net man als Brachy­ce­pha­lie?

Der Ter­mi­nus Brachy­ce­pha­lie hat sei­nen Ursprung im Grie­chi­schen und besteht aus dem Prä­fix “brachys” und dem Suf­fix “kepha­le”, jeweils für kurz und Kopf. Dem­nach bedeu­tet Brachy­ce­pha­lie eine Ver­kür­zung des Kop­fes. Die­se ist ver­erb­bar und wur­de durch Zucht bei ver­schie­de­nen brachy­e­pha­len Hun­de­ras­sen künst­lich her­bei­ge­führt, zu denen zum Bei­spiel zäh­len:

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat sich die Anzahl an brachy­ce­pha­len Hun­den stark erhöht. Dies ist auf das Aus­sen­den von Baby­si­gna­len (run­der Kopf, gro­ße Augen) sowie das freund­li­che und gut gelaun­te Wesen die­ser Hun­de zurück­zu­füh­ren. Außer­dem hat der “mops­fi­de­le”, ein sehr agi­ler klei­ner Hund, in den letz­ten 50–80 Jah­ren durch über­zo­ge­ne Ras­se­stan­dards von Hun­de­zucht­ver­bän­den an Nase ein­ge­büßt. Die Brachy­ce­pha­lie betrifft eben­falls eini­ge Kat­zen­ras­sen, ins­be­son­de­re Per­ser oder Exo­tic Short­hair.

Was ist Qual­zucht?

Das deut­sche Tier­schutz­ge­setz ver­bie­tet die Zucht von Tie­ren, die unter nach­tei­li­gen oder schmerz­haf­ten Erkran­kun­gen, wie feh­len­der oder abnor­mer Organ­funk­ti­on, Ver­hal­tens­stö­run­gen usw. lei­den kön­nen. Es ist ver­bo­ten, Wir­bel­tie­re zu züch­ten, wenn zu erwar­ten ist, dass die Nach­kom­men auf­grund erb­li­cher Defek­te Schmer­zen lei­den oder Schä­den erlei­den. Betrach­tet man unter ande­rem die Aus­wir­kun­gen der Zucht von Kurz­köp­fig­keit bei Hun­den, so ist die­se als qual­voll zu betrach­ten. Daher müs­sen Hun­de, die an Atem­wegs­syn­dro­men auf­grund von Brachy­ce­pha­lie lei­den, unter kei­nen Umstän­den zur Zucht ver­wen­det wer­den! Das Pro­blem mit Hun­den, die an Atem­wegs­syn­dro­men auf­grund von Brachy­ce­pha­lie lei­den, ist, dass sie unter extre­men Atem­not lei­den. Die­se Hun­de kön­nen kei­ne aus­rei­chen­de Men­ge an Sau­er­stoff auf­neh­men und es kann zu schwe­ren gesund­heit­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen kom­men. In eini­gen Fäl­len kann die Atem­not so schwer­wie­gend sein, dass die Hun­de ster­ben.

War­um stellt die Züch­tung auf Kurz­köp­fig­keit ein Pro­blem dar?

Brachy­ze­pha­le Hun­de lei­den unter schwe­ren Gesund­heits­pro­ble­men, die unter dem Begriff Brachy­ce­pha­lie-Syn­drom zusam­men­ge­fasst wer­den. Die­se Erkran­kun­gen umfas­sen fol­gen­de Aus­wir­kun­gen.

Die Nasen­öff­nung ist ein­ge­schränkt und erlaubt weni­ger Atem­luft in die Nasen­höh­le. Zudem ist der angren­zen­de Nasen­vor­sprung oft redu­ziert, da die Nasen­flü­gel zu groß sind und in den Bereich hin­ein­ra­gen.

Stau­chung der Nasen­mu­scheln

Bei gesun­den Hun­den ver­län­gert sich die Schnau­ze wäh­rend des Wachs­tums – aus der Wel­pen­na­se wird eine nor­ma­le, funk­tio­na­le Hun­de­schnau­ze. In der Nasen­höh­le befin­den sich die soge­nann­ten Nasen­mu­scheln: schleim­haut­über­zo­ge­ne, stark gefal­te­te Kno­chen­struk­tu­ren. Sie erfül­len meh­re­re lebens­wich­ti­ge Auf­ga­ben: Sie befeuch­ten die Atem­luft, erwär­men sie bei Käl­te und küh­len sie bei Hit­ze. Beim Hecheln ver­duns­tet über die gro­ße Ober­flä­che der Nasen­mu­scheln Feuch­tig­keit – das ist für Hun­de essen­zi­ell, da sie nicht effi­zi­ent schwit­zen kön­nen.

Bei brachy­ce­pha­len Hun­den (z. B. Mops, Fran­zö­si­sche Bull­dog­ge) ver­län­gert sich die Nase nicht wie üblich. Die Nasen­mu­scheln sind in dem ver­kürz­ten Schä­del zusam­men­ge­drängt und kön­nen ihre Funk­tio­nen nicht mehr voll erfül­len. Sie ver­en­gen den Luft­weg und blo­ckie­ren teil­wei­se den Luft­strom in Rich­tung Lun­ge. Das erschwert die Atmung erheb­lich.

Rachen­ver­en­gung

Auch im Rachen­raum kommt es zu Eng­päs­sen. Das soge­nann­te Gau­men­se­gel (wei­cher Gau­men) ist oft zu lang und zu dick. Es kann in die Luft­röh­re hin­ein­ra­gen und den Luft­strom behin­dern – vor allem beim Ein­at­men. Zusätz­lich ist bei man­chen Tie­ren die Zun­ge über­pro­por­tio­nal groß. In Kom­bi­na­ti­on mit geschwol­le­nem oder ver­grö­ßer­tem Man­del­ge­we­be ent­steht ein deut­lich redu­zier­ter Atem­weg.

Kehl­kopf­pro­ble­me

Der Kehl­kopf liegt am Ein­gang zur Luft­röh­re und wird beim Schlu­cken durch die Epi­glot­tis (Kehl­de­ckel) ver­schlos­sen, um die Lun­ge vor Nah­rung zu schüt­zen. Bei kurz­schnäu­zi­gen Ras­sen ist der Kehl­kopf häu­fig betrof­fen: Wei­che, insta­bi­le Knor­pel und ver­dick­te Schleim­haut (z. B. durch Öde­me) kön­nen dazu füh­ren, dass der Kehl­kopf kol­la­biert. Der Hund bekommt dann nur noch wenig Luft und lei­det unter aku­ter Atem­not – ins­be­son­de­re bei Anstren­gung oder Hit­ze.

Ver­eng­te Luft­röh­re (Tra­chea)

Bei brachy­ce­pha­len Hun­den tre­ten zwei häu­fi­ge Vari­an­ten auf: Möp­se haben oft zu wei­chen Knor­pel in der Luft­röh­re, was zum soge­nann­ten Tra­che­al­kol­laps füh­ren kann – die Luft­röh­re fällt teil­wei­se in sich zusam­men. Fran­zö­si­sche Bull­dog­gen hin­ge­gen zei­gen häu­fi­ger eine ange­bo­ren zu enge Tra­chea, bei der der Durch­mes­ser schlicht zu klein ist. Bei­de Vari­an­ten schrän­ken den Luft­strom mas­siv ein – manch­mal setzt sich die­ses Pro­blem sogar in den Bron­chi­en fort.

Aus­wir­kun­gen auf den Ver­dau­ungs­trakt

Durch die stark erschwer­te Atmung ent­steht ein Unter­druck im Brust­korb, der sich auf die Spei­se­röh­re aus­wirkt. Die­se kann sich erwei­tern, was zu einem Rück­fluss von Magen­säu­re führt – der soge­nann­ten Reflux­öso­pha­gi­tis. Dabei wird die Spei­se­röh­re chro­nisch gereizt und ent­zün­det. Zusätz­lich kann der Vagus­nerv durch die­sen Mecha­nis­mus über­sti­mu­liert wer­den, was häu­fi­ges Wür­gen und Erbre­chen zur Fol­ge hat.

Wei­te­re Gesund­heits­pro­ble­me brachy­ce­pha­ler Hun­de

Neben den Atem- und Ver­dau­ungs­be­schwer­den lei­den vie­le kurz­schnäu­zi­ge Ras­sen unter einer Rei­he wei­te­rer gesund­heit­li­cher Pro­ble­me:

  • Zahn­fehl­stel­lun­gen durch die ver­kürz­te Schnau­ze
  • Geburts­schwie­rig­kei­ten auf­grund des run­den Schä­dels
  • Hydro­ze­pha­lus (Was­ser­kopf) bei bestimm­ten Lini­en
  • Chro­ni­sche Augen­ent­zün­dun­gen, da Haut­fal­ten an der Nase oft über die Augen rei­ben und die Trä­nen­pro­duk­ti­on gestört ist

Die Schwe­re der Krank­heits­bil­der vari­iert je nach Ras­se, Zucht­li­nie und indi­vi­du­el­ler Aus­prä­gung der Brachy­ce­pha­lie. Nicht jeder Hund mit kur­zem Schä­del ist glei­cher­ma­ßen betrof­fen – eini­ge Tie­re zei­gen kaum Sym­pto­me, wäh­rend ande­re mas­siv unter Atem­not, Kreis­lauf­pro­ble­men und chro­ni­schen Ent­zün­dun­gen lei­den.

Hun­de atmen in Ruhe über­wie­gend durch die Nase. Bei Hit­ze oder Anstren­gung nut­zen sie das Hecheln über das Maul zur Ther­mo­re­gu­la­ti­on. Eine stark aus­ge­präg­te Maul­at­mung in Ruhe, gepaart mit Atem­ge­räu­schen oder sicht­ba­rer Anstren­gung, kann jedoch ein Warn­si­gnal für eine ein­ge­schränk­te Atmung sein – ins­be­son­de­re bei brachy­ce­pha­len Ras­sen.

Trotz ihrer oft nor­ma­len Lun­gen­ka­pa­zi­tät haben die­se Hun­de durch die Ver­en­gun­gen in den obe­ren Atem­we­gen einen deut­lich erschwer­ten Luft­durch­fluss. Das kann dazu füh­ren, dass sie häu­fi­ger und schnel­ler atmen müs­sen, um den Sau­er­stoff­be­darf zu decken – vor allem bei Bewe­gung oder Stress.

Wel­che Anzei­chen und Ursa­chen gibt es beim Brachy­ce­pha­lie-Syn­drom?

Mit zuneh­men­dem Alter ver­schlech­tern sich die Sym­pto­me bei vie­len Hun­den mit Brachy­ce­pha­lie meist. Eini­ge Hun­de kön­nen jedoch bereits als Wel­pen betrof­fen sein. Der wohl bekann­tes­te Fak­tor bei die­ser Art von Hun­den ist die Atem­not, die auf­grund der Ein­engung der Atem­we­ge resul­tiert. Da die Atmung not­wen­di­ger­wei­se durch den Brust­korb regu­liert wird, muss ein sehr hoher Druck auf­ge­baut wer­den, um Luft in die Lun­ge zu bekom­men. Dadurch kann es gesche­hen, dass Tei­le der Atem­we­ge ein­fal­len, wodurch noch weni­ger Luft durch­strömt und der Hund nach Luft ringt. Nicht uner­wähnt soll­ten auch die bekann­ten Schnarch­ge­räu­sche sein, die sich an den Eng­stel­len bil­den. Wenn der Kopf des Tie­res auf dem Boden auf­liegt, ver­stärkt der Druck von außen auf den Rachen die Sym­pto­me zusätz­lich, wes­halb vie­le brachy­ce­pha­le Hun­de nicht gern in der Brust-Bauch­la­ge schla­fen. Aus die­sem Grund müs­sen man­che Hun­de sogar im Sit­zen schla­fen, um nicht zu ersti­cken.

Und selbst ohne kör­per­li­che Anstren­gung zei­gen vie­le kurz­köp­fi­ge Hun­de eine gerin­ge Tole­ranz für hohe Tem­pe­ra­tu­ren. Nach nur gerin­ger Anstren­gung bei Hit­ze oder schwü­lem Wet­ter brau­chen sie sehr lan­ge Erho­lungs­pha­sen, um zu einer nor­ma­len Atmung zurück­zu­keh­ren. Wie oben erläu­tert, über­neh­men die Nasen­mu­scheln beim Hund eine wich­ti­ge Funk­ti­on in der Ther­mo­re­gu­la­ti­on. Über die Ver­duns­tung von reich­lich Flüs­sig­keit beim Hecheln wird eine Men­ge Wär­me abge­ge­ben. Bei Hun­den mit Brachy­ce­pha­lie ist die­se Fähig­keit sehr stark ein­ge­schränkt. Dies erklärt ihre erhöh­te Hit­ze­an­fäl­lig­keit. Bei gro­ßer Wär­me oder plötz­li­cher Anstren­gung ist dies für die Hun­de lebens­ge­fähr­lich!

Hun­de­be­sit­zer soll­ten daher sicher­stel­len, dass ihre Hun­de Zugang zu einer küh­len, schat­ti­gen Umge­bung haben, fri­sches Was­ser bereit­stel­len, kör­per­li­che Akti­vi­tät ein­schrän­ken, Anzei­chen eines Hitz­schlags erken­nen, Kühl­pro­duk­te ver­wen­den, Zugang zu kli­ma­ti­sier­ten Räu­men bie­ten, regel­mä­ßi­ge Pfle­ge bei­be­hal­ten und auf Atem­pro­ble­me ach­ten.

Eine län­ger andau­ern­de Maul­at­mung bei brachy­ce­pha­len Hun­den ist nicht nor­mal und soll­te unver­züg­lich zum Tier­arzt füh­ren!

Men­schen mit Brachy­ce­pha­lie (Schlaf­apnoe) lei­den unter einer dau­er­haf­ten Sau­er­stoff­un­ter­ver­sor­gung, die zu einer Belas­tung des Stoff­wech­sels, des Hor­mon­sys­tems und zu Ent­zün­dungs­zei­chen führt. Der Kör­per steht unter stän­di­gem Stress und es kommt häu­fig zu erbre­chen, Durch­fall sowie Lun­gen- und Herz­pro­ble­men. In schwer­wie­gen­den Fäl­len kann es schließ­lich sogar zu einem Kreis­lauf­kol­laps und zum Tod durch Ersti­cken kom­men.

Erken­nen des Brachy­ce­pha­lie-Syn­droms

Wenn Sie einen kurz­na­si­gen Hund besit­zen und Ihnen die genann­ten Sym­pto­me ver­traut vor­kom­men, brin­gen Sie ihn bit­te schnellst­mög­lich zu einem Tier­arzt! Der Begriff „Mops­spra­che“, der von eini­gen Züch­tern ver­wen­det wird, um das Schnar­chen und Röcheln ihrer Hun­de zu ver­schö­nern, unter­schlägt völ­lig das Lei­den der Tie­re! Sie erhal­ten stän­dig nicht aus­rei­chend Sau­er­stoff, lei­den oft unter schwe­rer Atem­not und kön­nen sich nicht nur im Som­mer kaum bewe­gen. Die­se Geräu­sche haben nichts mit Kom­mu­ni­ka­ti­on zu tun, wie z. B. dem Schnur­ren der Kat­ze!

Die Ursa­che der Atem­be­schwer­den wird neben der kör­per­li­chen Unter­su­chung anhand einer Endo­sko­pie der Atem­we­ge dia­gnos­ti­ziert, um die heik­len Stel­len zu ermit­teln. Eine Rönt­gen- und eine Com­pu­ter­to­mo­gra­fie (CT) wer­den eben­falls zur Prü­fung der Situa­ti­on in Betracht gezo­gen.

Spe­zi­el­le Ver­si­che­run­gen für beson­de­re Fäl­le

Ein kleiner Hund liegt auf einem Tisch, ein Stethoskop ist um seinen Hals gelegt

Kran­ken­schutz mit Vor­er­kran­kung

Ein Hund liegt mit einem Verband auf einer blauen Decke und erholt sich nach einer Operation

Unfall-OP-Ver­si­che­rung für Hun­de

Ein junger Hund springt an der Leine, während sein Halter ihn beim Spaziergang sicher führt

Hun­de­hal­ter­haft­pflicht

Die Behand­lung von Brachy­ce­pha­lie

Wenn Hun­de mit ange­schla­ge­ner Atmung in die Tier­arzt­pra­xis kom­men, wird ihnen zunächst bei der Sta­bi­li­sie­rung gehol­fen, indem eine küh­le und dunk­le Umge­bung geschaf­fen, Sau­er­stoff bereit­ge­stellt und falls erfor­der­lich Medi­ka­men­te ver­ab­reicht wer­den. Lei­der ist es nicht mög­lich, das grund­le­gen­de Pro­blem, die Kurz­at­mig­keit und die abnor­me Form des Kop­fes, zu behe­ben. Um Atem­wegs­er­kran­kun­gen zuver­läs­si­ger zu besei­ti­gen, erfor­dert die Ope­ra­ti­on des Nasen-Rachen-Raums am meis­ten Erfolg.

  • Es wird eine Ver­kür­zung und eine Ver­dün­nung des über­lan­gen und zu dicken Gau­men­se­gels vor­ge­nom­men.
  • Falls die Nasen­öff­nun­gen und der Nasen­haupt­ka­nal eng sind, wird ihre Wei­te durch das Ent­fer­nen von klei­ne Knor­pel- und Haut­tei­len ver­grö­ßert.
  • Man­deln, die eine Ent­zün­dung auf­wei­sen und Raum bean­spru­chen, wer­den ent­fernt.
  • Wenn die Nasen­mu­scheln den Atem­weg blo­ckie­ren, kann man sie ver­klei­nern.

Es ist wesent­lich, alle Eng­stel­len zu loka­li­sie­ren und zu ope­rie­ren, um den best­mög­li­chen Erfolg zu erzie­len. Die­ser Pro­zess wird auch als “Mul­ti-Level-Chir­ur­gie” bezeich­net, da meh­re­re kri­ti­sche Punk­te gleich­zei­tig bear­bei­tet wer­den. Dabei kom­men leich­te Laser­tech­ni­ken zur Anwen­dung, um sehr fei­ne, nicht blu­ten­de Ein­schnit­te zu machen und prä­zi­se in der engen Nase zu arbei­ten. Der Zweck die­ses Ver­fah­rens ist, ein umfas­sen­des und dau­er­haf­tes Ergeb­nis zu gewähr­leis­ten. Den­noch kann es vor­kom­men, dass nach eini­ger Zeit Sym­pto­me ver­schlech­tern, was dann meist eine wei­te­re Ope­ra­ti­on erfor­dert. Manch­mal reicht es auch aus, Nar­ben­ge­we­be zu ent­fer­nen.

Sobald ein Hund ein stän­di­ges Schnar­chen als ers­tes Anzei­chen auf­weist, soll­te man rasch ein­grei­fen, da andern­falls ein Teu­fels­kreis in Gang gesetzt wird, des­sen Sym­pto­me sich ver­schlech­tern und der Ein­griff umso kom­ple­xer wird, ohne dass es eine voll­stän­di­ge Hei­lung gibt. Da die Lang­zeit­fol­gen durch schlech­te Atmung so gra­vie­rend sind, wird eine Ope­ra­ti­on gerecht­fer­tigt.

Hun­de mit Über­ge­wicht und Brachy­ce­pha­lie soll­ten unbe­dingt abneh­men. Dies ist not­wen­dig, da Fett­ge­we­be im Rachen­be­reich ein­ge­la­gert wird und so den vor­han­de­nen Raum ver­klei­nert. Hun­de, die an einer dau­er­haf­ten Rei­zung des Magen-Darm-Trak­tes lei­den, benö­ti­gen außer­dem eine ange­pass­te Ernäh­rung. Eine vor­über­ge­hen­de Behand­lung mit Medi­ka­men­ten kann eben­falls erfor­der­lich sein.

Kos­ten und Risi­ken einer Ope­ra­ti­on bei einem brachy­ce­pha­len Hund

Das Risi­ko von Ope­ra­tio­nen bei brachy­ce­pha­len Hun­den ist erhöht, auf­grund ihrer Kreis­lauf­stö­run­gen, feh­len­der Sau­er­stoff­zu­fuhr, Vor­er­kran­kun­gen und Über­ge­wicht, was die Aus­wir­kun­gen einer Voll­nar­ko­se ver­schlim­mert. Ihr Tier­arzt wird Sie über den Ein­griff infor­mie­ren und alles Nöti­ge mit Ihnen bespre­chen. Es ist daher bes­ser, eine mög­li­che Brachy­ce­pha­lie-Ope­ra­ti­on früh­zei­tig durch­zu­füh­ren, bevor sich die Ein­schrän­kun­gen ver­schlim­mern.

Die Gebüh­ren­ord­nung GOT für Tier­ärz­te gibt übri­gens für sämt­li­che tier­ärzt­li­che Leis­tun­gen Abrech­nungs­sät­ze an, die mit einem Fak­tor von 1–4 berech­net wer­den. Der Fak­tor ori­en­tiert sich an der Schwe­re des Ein­griffs bzw. es fal­len etwa für Not­fall­be­hand­lun­gen höhe­re Sät­ze an als in der Ter­min­sprech­stun­de. Wenn Sie wis­sen möch­ten, was die Brachy­ce­pha­lie-OP für Ihren Hund kos­ten wür­de, spre­chen Sie ein­fach mit Ihrem Tier­arzt dar­über.

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Fazit zu Brachy­ce­pha­lie

Es ist wahr, dass es zur Ver­bes­se­rung der Lebens­qua­li­tät von Hun­den mit Brachy­ce­pha­lie auf­wen­di­ge OP-Ver­fah­ren gibt. Aller­dings behe­ben sie nicht das Pro­blem, das durch Züch­ter ver­ur­sacht wur­de, son­dern hel­fen nur dem ein­zel­nen Hund. Daher soll­te das Ziel sein, die­sen Hun­de­ras­sen ein nor­ma­les Leben durch ent­spre­chen­de Zucht­aus­wahl zu ermög­li­chen. Da die Aus­wir­kun­gen der Brachy­ze­pha­lie so schwer­wie­gend sind, haben Tier­ärz­te bereits ver­sucht, Aus­stel­lungs­ver­bo­te zu errei­chen.

Es wird emp­foh­len, auf die Anschaf­fung eines kurz­köp­fi­gen Hun­des zu ver­zich­ten. Soll­ten Sie den­noch dazu ent­schlie­ßen, so ist auf eine deut­lich aus­ge­präg­te Nase zu ach­ten, da bei Möp­sen Rück­züch­tun­gen vor­lie­gen kön­nen. Um die kör­per­li­che Belast­bar­keit der Hun­de zu prü­fen, emp­fiehlt es sich, einen Fit­ness­test durch­füh­ren zu las­sen, wel­cher in jüngs­ter Zeit ange­bo­ten wird.

Brachy­ce­pha­lie ist eine schwe­re Krank­heit von Hun­den, die mit einer kur­zen und star­ken Ver­for­mung des Schä­dels ein­her­geht. Die Krank­heit kann zu schwe­ren Atem­pro­ble­men, Herz­feh­lern und ande­ren gesund­heit­li­chen Pro­ble­men füh­ren. Da die Aus­wir­kun­gen der Brachy­ce­pha­lie so schwer­wie­gend sind, haben Tier­ärz­te bereits ver­sucht, Aus­stel­lungs­ver­bo­te zu errei­chen. Um sicher­zu­stel­len, dass Ihr vier­bei­ni­ger Freund bei einer Erkran­kung ord­nungs­ge­mäß ver­sorgt wird, ist es wich­tig, dass Sie eine geeig­ne­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung, wie bei­spiels­wei­se die Han­se­Mer­kur Hun­de­ver­si­che­rung, haben.

Um die bes­te Ver­si­che­rung für Ihren Hund zu fin­den, besu­chen Sie unse­re Sei­te zu Hun­de­kran­ken­ver­si­che­run­gen. Schüt­zen Sie sich und Ihren treu­en Weg­ge­fähr­ten vor mög­li­chen hohen Kos­ten für Tier­arzt­rech­nun­gen.

häu­fi­ge Fra­gen

Das Brachy­ce­pha­le Syn­drom umfasst Atem­pro­ble­me, die durch eine ver­kürz­te Schä­del­struk­tur ent­ste­hen. Betrof­fe­ne Hun­de haben oft ver­eng­te Nasen­lö­cher, eine ver­län­ger­te Gau­men­se­gel und eine ver­eng­te Luft­röh­re, was zu Atem­not füh­ren kann.

Zu den brachy­ce­pha­len Ras­sen gehö­ren unter ande­rem Mops, Fran­zö­si­sche Bull­dog­ge, Eng­li­sche Bull­dog­ge, Shih Tzu, Peki­ne­se, Boxer und Affen­pin­scher. Die­se Hun­de haben einen kur­zen, fla­chen Schä­del mit oft ein­ge­schränk­ter Atmung.

Unbe­han­del­te Brachy­ze­pha­lie kann zu chro­ni­scher Atem­not, Über­hit­zung, Schlaf­pro­ble­men und Organ­schä­den füh­ren. In schwe­ren Fäl­len kann es lebens­be­droh­lich wer­den, ins­be­son­de­re bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren oder kör­per­li­cher Anstren­gung.

Vie­le Exper­ten und Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen betrach­ten extre­me Brachy­ze­pha­lie als Qual­zucht, da sie schwe­re gesund­heit­li­che Pro­ble­me ver­ur­sacht. Seriö­se Züch­ter ach­ten zuneh­mend auf eine ver­bes­ser­te Atmung und ver­mei­den über­mä­ßi­ge Schä­del­ver­kür­zun­gen.