Herz­er­kran­kung beim Hund erken­nen: Sym­pto­me, Kos­ten und nächs­te Schrit­te

Von Hus­ten bis Herz­ul­tra­schall: Hier sehen Sie, wor­auf Sie ach­ten soll­ten, wann es ernst wird und wel­che Kos­ten schnell ent­ste­hen kön­nen.

Tierärztin hört einen Golden Retriever mit dem Stethoskop ab, während im Hintergrund ein EKG-Monitor zu sehen ist

Herz­pro­ble­me beim Hund früh erken­nen und rich­tig ein­ord­nen

Wenn ein Hund plötz­lich lang­sa­mer wird, nachts hus­tet oder nach einem kur­zen Spa­zier­gang deut­lich schnel­ler atmet, wirkt das auf vie­le Hal­ter erst ein­mal wie nor­ma­les Älter­wer­den oder ein klei­ner Infekt. Genau hier liegt das Pro­blem bei Herz­er­kran­kun­gen. Sie ent­wi­ckeln sich oft schlei­chend und wer­den lan­ge über­se­hen. Kei­ne Panik, kein Dra­ma, son­dern eine kon­trol­lier­te Unter­su­chung, bei der aus klei­nen All­tags­ver­än­de­run­gen ein medi­zi­ni­scher Ver­dacht wird. Typi­sche Warn­zei­chen rei­chen von Leis­tungs­schwä­che, Hus­ten und Atem­not bis zu Ohn­macht, Flüs­sig­keit im Bauch­raum oder deut­li­chem Gewichts­ver­lust. Wer sol­che Ver­än­de­run­gen früh ernst nimmt, ver­schafft sei­nem Hund die bes­te Chan­ce auf eine sau­be­re Dia­gno­se und ein sta­bi­le­res Leben.

Auch finan­zi­ell ist das The­ma grö­ßer, als es auf den ers­ten Blick wirkt. Schon die Basis­dia­gnos­tik wird nach GOT in ein­zel­nen Posi­tio­nen berech­net, und die Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärz­te arbei­tet nicht mit Fest­prei­sen, son­dern mit einem Rah­men vom ein­fa­chen bis zum drei­fa­chen Satz. Eine all­ge­mei­ne Unter­su­chung kos­tet 23,62 Euro, ein EKG 44,00 Euro, die Basis­echo­kar­dio­gra­fie 67,20 Euro und jede Rönt­gen­auf­nah­me 26,53 Euro. Dazu kom­men je nach Fall Dopp­ler-Ultra­schall, Blut­druck­mes­sung, Labor, Medi­ka­men­te und regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len. In der Pra­xis zeigt sich genau hier, wo gute Absi­che­rung und schwa­ches Klein­ge­druck­tes aus­ein­an­der­lau­fen: Ent­schei­dend ist, ob Dia­gnos­tik, bild­ge­ben­de Ver­fah­ren, Dau­er­me­di­ka­ti­on und Ver­laufs­kon­trol­len tat­säch­lich getra­gen wer­den oder ob Hal­ter auf einem wach­sen­den Teil der Rech­nung sit­zen blei­ben.

Inhalts­ver­zeich­nis

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Bio­lo­gi­sche Aus­lö­ser, gene­ti­sche Risi­ken und der eigent­li­che Krank­heits­pro­zess

Ursa­chen einer Herz­er­kran­kung beim Hund: wie Herz­pro­ble­me über­haupt ent­ste­hen

Herz­er­kran­kung beim Hund ist kei­ne ein­zel­ne Dia­gno­se. Hin­ter dem Begriff ste­cken ver­schie­de­ne Krank­heits­bil­der, die das Herz­mus­kel­ge­we­be, die Herz­klap­pen, die elek­tri­sche Reiz­lei­tung oder ange­bo­re­ne Fehl­bil­dun­gen der Herz­ge­fä­ße und Herz­kam­mern betref­fen kön­nen. Genau des­halb ist die Ursa­che so wich­tig: Ein kran­kes Herz ent­steht je nach Befund auf völ­lig unter­schied­li­chem Weg.

Die häu­figs­te Ursa­che bei Hun­den ist die myxo­ma­tö­se Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung, kurz MMVD. Dabei ver­än­dert sich das Gewe­be der Mit­ral­klap­pe schritt­wei­se. In der Extra­zel­lu­lärma­trix lagern sich Gly­kos­ami­no­gly­ka­ne ein, die Struk­tur aus Kol­la­gen und Elas­tin gerät aus der Ord­nung, und die Klap­pe wird dicker, wei­cher und insta­bi­ler. Die Fol­ge ist Mit­ral­re­gur­gi­ta­ti­on: Blut fließt bei jedem Herz­schlag rück­wärts vom lin­ken Ven­tri­kel in den lin­ken Vor­hof. Die­ser Rück­strom belas­tet das Herz dau­er­haft, der lin­ke Vor­hof und spä­ter oft auch der lin­ke Ven­tri­kel erwei­tern sich. Genau die­ser Umbau ist der Grund, war­um aus einem anfangs harm­los wir­ken­den Herz­ge­räusch spä­ter ech­te Herz­schwä­che wer­den kann. MMVD macht min­des­tens 75 Pro­zent aller Herz­er­kran­kun­gen beim Hund aus und betrifft vor allem älte­re klei­ne Hun­de; beim Cava­lier King Charles Spa­ni­el tritt sie oft frü­her auf als bei ande­ren Ras­sen.

Bei gro­ßen und sehr gro­ßen Hun­de­ras­sen steht häu­fi­ger die dila­ta­ti­ve Kar­dio­myo­pa­thie, kurz DCM, im Vor­der­grund. Hier liegt das Pro­blem nicht zuerst an einer undich­ten Klap­pe, son­dern am Myo­kard, also am Herz­mus­kel selbst. Typisch ist ein fort­schrei­ten­der Ver­lust von Kar­dio­myo­zy­ten oder ihrer Funk­ti­on, dadurch sinkt die Kon­trak­ti­li­tät des Her­zens. Das Herz pumpt schwä­cher, die Herz­kam­mern erwei­tern sich, und der Kör­per ver­sucht den Leis­tungs­ab­fall zunächst mit RAAS-Akti­vie­rung aus­zu­glei­chen. Gemeint ist das Renin-Angio­ten­sin-Aldos­te­ron-Sys­tem, das Was­ser und Natri­um zurück­hält, um den Kreis­lauf zu sta­bi­li­sie­ren. Kurz­fris­tig hilft das, lang­fris­tig ver­schärft es das Pro­blem, weil Volu­men­be­las­tung, Stau­ung und Herz­umbau wei­ter zuneh­men. DCM tritt gehäuft bei Dober­mann, Deut­scher Dog­ge, Irish Wolf­hound, Neu­fund­län­der, Deut­schem Schä­fer­hund und wei­te­ren gro­ßen Ras­sen auf; beschrie­ben sind gene­ti­sche, idio­pa­thi­sche, infek­tiö­se, toxi­sche und ernäh­rungs­be­ding­te Aus­lö­ser, etwa Tau­rin­man­gel bei ein­zel­nen Hun­den.

Ein Teil der Herz­krank­hei­ten ist schon bei der Geburt ange­legt. Die­se ange­bo­re­nen Herz­feh­ler ent­ste­hen durch Ent­wick­lungs­stö­run­gen wäh­rend der Organ­bil­dung und kön­nen gene­ti­sche, toxi­sche, infek­tiö­se, ernäh­rungs­be­ding­te oder ande­re Ursa­chen haben. Typi­sche Bei­spie­le sind Aor­ten­steno­se, Pul­mo­n­als­teno­se und der per­sis­tie­ren­de Duc­tus arte­rio­sus (PDA). Bei sol­chen Defek­ten stimmt die Strö­mungs­rich­tung oder der Druck im Kreis­lauf von Anfang an nicht. Das Herz muss gegen erhöh­te Wider­stän­de pum­pen oder mit Fehl­strö­men leben, was den Herz­mus­kel über Jah­re umbau­en kann. Die Häu­fig­keit ange­bo­re­ner Herz­er­kran­kun­gen ist im Hun­de­be­stand ins­ge­samt nied­rig und liegt unter 1 Pro­zent, für den ein­zel­nen betrof­fe­nen Hund kann die Fol­ge aber von unauf­fäl­lig bis lebens­be­droh­lich rei­chen.

Nicht jede Herz­er­kran­kung beginnt als klas­si­scher Klap­pen- oder Herz­mus­kel­scha­den. Arrhyth­mi­en kön­nen sekun­där durch struk­tu­rel­le Herz­krank­heit ent­ste­hen, durch Stö­run­gen der elek­tri­schen Lei­tungs­bah­nen oder durch Ursa­chen außer­halb des Her­zens. Zu schnel­ler, zu lang­sa­mer oder chao­ti­scher Herz­rhyth­mus senkt die effek­ti­ve Pump­leis­tung und kann so Schwä­che, Kol­laps oder plötz­li­che Ver­schlech­te­rung aus­lö­sen. Auch sekun­dä­re Belas­tun­gen spie­len eine Rol­le: Pul­mo­n­a­le Hyper­to­nie kann sich etwa infol­ge von Lun­gen­er­kran­kun­gen, Herz­wurm­er­kran­kung oder Links­herz­ver­sa­gen ent­wi­ckeln; sys­te­mi­scher Blut­hoch­druck ist beim Hund meist nicht pri­mär, son­dern Fol­ge ande­rer Grund­er­kran­kun­gen wie Nie­ren­er­kran­kun­gen. Alter ist dabei kein direk­ter Aus­lö­ser, aber ein star­ker Beschleu­ni­ger, weil dege­ne­ra­ti­ve Ver­än­de­run­gen, Fibro­se und Funk­ti­ons­ver­lust mit den Jah­ren zuneh­men.

Frü­he Warn­zei­chen im All­tag rich­tig deu­ten

Anzei­chen einer Herz­er­kran­kung beim Hund: wor­an Sie wirk­lich früh etwas mer­ken

Herz­er­kran­kun­gen fal­len sel­ten zuerst durch einen dra­ma­ti­schen Not­fall auf. Häu­fig zei­gen Hun­de schon Wochen oder Mona­te vor­her klei­ne Ver­än­de­run­gen im All­tag, die leicht als Alter, Wet­ter­füh­lig­keit oder man­geln­de Lust fehl­ge­deu­tet wer­den. Genau die­se frü­hen Hin­wei­se machen oft den Unter­schied zwi­schen recht­zei­ti­ger Abklä­rung und einer Dia­gno­se erst dann, wenn bereits Flüs­sig­keit in der Lun­ge oder eine deut­li­che Leis­tungs­schwä­che vor­liegt.

Wor­an erken­nen Sie eine begin­nen­de Herz­er­kran­kung?
Meist zuerst an sin­ken­der Belast­bar­keit. Der Hund läuft lang­sa­mer, bleibt auf Spa­zier­gän­gen frü­her ste­hen, will Trep­pen ungern gehen, spielt kür­zer und braucht nach Auf­re­gung län­ger, bis Atmung und Ver­hal­ten wie­der nor­mal sind. Vie­le Hun­de wir­ken dabei nicht akut krank, son­dern ein­fach stil­ler, vor­sich­ti­ger oder schnel­ler erschöpft. Genau das wird im All­tag oft über­se­hen, obwohl Belas­tungs­in­to­le­ranz, Schwä­che und ein ruhi­ge­res, weni­ger inter­ak­ti­ves Ver­hal­ten zu den typi­schen frü­hen Hin­wei­sen gehö­ren.

Wor­an erken­nen Sie, dass Hus­ten und Atmung zum Her­zen pas­sen könn­ten?
Ver­däch­tig ist Hus­ten, der in Ruhe oder nachts auf­tritt, eben­so schnel­le­res Atmen im Schlaf, Hecheln ohne Wär­me oder Anstren­gung und ein Hund, der nachts unru­hig wird, häu­fig die Lie­ge­po­si­ti­on wech­selt oder nicht ent­spannt durch­schla­fen kann. Für die Früh­erken­nung ist die Ruhe­atem­fre­quenz im Schlaf einer der prak­tischs­ten Mar­ker: Bei ruhig schla­fen­den Hun­den lie­gen nor­ma­le Wer­te meist bei etwa 15 bis 30 Atem­zü­gen pro Minu­te. Wer­te, die wie­der­holt über 30 pro Minu­te lie­gen, gel­ten als auf­fäl­lig; bei Hun­den mit Herz­in­suf­fi­zi­enz wer­den oft Mit­tel­wer­te von über 40 pro Minu­te gese­hen. Wer die­se Zahl zuhau­se regel­mä­ßig notiert, erkennt Ver­schlech­te­run­gen oft frü­her als nur über das Bauch­ge­fühl.

Wor­an mer­ken Sie, dass aus einem Warn­zei­chen ein aku­tes Pro­blem wird?
Alarm­zei­chen sind deut­li­che Atem­not, blas­se oder bläu­li­che Schleim­häu­te, Kol­laps oder Ohn­macht, ein sicht­bar dicker wer­den­der Bauch durch Flüs­sig­keit, aus­ge­präg­te Mat­tig­keit und ein Hund, der nicht mehr ruhig lie­gen oder schla­fen kann. Sol­che Zei­chen spre­chen für Sau­er­stoff­man­gel, Flüs­sig­keits­stau oder einen zu schwa­chen Kreis­lauf und gehö­ren nicht auf die Beob­ach­tungs­lis­te für nächs­te Woche, son­dern zeit­nah in die Tier­arzt­pra­xis oder direkt in den Not­dienst.

Was über­se­hen vie­le Hal­ter am Anfang?
Nicht der lau­te Hus­ten ist oft der ers­te Hin­weis, son­dern das Mus­ter dahin­ter. Der Hund legt sich anders hin, steht nachts häu­fi­ger auf, hus­tet eher im Lie­gen, frisst etwas zöger­li­cher, wirkt nach kur­zen Wegen unge­wöhn­lich geschafft oder sucht plötz­lich häu­fi­ger Ruhe statt Nähe und Akti­vi­tät. Prak­tisch ist des­halb ein klei­nes Zuhau­se-Pro­to­koll: Schla­f­a­tem­fre­quenz notie­ren, Hus­ten­zeit­punk­te fest­hal­ten und kur­ze Vide­os von nächt­li­chem Hus­ten, Atem­ar­beit oder Kol­laps­mo­men­ten machen. Sol­che Details hel­fen in der Pra­xis enorm, weil Herz­pro­ble­me nicht in jeder Unter­su­chung gleich deut­lich sicht­bar sind.

Moder­ne Behand­lung, rea­le Kos­ten und ehr­li­che Pro­gno­sen

The­ra­pie einer Herz­er­kran­kung beim Hund: was heu­te mög­lich ist und was Sie finan­zi­ell ein­pla­nen soll­ten

Die Behand­lung einer Herz­er­kran­kung beim Hund rich­tet sich nicht nach einem Stan­dard­sche­ma, son­dern nach Dia­gno­se, Sta­di­um und Belas­tung des Kreis­laufs. Ein Hund mit begin­nen­der Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung braucht etwas ande­res als ein Hund mit Lun­gen­ödem, Rhyth­mus­stö­rung oder ange­bo­re­nem Herz­feh­ler. Genau hier pas­sie­ren oft Fehl­ein­schät­zun­gen: Vie­le Hal­ter den­ken zuerst an eine ein­zel­ne Herz­ta­blet­te, tat­säch­lich besteht die The­ra­pie meist aus Bild­ge­bung, regel­mä­ßi­gen Kon­trol­len, dau­er­haf­ter Medi­ka­ti­on und in aus­ge­wähl­ten Fäl­len aus einem kathe­ter­ge­stütz­ten oder chir­ur­gi­schen Ein­griff.

Medi­ka­men­te sind bei den meis­ten erwor­be­nen Herz­er­kran­kun­gen der Kern der Behand­lung. Bei Hun­den mit prä­kli­ni­scher myxo­ma­tö­ser Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung und bereits ver­grö­ßer­tem Her­zen kann Pim­oben­dan den Zeit­raum bis zum ers­ten Herz­ver­sa­gen im Mit­tel um etwa 15 Mona­te ver­län­gern. Ist eine kon­ges­ti­ve Herz­in­suf­fi­zi­enz bereits ein­ge­tre­ten, gehö­ren je nach Fall Pim­oben­dan, das Ent­wäs­se­rungs­mit­tel Furo­se­mid, häu­fig ein ACE-Hem­mer und teils Spi­ro­no­lac­ton zur Lang­zeit­the­ra­pie. Die­se Behand­lung kann Hus­ten, Atem­not und Leis­tungs­ab­fall oft deut­lich brem­sen, heilt die zugrun­de lie­gen­de Klap­pen- oder Herz­mus­kel­er­kran­kung aber in der Regel nicht. Ist ein Hund im ACVIM-Sta­di­um C, liegt die mitt­le­re Über­le­bens­zeit unter rein medi­zi­ni­scher Behand­lung oft bei unter einem Jahr.

Aku­te Ver­schlech­te­run­gen kos­ten schnell vier­stel­lig, weil vie­le Ein­zel­po­si­tio­nen zusam­men­kom­men. Bei Atem­not oder Lun­gen­ödem braucht der Hund häu­fig Sau­er­stoff, intra­ve­nö­se Diure­ti­ka, enges Moni­to­ring und oft eine sta­tio­nä­re Auf­nah­me. In der GOT liegt der Ein­fach­ta­rif für die all­ge­mei­ne Unter­su­chung bei 23,62 Euro, für die nicht­in­va­si­ve Blut­druck­mes­sung bei 15,39 Euro, für das Elek­tro­kar­dio­gramm bei 44,00 Euro, für die Basis­echo­kar­dio­gra­fie bei 67,20 Euro, für die ergän­zen­de Dopp­ler-Echo­kar­dio­gra­fie bei 53,86 Euro zusätz­lich und für die ers­te oder zwei­te Rönt­gen­auf­nah­me bei jeweils 26,53 Euro. Sau­er­stoff­ga­be wird mit 18,29 Euro je ange­fan­ge­ne 15 Minu­ten berech­net, Moni­to­ring mit 52,96 bis 59,18 Euro, die Über­wa­chung von Inten­siv­pa­ti­en­ten mit 100,00 Euro pro Tag, die sta­tio­nä­re Unter­brin­gung eines Hun­des mit 19,08 Euro pro Tag ohne Behand­lung und ohne Fut­ter. Die­se Beträ­ge sind kei­ne End­prei­se. Die GOT arbei­tet regu­lär mit dem ein­fa­chen bis drei­fa­chen Satz, im Not­dienst mit dem zwei- bis vier­fa­chen Satz. Dazu kom­men Medi­ka­men­te, Mate­ri­al, Labor, Bild­ge­bung und Umsatz­steu­er.

Ein­grif­fe kom­men vor allem bei klar abgrenz­ba­ren Herz­pro­ble­men infra­ge. Bei schwe­rer val­vu­lä­rer Pul­mo­n­als­teno­se gilt die Bal­lon­val­vul­oplas­tie als Stan­dard­be­hand­lung. Bei sym­pto­ma­ti­schen Bra­dyar­rhyth­mi­en, etwa höher­gra­di­gem AV-Block, ist ein Herz­schritt­ma­cher das Stan­dard­ver­fah­ren. Für fort­ge­schrit­te­ne Mit­ral­klap­pen­er­kran­kun­gen gibt es in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren auch die Mit­ral­klap­pen­re­kon­struk­ti­on. In der GOT liegt die Posi­ti­on für die Ope­ra­ti­on von Miss­bil­dun­gen am Her­zen oder an den gro­ßen Gefä­ßen beim Ein­fach­satz bei 381,62 Euro, die Ope­ra­ti­on am offe­nen Her­zen bei 572,43 Euro. Auch die­se Zah­len bil­den nur einen klei­nen Teil der rea­len Gesamt­rech­nung ab, weil Nar­ko­se, Beatmung, Mate­ri­al, OP-Team, Über­wa­chung und Nach­sor­ge noch dazu­kom­men. Phy­sio­the­ra­pie ist bei pri­mä­ren Herz­er­kran­kun­gen kei­ne Stan­dard­the­ra­pie wie in der Ortho­pä­die. Sie kann als kon­trol­lier­te Ergän­zung bei sta­bi­len Hun­den sinn­voll sein, etwa um Kon­di­ti­on, Mus­ku­la­tur und All­tags­to­le­ranz vor­sich­tig zu erhal­ten. Unkon­trol­lier­te Belas­tung kann Sym­pto­me ver­schär­fen oder Syn­ko­pen begüns­ti­gen.

Die Lang­zeit­be­hand­lung endet nicht mit dem ers­ten Rezept. Herz­pa­ti­en­ten brau­chen Ver­laufs­kon­trol­len, weil sich Herz­grö­ße, Atmung, Nie­ren­wer­te, Elek­tro­ly­te und Medi­ka­men­ten­do­sis ver­än­dern kön­nen. Gera­de bei Furo­se­mid ist eine Nie­ren­be­las­tung doku­men­tiert, und nach Beginn einer ACE-Hem­mer-The­ra­pie wird eine erneu­te Kon­trol­le der Nie­ren­funk­ti­on nach ein bis zwei Wochen emp­foh­len. Die rea­lis­ti­sche Ein­ord­nung lau­tet des­halb: Vie­le Hun­de kön­nen mit pas­sen­der The­ra­pie noch lan­ge sta­bil leben, aber Herz­krank­hei­ten blei­ben meist chro­nisch. Wer früh dia­gnos­ti­ziert, sau­ber nach­kon­trol­liert und Rück­fäl­le schnell behan­delt, ver­bes­sert die Chan­ce auf mehr gute Mona­te oder Jah­re deut­lich. Bei bereits fort­ge­schrit­te­ner Herz­in­suf­fi­zi­enz bleibt die Pro­gno­se trotz­dem ernst. In einer Stu­die lag die media­ne Über­le­bens­zeit nach Dia­gno­se einer fort­ge­schrit­te­nen Herz­schwä­che bei 281 Tagen.

Risi­ko im All­tag sen­ken, Ver­än­de­run­gen frü­her erken­nen

Vor­sor­ge bei Herz­er­kran­kun­gen beim Hund: was Sie rea­lis­tisch tun kön­nen

Vor­sor­ge bei Herz­pro­ble­men heißt sel­ten, eine Krank­heit kom­plett zu ver­hin­dern. Vie­le Herz­lei­den ent­ste­hen durch Gene­tik, Alte­rungs­pro­zes­se oder ange­bo­re­ne Herz­feh­ler. Was Sie sehr wohl beein­flus­sen kön­nen, ist der Zeit­punkt der Ent­de­ckung, die Belas­tung des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems im All­tag und das Risi­ko, dass frü­he Warn­zei­chen zu lan­ge über­se­hen wer­den. Genau das ent­schei­det oft dar­über, ob ein Hund noch in einer gut kon­trol­lier­ba­ren Pha­se bleibt oder erst mit Hus­ten, Atem­not oder Kreis­lauf­pro­ble­men in die Pra­xis kommt.

Die wirk­sams­te Vor­sor­ge ist ein sau­be­rer Kon­troll­rhyth­mus. Klei­ne und älte­re Hun­de mit Ras­se­ver­an­la­gung für Mit­ral­klap­pen­er­kran­kun­gen pro­fi­tie­ren davon, wenn Herz und Kreis­lauf bei regu­lä­ren Unter­su­chun­gen bewusst mit­ge­prüft wer­den. Bei Ver­dacht auf Herz­ge­räusch, Rhyth­mus­stö­rung oder abneh­men­de Belast­bar­keit reicht Abhö­ren allein nicht, dann wird Echo­kar­dio­gra­fie zur ent­schei­den­den Abklä­rung, weil sie Struk­tur und Funk­ti­on des Her­zens direkt sicht­bar macht. Für zu Hau­se ist die Ruhe­atem­fre­quenz im Schlaf einer der bes­ten Früh­mar­ker: sta­bi­le Hun­de lie­gen meist bei etwa 15 bis 30 Atem­zü­gen pro Minu­te, ein wie­der­holt stei­gen­der Wert spricht für eine Ver­schlech­te­rung und gehört zeit­nah abge­klärt.

Gewicht, Fut­ter und Salz gehö­ren zur Prä­ven­ti­on dazu, auch wenn sie sel­ten kon­se­quent mit­ge­dacht wer­den. Über­ge­wicht erhöht die All­tags­be­las­tung, ver­schlech­tert Belast­bar­keit und erschwert die kli­ni­sche Ein­ord­nung, weil Hecheln, Träg­heit und Kon­di­ti­ons­ver­lust dann nicht mehr sau­ber zuge­ord­net wer­den kön­nen. Sinn­voll ist des­halb Por­tio­nen zu mes­sen, das Body Con­di­ti­on Score regel­mä­ßig zu prü­fen und stark salz­hal­ti­ge Snacks kon­se­quent zu strei­chen, sobald ein Herz­pro­blem bekannt ist oder ver­mu­tet wird. Bei Hun­den mit Herz­in­suf­fi­zi­enz wird oft eine mil­de bis mode­ra­te Natri­um­re­duk­ti­on ein­ge­setzt; bei beschwer­de­frei­en Hun­den ohne gesi­cher­te Herz­er­kran­kung ist eine schar­fe Salz­brem­se dage­gen nicht auto­ma­tisch sinn­voll. Ent­schei­dend ist kein Trend­fut­ter, son­dern ein sta­bi­les Kör­per­ge­wicht und eine Füt­te­rung, die zum medi­zi­ni­schen Sta­tus des Hun­des passt.

Bewe­gung soll kon­trol­lie­ren, nicht über­for­dern. Ein herz­kran­ker oder herz­ver­däch­ti­ger Hund braucht in der Regel kei­ne kom­plet­te Scho­nung, aber auch kei­ne Belas­tungs­spit­zen. Gleich­mä­ßi­ge, gut plan­ba­re Spa­zier­gän­ge sind meist sinn­vol­ler als Sprints, Ball­wer­fen bis zur Erschöp­fung oder star­ke Auf­re­gung bei Hit­ze. Ein prak­ti­scher Maß­stab ist das Ver­hal­ten nach der Akti­vi­tät: nor­ma­li­siert sich Atmung rasch, bleibt der Hund ansprech­bar und hus­tet nicht nach, ist die Belas­tung eher pas­send; tre­ten Hus­ten, lan­ges Hecheln, Schwä­che oder Kol­laps­nei­gung auf, war sie zu hoch. The­ra­pie­zie­le in der Kar­dio­lo­gie sind erreicht, wenn Atem­fre­quenz und Herz­fre­quenz in Ruhe nicht erhöht sind und die Lebens­qua­li­tät gut bleibt. Genau dar­an soll­te sich auch der All­tag ori­en­tie­ren.

Bei gene­ti­schem Risi­ko beginnt Prä­ven­ti­on vor den Sym­pto­men. Ras­sen mit bekann­ter Herz­ver­an­la­gung und Hun­de mit betrof­fe­nen Eltern­tie­ren oder Geschwis­tern soll­ten frü­her und kon­se­quen­ter kon­trol­liert wer­den als ein unauf­fäl­li­ger Misch­ling ohne Hin­wei­se. Bei ange­bo­re­nen oder erb­li­chen Herz­pro­ble­men kann eine frü­he kar­dio­lo­gi­sche Ein­ord­nung den Ver­lauf nicht immer ver­hin­dern, aber sie ver­kürzt oft den Zeit­raum zwi­schen ers­tem Ver­dacht und rich­ti­ger Behand­lung. Für die Pra­xis heißt das: nicht auf deut­li­chen Hus­ten war­ten, son­dern schon bei Leis­tungs­ab­fall, Schlaf­un­ru­he, schnel­le­rer Atmung oder unge­wohn­ter Erschöp­fung han­deln. Die­se Art der Vor­sor­ge ist unspek­ta­ku­lär, bringt aber häu­fig den größ­ten Unter­schied.

Die Fra­gen, die Hal­ter wirk­lich haben

Häu­fi­ge Fra­gen zur Herz­er­kran­kung beim Hund

Frü­he Herz­pro­ble­me erken­nen Sie meist an sin­ken­der Belast­bar­keit, schnel­le­rer Atmung im Schlaf, Hus­ten in Ruhe, Schwä­che oder kur­zen Kol­laps­mo­men­ten.

Typi­sche Warn­zei­chen sind Tac­hyp­noe, Dys­pnoe, Belas­tungs­in­to­le­ranz, Syn­ko­pe, Gewichts­ver­lust, bläu­li­che Schleim­häu­te und bei Rechts­herz­pro­ble­men auch ein dicker wer­den­der Bauch durch Aszi­tes. Beson­ders nütz­lich für zuhau­se ist die Ruhe­atem­fre­quenz im Schlaf: Bei sta­bi­len Hun­den liegt sie meist unter 30 Atem­zü­gen pro Minu­te; ein wie­der­holt höhe­rer Wert gehört zeit­nah abge­klärt.

Nein, Hus­ten allein beweist kei­ne Herz­er­kran­kung.

Hus­ten kann bei Herz­pro­ble­men auf­tre­ten, passt aber eben­so zu chro­ni­scher Bron­chi­tis, Atem­wegs­rei­zun­gen oder ande­ren Lun­gen­er­kran­kun­gen. Der ent­schei­den­de Unter­schied ist, ob im Tho­rax­rönt­gen ein Lun­gen­ödem oder ande­re Hin­wei­se auf kon­ges­ti­ve Herz­in­suf­fi­zi­enz zu sehen sind. Genau des­halb sind rei­ne Hus­ten­säf­te bei herz­kran­ken Hun­den kei­ne sau­be­re Schnell­lö­sung: Anti­tus­si­va wer­den bei ech­tem Herz­ver­sa­gen meist nicht emp­foh­len, weil sie Warn­zei­chen ver­de­cken kön­nen.

Sicher dia­gnos­ti­ziert wird eine Herz­er­kran­kung durch die Kom­bi­na­ti­on aus Unter­su­chung, Blut­druck­mes­sung, EKG, Rönt­gen und Herz­ul­tra­schall.

Das EKG ist beson­ders stark bei Rhyth­mus­stö­run­gen wie Vor­hof­flim­mern, AV-Block oder ven­tri­ku­lä­ren Extra­sy­stolen. Das Tho­rax­rönt­gen ist das bes­te Ver­fah­ren, um die Lun­ge auf akti­ves Herz­ver­sa­gen zu prü­fen. Der Herz­ul­tra­schall ist meist das wich­tigs­te Werk­zeug für die eigent­li­che Herz­durch­leuch­tung, weil er Herz­klap­pen, Kam­mer­grö­ßen, Pump­leis­tung, Steno­sen, ange­bo­re­ne Defek­te und pul­mo­n­a­le Hyper­to­nie beur­tei­len kann.

In den meis­ten Fäl­len rei­chen Rönt­gen, EKG und Herz­ul­tra­schall völ­lig aus.

CT, MRT oder Kathe­ter­dia­gnos­tik sind bei Herz­er­kran­kun­gen des Hun­des eher Spe­zi­al­ver­fah­ren und wer­den meist erst dann inter­es­sant, wenn die Stan­dard­dia­gnos­tik kei­ne kla­re Ant­wort lie­fert oder ein inter­ven­tio­nel­ler Ein­griff geplant ist. Ein typi­sches Bei­spiel ist die Abklä­rung einer mög­li­chen anomal ver­lau­fen­den Koro­nar­ar­te­rie vor einer Bal­lon­val­vul­oplas­tie bei Pul­mo­n­als­teno­se.

Schon die Basis­dia­gnos­tik kann sich spür­bar sum­mie­ren, weil jede Leis­tung ein­zeln berech­net wird.

Im ein­fa­chen GOT-Satz lie­gen typi­sche Posi­tio­nen bei:

  • All­ge­mei­ne Unter­su­chung mit Bera­tung, Hund: 23,62 €

  • Blut­druck­mes­sung, nicht inva­siv: 15,39 €

  • EKG: 44,00 €

  • Lang­zeit-EKG / Hol­ter: 209,42 €

  • Basis­echo­kar­dio­gra­fie: 67,20 €

  • Dopp­ler zusätz­lich: 53,86 €

  • Ers­te oder zwei­te Rönt­gen­auf­nah­me, jeweils: 26,53 €

Die End­rech­nung liegt oft deut­lich höher als die­se Lis­te. Hin­zu kom­men häu­fig Labor, Medi­ka­men­te, Not­fall­zu­schlä­ge, wie­der­hol­te Kon­trol­len und im Akut­fall Sau­er­stoff­ga­be, Moni­to­ring oder sta­tio­nä­re Auf­nah­me.

Die Behand­lung hängt von Ursa­che und Sta­di­um ab und besteht meist aus Medi­ka­men­ten, Kon­trol­len und nur in aus­ge­wähl­ten Fäl­len aus einem Ein­griff.

Bei myxo­ma­tö­ser Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung mit bereits ver­grö­ßer­tem Her­zen kann Pim­oben­dan den Ein­tritt von Herz­in­suf­fi­zi­enz ver­zö­gern. Bei bestehen­dem Herz­ver­sa­gen kom­men je nach Fall Pim­oben­dan, Diure­ti­ka wie Furo­se­mid, oft ACE-Hem­mer und bei Rhyth­mus­pro­ble­men Anti­ar­rhyth­mi­ka infra­ge. Ein­grif­fe sind eher die Aus­nah­me, aber bei man­chen Defek­ten oder Lei­tungs­stö­run­gen klar rele­vant, etwa Bal­lon­val­vul­oplas­tie bei Pul­mo­n­als­teno­se oder ein Herz­schritt­ma­cher bei hoch­gra­di­gem AV-Block.

Die meis­ten erwor­be­nen Herz­er­kran­kun­gen beim Hund sind nicht heil­bar, aber oft über län­ge­re Zeit behan­del­bar.

Herz­krank­hei­ten ver­schwin­den in der Regel nicht von selbst und schrei­ten meist fort. Die Pro­gno­se hängt stark davon ab, ob es sich um Klap­pen­er­kran­kung, Kar­dio­myo­pa­thie, Arrhyth­mie oder einen ange­bo­re­nen Herz­feh­ler han­delt und in wel­chem Sta­di­um die Dia­gno­se gestellt wird. Bei MMVD mit bereits über­stan­de­ner kon­ges­ti­ver Herz­in­suf­fi­zi­enz ist die Pro­gno­se unter rein medi­ka­men­tö­ser Behand­lung im Mit­tel eher begrenzt; in einer aktu­el­len Fach­pu­bli­ka­ti­on wird eine media­ne Über­le­bens­zeit unter einem Jahr genannt. Bei aus­ge­wähl­ten chir­ur­gisch oder inter­ven­tio­nell behan­del­ba­ren Herz­feh­lern kann die Aus­sicht deut­lich bes­ser sein als bei rein chro­ni­schen, fort­schrei­ten­den Erkran­kun­gen.

Ein herz­kran­ker Hund braucht meist kei­nen Käfig­all­tag, aber kla­re Belas­tungs­gren­zen und enges Beob­ach­ten.

Sinn­voll sind gleich­mä­ßi­ge Spa­zier­gän­ge statt Belas­tungs­spit­zen, täg­li­che oder mehr­mals wöchent­li­che Kon­trol­le der Ruhe­atem­fre­quenz, kon­se­quen­te Medi­ka­men­ten­ga­be und rasches Han­deln bei Ver­schlech­te­rung. Alarm­zei­chen für den Not­dienst sind deut­li­che Atem­not, bläu­li­che Schleim­häu­te, Kol­laps, stark auf­ge­bläh­ter Bauch oder plötz­lich mas­si­ve Schwä­che. Hus­ten­sym­pto­me soll­ten nicht blind unter­drückt wer­den, wenn ein Lun­gen­ödem im Raum steht

Absi­che­rung vor der Dia­gno­se, nicht erst wenn Hus­ten, Schwä­che oder Atem­not schon da sind

Ver­si­che­rung und Kos­ten­über­nah­me bei Herz­er­kran­kung: wel­che Tari­fe hier wirk­lich sinn­voll sind

Bei einer Herz­er­kran­kung ent­ste­hen die Kos­ten sel­ten nur durch einen ein­zel­nen Tier­arzt­ter­min. In der Pra­xis sum­mie­ren sich Unter­su­chung, Abhö­ren, Blut­druck­mes­sung, EKG, Herz­ul­tra­schall, Rönt­gen, Medi­ka­men­te und regel­mä­ßi­ge Ver­laufs­kon­trol­len oft über Mona­te oder Jah­re. Gera­de bei Ras­sen wie Cava­lier King Charles Spa­ni­el, Dober­mann, Boxer, Deut­scher Dog­ge oder älte­ren klei­nen Hun­den mit Klap­pen­pro­blem ist das kein theo­re­ti­sches Risi­ko, son­dern ein rea­les Kos­ten­the­ma.

Wenn Ihr Hund wegen einer Herz­er­kran­kung abge­si­chert sein soll, passt meist eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung deut­lich bes­ser als eine rei­ne Hun­de OP-Ver­si­che­rung. Der Grund ist ein­fach: Vie­le Herz­pro­ble­me wer­den nicht durch eine gro­ße Ope­ra­ti­on teu­er, son­dern durch Dia­gnos­tik, Dau­er­me­di­ka­ti­on und Nach­kon­trol­len. Genau die­se lau­fen­den Kos­ten fal­len bei Herz­ge­räu­schen, Mit­ral­klap­pen­er­kran­kun­gen, Rhyth­mus­stö­run­gen oder Herz­schwä­che oft dau­er­haft an. In unse­rem Ver­gleich ist die Han­se­Mer­kur Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung der Test­sie­ger, weil sie bei star­ken Leis­tungs­bau­stei­nen breit auf­ge­stellt ist. Die Cle­os Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung ist der Preis-Leis­tungs­sie­ger, weil sie Umfang und Bei­trag sehr aus­ge­wo­gen kom­bi­niert. Die­se Ein­ord­nung gilt bewusst nur im Bereich Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung und nicht bei der Hun­de OP-Ver­si­che­rung.

Eine Hun­de OP-Ver­si­che­rung kann bei Herz­er­kran­kun­gen trotz­dem sinn­voll sein, aber nur in einem enge­ren Rah­men. Sie hilft vor allem dann, wenn tat­säch­lich ein ope­ra­ti­ver Ein­griff nötig wird, zum Bei­spiel bei bestimm­ten ange­bo­re­nen Herz­feh­lern oder ein­zel­nen spe­zia­li­sier­ten Maß­nah­men. Für den typi­schen Ver­lauf vie­ler Herz­er­kran­kun­gen reicht ein rei­ner OP-Schutz aber oft nicht aus, weil Tablet­ten, Kon­trol­len, Herz­ul­tra­schall und aku­te Abklä­run­gen ohne OP dort meist nicht oder nur sehr begrenzt mit­ver­si­chert sind. Wer nur eine OP-Poli­ce hat, trägt bei Herz­pro­ble­men des­halb häu­fig einen gro­ßen Teil der lau­fen­den Kos­ten selbst.

Der größ­te Fall­strick ist der Zeit­punkt des Abschlus­ses. Eine gute Absi­che­rung hilft bei Herz­er­kran­kun­gen nur dann sau­ber, wenn sie vor der Dia­gno­se und idea­ler­wei­se vor ers­ten kla­ren Auf­fäl­lig­kei­ten besteht. Gibt es bereits ein Herz­ge­räusch, doku­men­tier­ten Hus­ten, Atem­pro­ble­me, Ohn­machts­an­fäl­le, eine lau­fen­de Abklä­rung oder schon die Dia­gno­se einer Herz­er­kran­kung, wird es oft schwie­rig. Dann dro­hen Aus­schlüs­se, Ableh­nung oder kein Schutz für alles, was mit dem Herz zusam­men­hängt. Genau des­halb gilt bei die­sem The­ma: Nicht war­ten, bis der Befund schwarz auf weiß in der Akte steht. Dann ist es in vie­len Fäl­len zu spät.

Mann sitzt mit Golden Retriever im Wohnzimmer, der Halskrause und bandagiertes Bein trägt, neben Laptop mit Versicherungsvergleich
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung mit Vor­er­kran­kung

Besteht schon ein Herz­ge­räusch oder wur­de bereits eine Herz­er­kran­kung fest­ge­stellt, wird der Abschluss deut­lich schwie­ri­ger. Vie­le Ver­si­che­rer schlie­ßen bekann­te Herz­be­fun­de aus oder leh­nen den Antrag ganz ab. Mög­lich sind manch­mal nur ein­ge­schränk­te Lösun­gen mit kla­ren Gren­zen. Wer noch kei­ne Dia­gno­se hat, soll­te nicht bis zur voll­stän­di­gen Abklä­rung war­ten.

Frau gibt ihrem Hund im Wohnzimmer ein High-Five – Symbolbild für Vertrauen und Schutz durch eine Hundunfallversicherung.
Hun­de-Unfall-OP-Ver­si­che­rung

Eine Unfall-OP-Ver­si­che­rung hilft bei plötz­li­chen Ver­let­zun­gen nach einem Unfall, aber in der Regel nicht bei einer Herz­er­kran­kung. Herz­pro­ble­me ent­ste­hen meist krank­heits­be­dingt und nicht durch ein Unfall­ereig­nis. Für Hus­ten, Herz­ul­tra­schall, Medi­ka­men­te oder Kon­trol­len bringt die­ser Schutz des­halb kaum etwas. Als allei­ni­ge Lösung passt er bei Herz­the­men fast nie.

Frau recherchiert mit ihrem Hund gemeinsam am Laptop – sie informiert sich über die beste Hundekrankenversicherung.
Bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Bei einer mög­li­chen Herz­er­kran­kung zählt vor allem, wie stark ein Tarif bei Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­ten, Nach­be­hand­lung und lang­fris­ti­gen Kon­trol­len ist. In unse­rem Ver­gleich ist die Han­se­Mer­kur Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung der Test­sie­ger. Die Cle­os Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung ist der Preis-Leis­tungs­sie­ger, wenn Sie auf ein gutes Ver­hält­nis aus Bei­trag und Leis­tung ach­ten. Ent­schei­dend bleibt der recht­zei­ti­ge Abschluss vor einer Vor­er­kran­kung.

Zusam­men­fas­sung

Eine Herz­er­kran­kung beim Hund ist meist kein plötz­li­ches Ereig­nis, son­dern ein schlei­chen­der Pro­zess. Der ent­schei­den­de Unter­schied ent­steht oft sehr früh: Wer Hus­ten in Ruhe, schnel­le­re Atmung im Schlaf, sin­ken­de Belast­bar­keit oder Kol­laps­nei­gung ernst nimmt und nicht als nor­ma­les Älter­wer­den abtut, ist klar im Vor­teil. Für die sau­be­re Ein­ord­nung braucht es in der Regel mehr als Abhö­ren allein. Tho­rax­rönt­gen, EKG und vor allem Echo­kar­dio­gra­fie zei­gen, ob wirk­lich eine struk­tu­rel­le Herz­er­kran­kung, eine Rhyth­mus­stö­rung oder bereits eine Herz­in­suf­fi­zi­enz vor­liegt.

Die ehr­li­che Ein­ord­nung lau­tet: Die meis­ten erwor­be­nen Herz­krank­hei­ten sind chro­nisch und nicht heil­bar, aber oft über lan­ge Zeit behan­del­bar. Bei myxo­ma­tö­ser Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung kann Pim­oben­dan in geeig­ne­ten Vor­sta­di­en den Ein­tritt einer Herz­schwä­che nach­weis­lich hin­aus­zö­gern, wäh­rend bei bestehen­der Herz­in­suf­fi­zi­enz meist eine Kom­bi­na­ti­on aus Diure­ti­kum, Pim­oben­dan, ACE-Hem­mer und häu­fig Spi­ro­no­lac­ton zum Ein­satz kommt. Ein­zel­ne ange­bo­re­ne Defek­te wie ein per­sis­tie­ren­der Duc­tus arte­rio­sus kön­nen dage­gen inter­ven­tio­nell oder ope­ra­tiv sehr gut behan­del­bar sein. Die bes­te Emp­feh­lung ist des­halb nüch­tern und klar: früh abklä­ren, regel­mä­ßig kon­trol­lie­ren, Belas­tung pas­send steu­ern und nicht erst han­deln, wenn Atem­not oder Lun­gen­ödem da sind.

Auch finan­zi­ell ist Weg­se­hen die teu­re­re Stra­te­gie. Herz­pa­ti­en­ten ver­ur­sa­chen oft nicht nur eine ers­te Dia­gnos­tik, son­dern lau­fen­de Kos­ten für Bild­ge­bung, Medi­ka­men­te, Kon­trol­len und im Akut­fall Sau­er­stoff oder sta­tio­nä­re Behand­lung. Eine Absi­che­rung hilft nur dann wirk­lich, wenn sie vor einer doku­men­tier­ten Vor­er­kran­kung besteht. Sobald Herz­ge­räusch, Abklä­rung oder Dia­gno­se bereits in der Akte ste­hen, wer­den Anträ­ge deut­lich schwie­ri­ger oder Leis­tun­gen für genau die­ses Pro­blem aus­ge­schlos­sen.

Wei­te­re wich­ti­ge Fra­gen

Wann ist eine OP oder ein Ein­griff bei Herz­pro­ble­men alter­na­tiv­los?

Ein Ein­griff ist vor allem dann klar ange­zeigt, wenn Medi­ka­men­te das mecha­ni­sche oder elek­tri­sche Grund­pro­blem nicht lösen kön­nen. Ein Herz­schritt­ma­cher ist bei per­sis­tie­ren­dem hoch­gra­di­gem AV-Block, per­sis­tie­ren­dem Vor­hof­still­stand und bei kli­nisch rele­van­tem Sick-Sinus-Syn­drom indi­ziert. Bei mit­tel­gra­di­ger bis schwe­rer Pul­mo­n­als­teno­se gilt die Bal­lon­val­vul­oplas­tie als mini­mal­in­va­si­ve und sehr wirk­sa­me Stan­dard­op­ti­on.

Ja, ein Blut­test kann Herz­pro­ble­me stüt­zen, aber nicht allein bewei­sen. Beson­ders genutzt wer­den NT-proBNP und kar­dia­les Tro­po­nin, wenn Hus­ten, Atem­not oder Belas­tungs­schwä­che nicht klar ein­zu­ord­nen sind oder wenn die Pro­gno­se bes­ser ein­ge­schätzt wer­den soll. Die­se Mar­ker gehö­ren aber nie iso­liert bewer­tet, son­dern immer zusam­men mit Kli­nik, Rönt­gen, EKG und Echo­kar­dio­gra­fie.

Unter­schätzt wer­den vor allem die lau­fen­den Kos­ten und nicht die ers­te Dia­gno­se. Typisch sind wie­der­hol­te Herz­ul­tra­schall-Kon­trol­len, Rönt­gen­bil­der, Lang­zeit-EKGs, Dau­er­me­di­ka­men­te, Blut­druck­mes­sun­gen und Labor­kon­trol­len der Nie­ren­wer­te und Elek­tro­ly­te, weil gera­de chro­ni­sche Diure­ti­ka­the­ra­pie die Nie­ren belas­ten kann. Im Akut­fall kom­men Sau­er­stoff­ver­ab­rei­chung mit 18,29 € je ange­fan­ge­ne 15 Minu­ten, Moni­to­ring mit 52,96 € bis 59,18 €, Inten­siv­über­wa­chung mit 100,00 € pro Tag und sta­tio­nä­re Unter­brin­gung des Hun­des mit 19,08 € pro Tag hin­zu, jeweils noch ohne vie­le Zusatz­kos­ten.

Ja, Ras­se und Kör­per­grö­ße ver­än­dern das Risi­ko und oft auch den Ver­lauf deut­lich. Myxo­ma­tö­se Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung ist die häu­figs­te Herz­krank­heit des Hun­des und betrifft beson­ders klei­ne Hun­de; beim Cava­lier King Charles Spa­ni­el und Dackel ist sie erb­lich mit­ge­prägt. Beim Boxer kann eine arrhyth­mo­ge­ne rechts­ven­tri­ku­lä­re Kar­dio­myo­pa­thie (ARVC) vor­lie­gen, bei der Rönt­gen und Herz­ul­tra­schall anfangs sogar unauf­fäl­lig sein kön­nen, wäh­rend das Hol­ter-EKG die eigent­li­che Schlüs­sel­un­ter­su­chung ist. Dober­män­ner fal­len häu­fi­ger durch DCM und ven­tri­ku­lä­re Tachy­kar­dien auf, gro­ße und sehr gro­ße Hun­de eher durch Vor­hof­flim­mern oder struk­tu­rel­le Herz­mus­kel­er­kran­kun­gen.

Ras­sen mit beson­ders engem Bezug zu Herz­er­kran­kun­gen beim Hund

Hun­de­ras­sen, bei denen Herz­pro­ble­me beson­ders oft eine Rol­le spie­len

Eini­ge Hun­de­ras­sen sind mit bestimm­ten Herz­er­kran­kun­gen beson­ders eng ver­knüpft. Bei die­sen Ras­sen sind Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung, dila­ta­ti­ve Kar­dio­myo­pa­thie oder arrhyth­mo­ge­ne Kar­dio­myo­pa­thie im Pra­xis­all­tag über­durch­schnitt­lich rele­vant.

Nahaufnahme eines Cavalier King Charles Spaniels mit braun-weißer Fellzeichnung und heraushängender Zunge bei geöffnetem Maul
Cava­lier King Charles Spa­ni­el

Beim Cava­lier King Charles Spa­ni­el ist die myxo­ma­tö­se Mit­ral­klap­pen­er­kran­kung beson­ders eng mit der Ras­se ver­knüpft. Die­se Form der Herz­krank­heit tritt hier oft frü­her auf als bei ande­ren Hun­den und gehört zu den wich­tigs­ten Gesund­heits­ri­si­ken der Ras­se.

Dobermann mit glänzendem, schwarzem Fell und braunen Abzeichen vor dunklem Hintergrund
Dober­mann

Der Dober­mann gehört zu den wich­tigs­ten Ras­sen im Zusam­men­hang mit dila­ta­ti­ver Kar­dio­myo­pa­thie (DCM). Dabei ver­liert der Herz­mus­kel schritt­wei­se an Pump­kraft, oft lan­ge bevor im All­tag kla­re Sym­pto­me auf­fal­len. Typisch sind Leis­tungs­schwä­che, Rhyth­mus­stö­run­gen oder im ungüns­ti­gen Fall sogar plötz­li­che Ver­schlech­te­run­gen.

Nahaufnahme eines Deutschen Boxers mit braunem Fell und weißer Brust, der aufmerksam in die Kamera blickt
Boxer

Beim Boxer steht vor allem die arrhyth­mo­ge­ne rechts­ven­tri­ku­lä­re Kar­dio­myo­pa­thie (ARVC) im Fokus, oft auch als Boxer-Kar­dio­myo­pa­thie bezeich­net. Das Tücki­sche dar­an ist, dass anfangs nicht Hus­ten oder klas­si­sche Herz­schwä­che im Vor­der­grund ste­hen müs­sen, son­dern gefähr­li­che Rhyth­mus­stö­run­gen.

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