Para­si­ten beim Hund – Erken­nen, behan­deln und wirk­sam vor erneu­tem Befall schüt­zen

Ob Zecken, Flö­he oder Wür­mer – wir zei­gen typi­sche Sym­pto­me, Behand­lungs­mög­lich­kei­ten und sinn­vol­le Vor­sor­ge­maß­nah­men

Ein kleiner kranker Hund schläft erschöpft auf dem Schoß einer Frau, die ihn liebevoll auf dem Sofa hält

Para­si­ten gehö­ren zu den häu­figs­ten Gesund­heits­ri­si­ken für Hun­de – ob Zecken, Flö­he, Mil­ben oder Wür­mer. Sie kön­nen nicht nur Juck­reiz und Haut­pro­ble­me ver­ur­sa­chen, son­dern auch gefähr­li­che Krank­hei­ten über­tra­gen. In die­sem Rat­ge­ber erfah­ren Sie, wie Sie einen Befall früh­zei­tig erken­nen, wel­che Behand­lungs­mög­lich­kei­ten es gibt und wie Sie Ihren Hund nach­hal­tig schüt­zen – mit Fak­ten, Tipps und aktu­el­len Emp­feh­lun­gen für Hun­de­hal­ter.

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Ihre Über­sicht
Ihre Über­sicht

Die­se Para­si­ten befal­len Hun­de beson­ders häu­fig

Häu­fi­ge Para­si­ten beim Hund im Über­blick

Ob im Fell, auf der Haut oder im Inne­ren des Kör­pers – Hun­de kön­nen von zahl­rei­chen Para­si­ten befal­len wer­den. Eini­ge sind harm­los, ande­re gefähr­lich. Die wich­tigs­ten Erre­ger zu ken­nen, hilft dabei, früh­zei­tig zu han­deln und den Hund gezielt zu schüt­zen.

Para­si­ten las­sen sich grund­sätz­lich in äuße­re (Ekto­p­a­ra­si­ten) und inne­re (Endo­pa­ra­si­ten) unter­tei­len. Zu den häu­figs­ten Ekto­p­a­ra­si­ten zäh­len Zecken, Flö­he und Mil­ben. Sie leben auf Haut oder im Fell und ver­ur­sa­chen oft Juck­reiz, Ent­zün­dun­gen oder Haut­pro­ble­me. Man­che über­tra­gen gefähr­li­che Krank­hei­ten wie Bor­re­lio­se, Ana­plas­mo­se oder Babe­si­o­se – vor allem durch Zecken.

Zecken tre­ten beson­ders in den war­men Mona­ten auf und sit­zen bevor­zugt in hohem Gras oder Büschen. Flö­he ver­ur­sa­chen inten­si­ven Juck­reiz und kön­nen All­er­gien aus­lö­sen. Mil­ben (z. B. Ohr­mil­ben oder Grab­mil­ben) sind mit blo­ßem Auge kaum sicht­bar, füh­ren aber oft zu schwe­ren Ohren­ent­zün­dun­gen oder Krus­ten­bil­dung an Haut­stel­len.

Im Inne­ren des Hun­des befal­len Wür­mer wie Spul­wür­mer, Band­wür­mer oder Haken­wür­mer den Magen-Darm-Trakt. Ein Wurm­be­fall kann Durch­fall, Erbre­chen, Gewichts­ver­lust und eine gestör­te Nähr­stoff­auf­nah­me ver­ur­sa­chen – beson­ders bei Wel­pen oder geschwäch­ten Tie­ren kann das gefähr­lich wer­den.

Giar­dien sind eben­falls weit ver­brei­tet. Die­se Ein­zeller befal­len den Darm und lösen vor allem bei jun­gen oder immun­ge­schwäch­ten Hun­den Durch­fall aus. Die Über­tra­gung erfolgt meist über kon­ta­mi­nier­tes Was­ser oder den Kot ande­rer Tie­re.

Ein umfas­sen­der Schutz ist mög­lich – durch regel­mä­ßi­ge Para­si­ten­pro­phy­la­xe, geziel­te Kon­trol­le und hygie­ni­sche Maß­nah­men.

Wor­an Sie Para­si­ten beim Hund früh­zei­tig erken­nen

Sym­pto­me bei Para­si­ten­be­fall

Nicht jeder Para­si­ten­be­fall ist sofort sicht­bar. Vie­le Anzei­chen sind unspe­zi­fisch – umso wich­ti­ger ist es, typi­sche Sym­pto­me zu ken­nen. Wer früh reagiert, kann Beschwer­den lin­dern und Fol­ge­er­kran­kun­gen ver­mei­den.

Para­si­ten äußern sich beim Hund je nach Art, Ort des Befalls und Gesund­heits­zu­stand sehr unter­schied­lich. Typi­sche äußer­li­che Sym­pto­me sind Juck­reiz, häu­fi­ges Krat­zen, Schüt­teln des Kop­fes, ver­mehr­tes Lecken oder Knab­bern an bestimm­ten Kör­per­stel­len. Auch Haar­aus­fall, Rötun­gen, Schup­pen­bil­dung oder klei­ne Wun­den kön­nen Hin­wei­se auf Ekto­p­a­ra­si­ten wie Flö­he, Zecken oder Mil­ben sein.

Bei einem Zecken­biss bleibt oft ein klei­ner Kno­ten oder eine gerö­te­te Stel­le zurück. Flö­he erkennt man häu­fig an Floh­kot im Fell oder in der Umge­bung (z. B. im Körb­chen). Mil­ben – etwa Ohr­mil­ben – füh­ren zu dun­kel­brau­nem Aus­fluss, Krus­ten­bil­dung und Ent­zün­dun­gen im Ohr.

Ein Wurm­be­fall (Endo­pa­ra­si­ten) zeigt sich meist über Sym­pto­me wie Durch­fall, Erbre­chen, Blä­hun­gen, Abge­schla­gen­heit oder Gewichts­ver­lust – bei star­kem Befall auch durch sicht­ba­re Wür­mer im Kot oder Erbro­che­nem. Jun­ge Hun­de haben häu­fig ein „Wurm­bäuch­lein“. Giar­dien lösen vor allem schlei­mi­gen oder wech­sel­haf­ten Durch­fall aus, oft mit Blä­hun­gen.

Auf­fäl­lig­kei­ten wie star­ker Juck­reiz, anhal­ten­de Ver­dau­ungs­pro­ble­me oder unge­wöhn­li­che Haut­ver­än­de­run­gen soll­ten immer tier­ärzt­lich abge­klärt wer­den – idea­ler­wei­se ver­bun­den mit einer Kot- oder Blut­un­ter­su­chung. Je frü­her Para­si­ten erkannt wer­den, des­to ein­fa­cher ist die Behand­lung und des­to gerin­ger das Risi­ko für Kom­pli­ka­tio­nen.

Wie Sie Ihren Hund wirk­sam schüt­zen

Behand­lung & Pro­phy­la­xe bei Para­si­ten

Ob Zecke, Floh oder Wurm – ist ein Befall erst ein­mal fest­ge­stellt, soll­te schnell gehan­delt wer­den. Gleich­zei­tig lässt sich mit geziel­ter Vor­beu­gung viel Ärger ver­mei­den. Moder­ne Prä­pa­ra­te bie­ten heu­te zuver­läs­si­gen Schutz – abge­stimmt auf Alter, Gewicht und Lebens­wei­se des Hun­des.

Die Behand­lung rich­tet sich immer nach Art des Para­si­ten. Bei äuße­ren Para­si­ten wie Flö­hen oder Zecken kom­men meist Spot-on-Prä­pa­ra­te, Tablet­ten, Spe­zi­al­sham­poos oder Zecken­zan­gen zum Ein­satz. Die­se Mit­tel töten Para­si­ten ab oder hal­ten sie fern. Bei star­kem Floh­be­fall ist zudem eine Behand­lung der Umge­bung nötig – inklu­si­ve Decken, Körb­chen und Tep­pi­chen.

Mil­ben wer­den je nach Art mit spe­zi­el­len Anti­pa­ra­si­ti­ka oder Ohren­trop­fen behan­delt. Bei Haut­mil­ben (z. B. Demo­dex) kann eine län­ger­fris­ti­ge The­ra­pie erfor­der­lich sein, manch­mal kom­bi­niert mit Anti­bio­ti­ka bei bak­te­ri­el­len Sekun­där­in­fek­tio­nen.

Inne­re Para­si­ten wie Wür­mer oder Giar­dien erfor­dern eine geziel­te Ent­wur­mung. Dabei ist wich­tig: Es gibt nicht „die eine Wurm­kur“. Je nach Befund wird ein pas­sen­des Prä­pa­rat gewählt. Eine regel­mä­ßi­ge Kot­un­ter­su­chung (z. B. alle 3–6 Mona­te) lie­fert hier­bei wich­ti­ge Hin­wei­se – vor allem bei Jung­hun­den, Zucht­hun­den oder Tie­ren mit häu­fi­gem Kon­takt zu Art­ge­nos­sen.

Für die Vor­beu­gung bie­ten sich ver­schie­de­ne Maß­nah­men an:

• Regel­mä­ßi­ge Anwen­dung von repel­lie­ren­den Prä­pa­ra­ten (z. B. Spot-on, Kau­ta­blet­ten)
• Kon­trol­le auf Zecken nach Spa­zier­gän­gen
• Kot­un­ter­su­chun­gen zur früh­zei­ti­gen Erken­nung inne­rer Para­si­ten
• Ver­mei­dung von Pfüt­zen und ste­hen­den Gewäs­sern (Giar­dien!)
• Hygie­ne im Wohn- und Ruhe­be­reich

Je nach Hal­tungs­form, Regi­on und Rei­se­ver­hal­ten kann auch eine indi­vi­du­el­le Anpas­sung der Pro­phy­la­xe sinn­voll sein. Ein Bera­tungs­ge­spräch beim Tier­arzt schafft hier Klar­heit.

Wenn Para­si­ten auch den Men­schen betref­fen

Zoo­no­sen: Gesund­heits­ri­si­ko für die gan­ze Fami­lie

Eini­ge Para­si­ten beim Hund sind nicht nur ein Pro­blem für das Tier selbst – sie kön­nen auch auf den Men­schen über­ge­hen. Gera­de Fami­li­en mit Kin­dern, älte­re Men­schen oder immun­ge­schwäch­te Per­so­nen soll­ten hier beson­ders acht­sam sein.

Bestimm­te Para­si­ten, die Hun­de befal­len, zäh­len zu den soge­nann­ten Zoo­no­sen – also Infek­ti­ons­krank­hei­ten, die zwi­schen Tier und Mensch über­trag­bar sind. Zu den wich­tigs­ten zäh­len Wür­mer, Giar­dien, Flö­he und Mil­ben.

Ein häu­fi­ges Bei­spiel ist der Spul­wurm (Toxo­ca­ra canis). Die Eier die­ses Wurms wer­den mit dem Kot aus­ge­schie­den und kön­nen im Boden über Wochen infek­ti­ös blei­ben. Men­schen – ins­be­son­de­re Kin­der – infi­zie­ren sich durch direk­ten Kon­takt, z. B. beim Spie­len im Gar­ten oder Sand­kas­ten. Auch der Haken­wurm kann beim Men­schen Haut­rei­zun­gen ver­ur­sa­chen, wenn Lar­ven über die Haut ein­drin­gen.

Giar­dien sind ein­zelli­ge Para­si­ten, die über kon­ta­mi­nier­tes Was­ser oder engen Kon­takt mit infi­zier­ten Tie­ren über­tra­gen wer­den. Sie ver­ur­sa­chen beim Men­schen ähn­li­che Sym­pto­me wie beim Hund: Durch­fall, Blä­hun­gen und Bauch­schmer­zen. Die Anste­ckung erfolgt meist über ver­un­rei­nig­te Hän­de, Ober­flä­chen oder Fut­ter-/Was­ser­näp­fe.

Auch Flö­he kön­nen in sel­te­nen Fäl­len auf den Men­schen über­ge­hen – aller­dings eher als läs­ti­ge Pla­ge denn als Krank­heits­über­trä­ger. Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn Flö­he als Zwi­schen­wirt für Band­wür­mer (z. B. Dipy­li­di­um cani­num) fun­gie­ren. Wird ein infi­zier­ter Floh ver­se­hent­lich auf­ge­nom­men, kann auch der Mensch befal­len wer­den.

Mil­ben wie die Räu­de­mil­be (Sar­c­op­tes) sind eben­falls über­trag­bar und lösen beim Men­schen jucken­de Haut­ent­zün­dun­gen aus – soge­nann­te Pseu­do­krät­ze. Die Über­tra­gung erfolgt durch engen Haut­kon­takt mit infi­zier­ten Tie­ren.

Schutz­maß­nah­men:
• Regel­mä­ßi­ge Ent­wur­mung & Para­si­ten­pro­phy­la­xe beim Hund
• Sorg­fäl­ti­ge Hygie­ne – vor allem bei engem Kon­takt
• Rei­ni­gung von Schlaf­plät­zen, Spiel­zeug & Tex­ti­li­en
• Hän­de waschen nach dem Strei­cheln oder Gas­si­ge­hen
• Kin­der­spiel­be­rei­che regel­mä­ßig rei­ni­gen (beson­ders bei Gar­ten­hal­tung)

Mit der rich­ti­gen Vor­sor­ge las­sen sich die­se Risi­ken deut­lich redu­zie­ren. Wer unsi­cher ist, kann beim Tier­arzt gezielt einen Zoo­no­se-Scree­ning durch­füh­ren las­sen.

Spe­zi­el­le Ver­si­che­run­gen für beson­de­re Fäl­le

Ein kleiner Hund liegt auf einem Tisch, ein Stethoskop ist um seinen Hals gelegt

Kran­ken­schutz mit Vor­er­kran­kung

Ein Hund liegt mit einem Verband auf einer blauen Decke und erholt sich nach einer Operation

Unfall-OP-Ver­si­che­rung für Hun­de

Ein junger Hund springt an der Leine, während sein Halter ihn beim Spaziergang sicher führt

Hun­de­hal­ter­haft­pflicht

Eine gefähr­li­che Rei­se­krank­heit mit Lang­zeit­fol­gen

Leish­ma­ni­o­se beim Hund: Sym­pto­me, Ursa­chen & Behand­lung

Die Leish­ma­ni­o­se zählt zu den schwer­wie­gen­den para­si­tä­ren Erkran­kun­gen beim Hund und wird vor allem im Mit­tel­meer­raum durch Sand­mü­cken über­tra­gen. Eine ein­ma­li­ge Infek­ti­on bleibt meist lebens­lang bestehen – und kann unbe­han­delt gra­vie­ren­de Organ­schä­den ver­ur­sa­chen.

Leish­ma­ni­o­se wird durch den Para­si­ten Leish­ma­nia infan­tum ver­ur­sacht und über den Stich der Sand­mü­cke (Phle­bo­to­mus) auf den Hund über­tra­gen. Betrof­fen sind ins­be­son­de­re Hun­de, die aus süd­li­chen Län­dern stam­men (z. B. Spa­ni­en, Ita­li­en, Grie­chen­land) oder dort­hin ver­reist sind. Inzwi­schen gibt es auch ver­ein­zel­te Fäl­le in Deutsch­land – durch ein­ge­schlepp­te Mücken oder impor­tier­te Tie­re.

Die Krank­heit ver­läuft häu­fig schlei­chend. Ers­te Sym­pto­me tre­ten oft erst Mona­te nach der Infek­ti­on auf und rei­chen von Haut­ver­än­de­run­gen (schup­pi­ge Stel­len, Haar­aus­fall, nicht hei­len­de Wun­den) über Lymph­kno­ten­schwel­lung bis hin zu Abge­schla­gen­heit, Gewichts­ver­lust, Lahm­hei­ten oder Nasen­blu­ten. In fort­ge­schrit­te­nen Fäl­len sind auch inne­re Orga­ne betrof­fen – ins­be­son­de­re die Nie­ren (Pro­te­in­ver­lust, Nie­ren­ver­sa­gen), was lang­fris­tig lebens­be­droh­lich wer­den kann.

Die Dia­gno­se erfolgt über Blut­un­ter­su­chun­gen, in Kom­bi­na­ti­on mit kli­ni­schen Sym­pto­men und ggf. Fein­na­del­aspi­ra­tio­nen (z. B. aus Lymph­kno­ten oder Kno­chen­mark). Ein ein­mal infi­zier­ter Hund bleibt meist Trä­ger – selbst bei erfolg­rei­cher The­ra­pie.

Die Behand­lung zielt auf eine Reduk­ti­on der Para­si­ten­last und Stär­kung des Immun­sys­tems ab. Zum Ein­satz kom­men meist Medi­ka­men­te wie Allo­pu­ri­nol, Mil­te­fo­sin oder Meglu­mi­ne-Anti­mo­nat. Eine dau­er­haf­te Kon­trol­le ist not­wen­dig, Rück­fäl­le sind mög­lich. Ent­schei­dend ist auch eine strik­te Kon­trol­le von Sekun­där­in­fek­tio­nen und eine ange­pass­te Füt­te­rung – z. B. purin­arm zur Ent­las­tung der Nie­ren.

Vor­beu­gung ist ent­schei­dend:
• Ver­mei­dung von Rei­sen in Risi­ko­ge­bie­te (v. a. im Som­mer)
• Ver­wen­dung von repel­lie­ren­den Spot-on-Prä­pa­ra­ten oder Hals­bän­dern
• Auf­ent­halt in geschlos­se­nen Räu­men wäh­rend der Däm­me­rung
• Imp­fung: Inzwi­schen gibt es zuge­las­se­ne Impf­stof­fe – sie bie­ten kei­nen voll­stän­di­gen Schutz, aber kön­nen den Krank­heits­ver­lauf mil­dern

Gera­de bei Aus­lands­hun­den aus dem Tier­schutz soll­te vor Ein­rei­se eine Leish­ma­ni­o­se-Tes­tung erfol­gen. Eine Infek­ti­on ist kein Aus­schluss­kri­te­ri­um, erfor­dert aber lebens­lan­ge tier­ärzt­li­che Betreu­ung.

Nicht nur Leish­ma­ni­o­se ist eine Gefahr im Süden

Wei­te­re Rei­se­krank­hei­ten beim Hund erken­nen und ver­mei­den

Neben der Leish­ma­ni­o­se gibt es wei­te­re gefähr­li­che Erkran­kun­gen, die Hun­de im Aus­land – ins­be­son­de­re im Mit­tel­meer­raum – durch Insek­ten­sti­che oder Para­si­ten auf­neh­men kön­nen. Eine gute Pro­phy­la­xe und genaue Beob­ach­tung nach der Rück­kehr sind ent­schei­dend.

Wer mit sei­nem Hund ins Aus­land reist – oder einen Hund aus dem Tier­schutz adop­tiert – soll­te auch ande­re para­si­tä­re Rei­se­krank­hei­ten ken­nen. Die­se ver­lau­fen oft schwer­wie­gend, manch­mal sogar töd­lich, wenn sie zu spät erkannt oder unbe­han­delt blei­ben.

Babe­si­o­se (Hun­dem­a­la­ria)
Über­tra­gen durch Zecken (v. a. Der­ma­cen­tor reti­cu­la­tus), zer­stört der Babe­sia-Para­sit die roten Blut­kör­per­chen. Sym­pto­me sind hohes Fie­ber, Apa­thie, Schleim­haut­bläs­se und dunk­ler Urin. Unbe­han­delt kann Babe­si­o­se bin­nen weni­ger Tage zum Tod füh­ren. Die Dia­gno­se erfolgt über Blut­aus­strich oder PCR. Behan­delt wird meist mit Imi­do­carb.

Ehr­li­chi­o­se
Ver­ur­sacht durch das Bak­te­ri­um Ehr­li­chia canis, über­tra­gen durch die Brau­ne Hun­de­ze­cke. Typi­sche Anzei­chen: Fie­ber, Gewichts­ver­lust, Nasen­blu­ten, Gelenk­be­schwer­den. Die chro­ni­sche Form kann das Kno­chen­mark schä­di­gen. Die Behand­lung erfolgt mit Doxy­cy­clin, oft über meh­re­re Wochen.

Diro­fi­la­rio­se (Herz­wür­mer)
Die­se Krank­heit wird durch Stech­mü­cken über­tra­gen. Die Lar­ven ent­wi­ckeln sich im Kör­per zu bis zu 30 cm lan­gen Wür­mern, die das Herz und die Lun­gen­ge­fä­ße befal­len. Sym­pto­me tre­ten meist spät auf: Hus­ten, Leis­tungs­schwä­che, Atem­not. Die Behand­lung ist auf­wen­dig und risi­ko­be­haf­tet. Pro­phy­la­xe mit Spot-ons oder Tablet­ten ist beson­ders wich­tig.

Hepa­to­zoo­no­se
Eine eher sel­te­ne Krank­heit, die durch Auf­nah­me infi­zier­ter Zecken über­tra­gen wird (nicht durch Stich!). Sym­pto­me sind Mus­kel­ver­här­tun­gen, Lahm­hei­ten, Fie­ber und Augen­ver­än­de­run­gen. Auch hier ist eine Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pie not­wen­dig.

Schutz­maß­nah­men im Über­blick:
• Regel­mä­ßi­ge Anwen­dung von repel­lie­ren­den Anti­pa­ra­si­ti­ka
• Ver­mei­dung von Risi­ko­re­gio­nen (v. a. Mit­tel­meer­raum)
• Rei­se­vor­be­rei­tung mit Tier­arzt­be­such
• Nach dem Urlaub: Kot- und Blut­un­ter­su­chung bei Sym­pto­men
• Kei­ne Selbst­me­di­ka­ti­on – früh­zei­tig tier­ärzt­li­che Dia­gno­se ist ent­schei­dend

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Gut infor­miert – rund um Ihren Hund und Ihre Absi­che­rung

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Hund mit treuem Blick sitzt vor einem vollen Napf mit Trockenfutter auf einem Holzfußboden

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Mit der rich­ti­gen Ernäh­rung unter­stüt­zen Sie nicht nur Wachs­tum und Gesund­heit, son­dern auch die emo­tio­na­le Sta­bi­li­tät Ihres Hun­des. Gera­de bei sen­si­blen Tie­ren ist die Fut­ter­wahl ent­schei­dend. Wir erklä­ren, wie Sie rich­tig vor­ge­hen.

Hund spielt auf einer Wiese mit einem kleinen, grünen Fußball und zeigt typisches Sozial- und Spielverhalten

Hun­de­hal­tung

Ein glück­li­cher Hund braucht nicht nur Frei­raum, son­dern auch Gren­zen. Kla­re Regeln, lie­be­vol­le Füh­rung und aus­rei­chend Aus­las­tung sind dafür ent­schei­dend. Unse­re Tipps hel­fen Ihnen, die Hal­tung gezielt zu ver­bes­sern.

Zusam­men­fas­sung: Hun­de­krank­hei­ten durch Para­si­ten und die Bedeu­tung der Wurm­kur

Para­si­ten sind bei Hun­den kei­ne Sel­ten­heit – ob Flö­he, Zecken, Mil­ben oder inne­re Erre­ger wie Wür­mer und Giar­dien. Ein unbe­han­del­ter Befall kann ernst­haf­te Gesund­heits­pro­ble­me ver­ur­sa­chen, ins­be­son­de­re bei jun­gen, alten oder geschwäch­ten Tie­ren. Auch impor­tier­te Hun­de aus dem Aus­land brin­gen nicht sel­ten gefähr­li­che Rei­se­krank­hei­ten mit. Umso wich­ti­ger ist es, dass Sie Sym­pto­me früh­zei­tig erken­nen und vor­beu­gen. Mit regel­mä­ßi­ger Para­si­ten­pro­phy­la­xe, geziel­ter Beob­ach­tung und tier­ärzt­li­cher Kon­trol­le schüt­zen Sie Ihren Hund nach­hal­tig. Infor­mie­ren Sie sich bei jedem Ver­dacht, las­sen Sie Kot und Blut recht­zei­tig unter­su­chen – und ver­mei­den Sie schwer­wie­gen­de Spät­fol­gen. Auch die pas­sen­de Tier­kran­ken­ver­si­che­rung kann in vie­len Fäl­len hel­fen, Behand­lungs­kos­ten zu decken.

häu­fi­ge Fra­gen

Die Häu­fig­keit hängt von Hal­tung und Lebens­stil ab. Bei engem Kon­takt mit Kin­dern oder Frei­gang emp­fiehlt sich eine monat­li­che Ent­wur­mung oder regel­mä­ßi­ge Kot­un­ter­su­chung. Für rei­ne Woh­nungs­hun­de genügt meist ein vier­tel­jähr­li­cher Rhyth­mus – in Abspra­che mit dem Tier­arzt.

Herz­wür­mer (Diro­fi­la­ri­en), Babe­si­en, Ehr­li­chien und Leish­ma­nien gel­ten als beson­ders gefähr­lich, da sie schwe­re Organ­schä­den ver­ur­sa­chen kön­nen. Auch ein star­ker Wurm­be­fall oder eine Giar­dien­in­fek­ti­on kann bei geschwäch­ten Tie­ren lebens­be­droh­lich wer­den.

Eini­ge Para­si­ten sind zoo­no­tisch, das heißt: sie kön­nen auch Men­schen infi­zie­ren. Dazu zäh­len etwa Giar­dien, Spul­wür­mer oder Haut­pil­ze. Eine gute Hygie­ne, regel­mä­ßi­ge Ent­wur­mung und kon­se­quen­te Behand­lung schüt­zen sowohl Hund als auch Hal­ter.

Gegen Ekto­p­a­ra­si­ten wie Zecken und Flö­he hel­fen Spot-ons, Hals­bän­der oder Tablet­ten mit repel­lie­ren­der Wir­kung. Gegen Endo­pa­ra­si­ten wie Wür­mer sind Breit­band­ent­wur­mun­gen oder spe­zi­fi­sche Wirk­stof­fe nötig. Las­sen Sie sich indi­vi­du­ell beim Tier­arzt bera­ten.