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Wie gut ist die Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung?

Berufsunfähigkeitsversicherung der Alte Leipziger – was fällt auf?

Immer wieder ist von Versicherungsvertretern zu hören, dass die Berufs­unfähig­keitsversicherung der ALTE LEIPZIGER die beste BU-Versicherung sein soll. Die Versicherungsgesellschaft hat gerade erst zu Beginn des Jahres 2021 Bedingungen angepasst, was als Anlass einer näheren Betrachtung nehmen, um zu prüfen, ob es wirklich die beste Berufs­unfähig­keitsversicherung ist und was man beachten sollte.

Berufsunfähigkeitsversicherung Alte Leipziger


Auch andere Mütter haben schöne Töchter

Immer wieder werden von Versicherungs-Kollegen auch andere Gesellschaften als die angeblich besten Berufs­unfähig­keitsversicherungen genannt, z.B. die BU-Versicherungen von:

„Die beste“ BU-Versicherung wird es vermutlich gar nicht geben, da jeder Kunde ein individuell anderes Anforderungsprofil hat, was ggf. auch andere Konstruktionen des Vertrags bedingt.

Eine besonders verbraucherfreundliche Versicherung:

  • Verzichtet auf eine abstrakte Verweisung, wenn man in seinem letzten Beruf berufsunfähig wird
  • Hat eine Arztanordnungsklausel, die genau definiert ist
  • Verzichtet auf die Kündigung, wenn die Anzeigepflicht unverschuldet verletzt wurde
  • Verzichtet auch auf die Meldung bei einer gesundheitlichen Besserung

Teilzeitklausel der Alte Leipziger ist unklar

Wer als Teilzeitkraft an Gesundheit verliert hat es oft schwer. Dies betrifft z.B. auch Menschen, die vormals ganztags beschäftigt waren, aber auf einen Teil der Arbeit verzichten, um z.B. einen Angehörigen zu pflegen. Berufs­unfähig­keit heißt ja, dass man seinen letzten Beruf nicht mehr zu 50% ausüben kann. Wenn bei einem ganztags Beschäftigten ein Arzt feststellt, dass man nur noch 3h am Tag, aber keine 5h mehr arbeiten kann, ist man i.d.R. berufsunfähig. Wenn man jetzt aber z.B. wegen der Pflege seiner Mutter seinen Beruf auf 4h am Tag reduziert hat und vom Arzt attestiert bekommt, nur noch 3h am Tag arbeiten zu können, ist man dann auch berufsunfähig, oder nicht?

Die Alte Leipziger beurteilt das nach dem zuletzt ausgeübten Beruf und berücksichtigt dabei auch Mischtätigkeiten bei verschiedenen Teilzeittätigkeiten. Dabei will die Versicherung auch betrachten, wie der zuletzt ausgeübte Beruf ausgestaltet war, den man ausgeübt hat, bevor man gesundheitlich beeinträchtigt war.

Das lässt aber völlig unklar, wie genau die Alte Leipziger dann die Berufs­unfähig­keit im Falle von Teilzeitbeschäftigten bewertet, die z.B. zum Zeitpunkt des Vertragsabschluss einer Vollzeitbeschäftigung nachgingen, aber vor kurzem auf Teilzeit umgestellt haben.

Es wird nicht klar geregelt, was bei einem häufigen Grund für Teilzeitbeschäftigungen im Alter, nämlich der Pflege von Angehörigen der Maßstab der Versicherung ist.

Das haben andere Berufs­unfähig­keitsversicherung deutlich klarer und kundenfreundlicher geregelt.

Nachversicherungsgarantie der Alte Leipziger ist optimierungsfähig

Im Bereich der Nachversicherung, also der Möglichkeit, die Berufs­unfähig­keitsrente nach Vertragsabschluss noch nach oben anzupassen, differenziert die Alte Leipziger nach verschiedenen Umständen, bleibt aber unter den Angeboten am Markt zurück.

Eine optimale Nachversicherung erlaubt eine Nachversicherung über einen möglichst langen Zeitraum nach Vertragsabschluss auf eine möglichst hohe Berufs­unfähig­keitsrente und das ohne erneute Risikoprüfung oder Gesundheitsfragen. Nicht alle Versicherer machen das jedoch so.

  • Bei jungen Kunden gibt die Alte Leipziger eine Ausbaugarantie, d.h. man kann 5 Jahre nach Vertragsabschluss die Rente – auch ohne Vorliegen eines Ereignisses um bis zu 500 Euro im Monat erhöhen, wenn man noch nicht 40 Jahre alt ist.

Allerdings hat die Alte Leipziger einen Pferdefuß eingebaut: Wer bei Vertragsabschluss Schüler, Student oder Hausfrau (natürlich auch Hausmann)  ist, wird darauf geprüft, welchen Beruf man zum Zeitpunkt der Erhöhung ausübt. Danach richtet sich dann die Beitragshöhe. Das entspricht nicht einer sonst oft angebotenen Erhöhung ohne erneute Risikoprüfung.

  • Eine Nachversicherung bietet man nach bestimmten Ereignissen, wie z.B. Hochzeit, Geburt, Ausbildungsabschluss o.ä. an. Hier kann man innerhalb von 12 Monaten nach dem Ereignis ohne Risikoprüfung die Rente um bis zu 500 Euro monatlich erhöhen lassen. Bei bestimmten Konstruktionen, wie z.B.
  • Einkommenssteigerung um mehr als 10% p.a.
  • Gewinnsteigerung bei Selbstständigen um 30% p.a.
lässt man auch Erhöhungen um bis zu 1000 Euro im Monat zu, aber nur bis Alter 50.

Auch hier fällt aber eine Risikoprüfung an, wenn man bei Abschluss Schüler, Student,  Hausfrau/Hausmann gewesen ist: Nach dem aktuellen Beruf wird dann der Beitrag bemessen.

Je nach Ausgangs-Rente der Berufs­unfähig­keitsversicherung kommen z.B. erfolgreiche Akademiker immer noch nicht auf benötigte höhere Monatsrenten. Wer z.B. ursprünglich eine Rente von 1000 Euro abgeschlossen hat, kommt auch als Zahnarzt oder Notar dann nur auf insgesamt 2000 Euro im Monat, weil nur um maximal 1000 Euro erhöht werden kann. Für ambitionierte erfolgreiche Vielverdiener ist das schnell zu wenig.

Nur mit Trickserei kommt man auf höhere Nachversicherungen bei der Alte Leipziger

Wer sich die Bedingungen der Alte Leipziger Berufs­unfähig­keitsversicherung genau durchliest, findet mögliche Sonderregeln, die etwas höhere Renten ermöglichen.

So können z.b. Berufseinsteiger, die das Studium oder eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, ohne erneute Risikoprüfung die BU-Rente verdoppeln, wenn dadurch 2.500 Euro im Monat, bzw. 30.000 Euro im Jahr insgesamt nicht überschritten werden.

Studienanfängern billigt man sogar eine Verdreifachung der Rente zu, wenn dadurch nicht mehr als 2000 Euro Monatsrente (24.000 Euro p.a. ) erreicht werden.

Kombination von Erhöhungen möglich

Clevere Erhöhungswillige kombinieren dann bei der Alte Leipziger verschiedene Erhöhungsmöglichkeiten, z.B. verdreifachen nach Studienbeginn und kombinieren dann mit Erhöhungen durch Ereignissen wie Heirat, Geburt, 10% Gehaltserhöhung nochmal um je 500 Euro.

So kommt man auch auf z.B. 3.500 Euro Monatsrente. Allerdings sollte man sich das Timing genau überlegen und mit dem Berater abstimmen, sonst verbaut man sich ggf. eine Möglichkeit für die nächste Erhöhung.

Fazit:

Die Berufs­unfähig­keitsversicherung der Alte Leipziger ist sicher eine gute Berufs­unfähig­keitsversicherung, aber optimal ist sie nicht. Mindestens in Teilbereichen wie der Nachversicherungsmöglichkeit und der Behandlung von Teilzeitkräften gibt es Versicherer, die bessere Verträge oder klarere Bedingungen aufweisen.


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