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Berufsunfähigkeitsrente Abzüge | Steuern und Sozialabgaben

Berufs­unfähig­keitsrente: Welche Abzüge sind zu erwarten?

Wer in Deutschland eine Berufs­unfähig­keitsrente von 1.500 oder 2.000 Euro monatlich vereinbart hat, fühlt sich oft ausreichend versichert. Allerdings sollte man bedenken, dass von dem Bruttozufluss noch das eine oder andere abzuziehen ist, sodass der tatsächlich zur Verfügung stehende Nettobetrag deutlich niedriger werden kann. Deshalb ist ein optimaler Ablauf bei der BU-Beratung das wichtigste für jeden Kunden.

Inhaltsverzeichnis


Berufs­unfähig­keitsrente und Kranken­ver­si­che­rung

Wer Berufs­unfähig­keitsrente bezieht, muss davon noch Kranken­ver­si­che­rungsbeiträge abziehen. Die Höhe ist davon abhängig, ob man privat oder gesetzlich versichert ist.

Privat krankenversichert und Bezug von Berufs­unfähig­keitsrente:

Wer privat krankenversichert ist, muss von seiner Berufs­unfähig­keitsversicherung den vollen Beitrag der Kranken­ver­si­che­rung bezahlen. Nach aktuellem Stand kann man dies z.B. umgehen, wenn man mit weniger Einkommen ein Beschäftigungsverhältnis eingeht, in welchem man sich gesetzlich ver­sichern kann. Dazu darf man aber die dann aktuellen Versicherungsgrenzen nicht überschreiten und muss unter 55 Jahre alt sein.

Gesetzlich krankenversichert und Bezug von Berufs­unfähig­keitsrente - aber keine Erwerbsminderungsrente

Wer aus der gesetzlichen Rentenversicherung keine Erwerbsminderungsrente bezieht, aber Bezieher einer privaten Berufs­unfähig­keitsrente ist, muss die vollen gesetzlichen Kranken­ver­si­che­rungsbeiträge auf alle Einkünfte zahlen. Auch auf die Berufs­unfähig­keitsrente und Einnahmen wie Mieten oder Zinsen. Während man in Arbeitsverhältnissen davon profitiert, dass der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags der Kranken­ver­si­che­rung bezahlt, muss man bei Rentenbezug (Berufs­unfähig­keitsrente)  den gesamten Beitrag alleine zahlen.

Gesetzlich krankenversichert und Bezug von Berufs­unfähig­keitsrente - bei gleichzeitigem Bezug von Erwerbsunfähigkeitsrente

Wer das “Glück” hat, auch Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu beziehen, zahlt den halben Kranken­ver­si­che­rungsbeitrag auf die Erwerbsminderungsrente und ist in der Pflicht-Kranken­ver­si­che­rung der Rentner (KVdR). Auf die private Berufs­unfähig­keitsrente muss man dann keine Kranken­ver­si­che­rung zahlen. Allerdings sollte man bedenken, dass es in Deutschland relativ schwer ist, eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente durchzusetzen, da dies nicht nur bedeutet, dass man seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, sondern gar keinen Beruf mehr. Die Berufs­unfähig­keitsversicherung hingegen setzt deutlich früher an: Sobald man seinen zuletzt ausgeübten oder den erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann.

Trick mit einem kleinen Job

Wer trotz Berufs­unfähig­keit und dem Bezug von Berufs­unfähig­keitsrente noch in der Lage ist, einen Beruf auszuüben, bei dem es im Zweifel deutlich weniger Gehalt als zuvor gibt, erhält seine BU-Rente und zahlt Kranken­ver­si­che­rungsbeiträge nur auf das Gehalt und das auch nur zur Hälfte, weil der Arbeitgeber die andere Hälfte übernimmt. 

Berufs­unfähig­keitsrente und die Steuer

Grundsätzlich ist eine Berufs­unfähig­keitsrente steuerpflichtig. Wer eine “normale” Berufs­unfähig­keitsversicherung abgeschlossen hat, muss die Auszahlungen der Berufs­unfähig­keitsrente wie eine abgekürzte Leibrente versteuern. Dabei zahlt man die Steuer nur auf den sogenannten Ertragsanteil und nicht auf die komplette Berufs­unfähig­keitsrente. Die Höhe des Ertragsanteils richtet sich nach der Anzahl der Jahre der Restlaufzeit des BU-Vertrags, hier einige Beispieldaten:

  • Restlaufzeit 2 Jahre: Ertragsanteil: 1%
  • Restlaufzeit 5 Jahre: Ertragsanteil: 5%
  • Restlaufzeit 10 Jahre: Ertragsanteil: 12%
  • Restlaufzeit 20 Jahre: Ertragsanteil: 21%
  • Restlaufzeit 30 Jahre: Ertragsanteil: 30%
  • Restlaufzeit 40 Jahre: Ertragsanteil: 39%

Dies zeigt: Gerade, wer jung berufsunfähig wird und deshalb noch eine lange Restlaufzeit des BU-Vertrags hat, muss mit hohen Ertragsanteilen bei der Besteuerung rechnen.

Wer nur die Rente als Einnahme hat und keine weiteren Einnahmen wie Zinsen oder Mieten, kommt aufgrund von Freibeträgen oft um eine Steuerzahlung herum.

Höhere Steuern bei BU-Renten aus Betriebsrenten oder Rürup-Verträgen

Wer eine Berufs­unfähig­keitsrente aus einer betrieblichen Altersversorgung bezieht, zahlt auf die gesamte Berufs­unfähig­keitsrente Steuern und nicht nur auf den Ertragsanteil. Die BU-Rente wird dann wie normales Einkommen behandelt und der Besteuerung unterworfen.

LESETIPP:

Besteuerungsanteile bei Rürup-Rente

Wer eine Berufs­unfähig­keitsrente aus einem Rürup-Vertrag (Basisrente) bezieht, muss mit höheren Besteuerungsanteilen rechnen, die sich nach dem ersten Jahr des BU-Rentenbeginns richten.

Besteuert werden bei BU-Rentenbeginn in:

  • 2021: 81 %
  • 2022: 82 %
  • 2023: 83 %
  • 2024: 84 %
  • 2025: 85 %
  • 2026: 86 %
  • 2027: 87 %
  • 2028: 88 %
  • 2029: 89 %
  • 2030: 90 %
  • 2031: 91 %
  • 2032: 92 %
  • 2033: 93 %
  • 2034: 94 %
  • 2035: 95 %
  • 2036: 96 %
  • 2037: 97 %
  • 2038: 98 %
  • 2039: 99 %
  • 2040: 100%

Wer also z.B. im Jahr 2035 erstmals Berufs­unfähig­keitsrente aus reinem Rürup-Vertrag bezieht, muss auf 95% der bezogenen Rente Steuern zahlen. Nur der Rest der Rente (5%) bleibt dann steuerfrei. Der steuerfreie Anteil wird dann für den Rest der Auszahldauer gleichbleibend angewendet.

Beiträge werden steuerlich gefördert

Man darf allerdings bei einem Vergleich nicht vergessen, dass bei Berufs­unfähig­keitsrenten aus einer betrieblichen Altersversorgung oder einer Rürup-Rente vorher in der Erwerbslebensphase auch die Beiträge steuerlich gefördert wurden und man davon profitiert hat, dass das Finanzamt praktisch einen Teil der Kosten der BU getragen hat.

Schließt man eine “normale” BU-Versicherung losgelöst alleine ab, gibt es im Regelfall keine staatliche Förderung der Beiträge.

Fazit:

Bereits bei der Planung der Berufs­unfähig­keitsrente sollte man berücksichtigen, dass während eines etwaigen Bezugs auch Steuern und/oder Kranken­ver­si­che­rungsbeiträge davon abgehen. Dies sollte man bei der Festsetzung der Höhe der Brutto-Rente berücksichtigen.

 

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