Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund früh erken­nen und Kos­ten rich­tig ein­ord­nen

Wenn Ihr Hund vor­ne lahmt oder Belas­tung mei­det, fil­tern wir für Sie klar, wel­che Dia­gnos­tik jetzt sinn­voll ist und wel­che Tari­fe bei CT, OP und Nach­be­hand­lung wirk­lich tra­gen.

Tierärztin untersucht Vorderbein eines Labradors auf dem Behandlungstisch

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund: war­um frü­hes Han­deln so viel aus­macht

Wenn ein gro­ßer Hund wie auf dem Bild still auf dem Tisch liegt und den Kopf schwer ablegt, steckt dahin­ter oft mehr als eine harm­lo­se Zer­rung. Ellen­bo­gen­dys­pla­sie gehört zu den häu­figs­ten ortho­pä­di­schen Ent­wick­lungs­pro­ble­men bei jun­gen, schnell wach­sen­den Hun­den. Gemeint ist kein ein­heit­li­ches Krank­heits­bild, son­dern eine Grup­pe von Stö­run­gen im Ellen­bo­gen, bei denen Kno­chen, Knor­pel und Gelenk­me­cha­nik nicht sau­ber zusam­men­pas­sen. Die Fol­ge sind Schmer­zen, Lahm­heit und oft früh ein­set­zen­de Arthro­se. Typisch ist, dass die Beschwer­den schlei­chend begin­nen. Vie­le Hal­ter sehen zuerst nur einen Hund, der nach dem Spa­zier­gang vor­ne ent­las­tet, nach dem Auf­ste­hen steif wirkt oder nicht mehr so gern springt und spielt. Genau dar­in liegt das Pro­blem: Wer die­se Zei­chen zu lan­ge als Schon­hal­tung abtut, ver­liert wert­vol­le Zeit für Dia­gnos­tik und Behand­lung.

Für Sie als Hal­ter geht es bei die­sem The­ma um zwei Din­ge gleich­zei­tig: die Gesund­heit Ihres Hun­des und die Fra­ge, wie teu­er der wei­te­re Weg wer­den kann. Bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie endet die Rech­nung oft nicht beim ers­ten Ter­min. Schon die Abklä­rung kann kli­ni­sche Unter­su­chung, geziel­te Rönt­gen­auf­nah­men, CT, Seda­ti­on oder Nar­ko­se und spä­ter sogar eine Arthro­sko­pie oder ande­re OP-Ver­fah­ren umfas­sen. Die Behand­lung rich­tet sich danach, wel­che Teil­form vor­liegt, wie stark der Gelenk­scha­den schon ist und ob bereits Arthro­se ent­stan­den ist. In leich­ten Fäl­len kön­nen Gewichts­ma­nage­ment, ange­pass­te Bewe­gung, NSAIDs und Phy­sio­the­ra­pie hel­fen. In fort­ge­schrit­te­ne­ren Fäl­len wird ope­riert, damit Schmerz­quel­len ent­fernt oder die Gelenk­me­cha­nik ver­bes­sert wer­den kann. Für die Absi­che­rung zählt des­halb nicht irgend­ein Tarif, son­dern die Fra­ge, ob Dia­gnos­tik, OP, Nach­be­hand­lung und mög­li­che Fol­ge­kos­ten sau­ber mit­ver­si­chert sind, bevor über­haupt eine Vor­er­kran­kung im Raum steht.

Inhalts­ver­zeich­nis

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Wenn der Ellen­bo­gen im Wachs­tum aus dem Takt gerät

Ursa­chen der Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund: wie Gene­tik, Gelenk­me­cha­nik und Wachs­tum zusam­men­wir­ken

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ent­steht nicht durch einen ein­zel­nen Aus­lö­ser, son­dern durch meh­re­re Ent­wick­lungs­stö­run­gen, die im sel­ben Gelenk zusam­men­lau­fen kön­nen. Genau des­halb wird das The­ma oft zu grob erklärt. Im Kern geht es dar­um, dass Radi­us, Ulna und Hume­rus im wach­sen­den Ellen­bo­gen­ge­lenk nicht sau­ber zusam­men­ar­bei­ten. Schon klei­ne Abwei­chun­gen in Form, Belas­tung oder Knor­pel­rei­fung rei­chen aus, damit Druck falsch ver­teilt wird und früh Arthro­se ent­steht.

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist ein Sam­mel­be­griff für meh­re­re kon­kre­te Defek­te. Dazu zäh­len vor allem der frag­men­tier­te media­le Pro­ces­sus coro­no­ide­us bezie­hungs­wei­se FCP / FMCP, der ununi­ted anco­ne­al pro­cess oder UAP, die Osteo­chon­dro­sis dis­se­cans des Ellen­bo­gens und die Gelen­k­in­kon­gru­enz. Bio­lo­gisch bedeu­tet das: Ent­we­der passt die Gelenk­flä­che nicht exakt zusam­men, ein Kno­chen­fort­satz ver­knö­chert nicht kor­rekt, Knor­pel reift feh­ler­haft aus oder ein­zel­ne Struk­tu­ren wer­den durch Fehl­be­las­tung über­be­an­sprucht. Das Ergeb­nis ist immer ähn­lich: Rei­bung, Ent­zün­dung, Knor­pel­scha­den und ein Gelenk, das schnel­ler ver­schleißt, als es soll­te.

Der wich­tigs­te Risi­ko­fak­tor ist die gene­ti­sche Ver­an­la­gung. Ellen­bo­gen­dys­pla­sie gilt als erb­lich und tritt beson­ders häu­fig bei gro­ßen bis sehr gro­ßen Ras­sen auf, etwa bei Labra­dor Retrie­ver, Gol­den Retrie­ver, Deut­schem Schä­fer­hund, Rott­wei­ler oder Ber­ner Sen­nen­hund. Alter ist dabei nicht die eigent­li­che Ursa­che, son­dern der Zeit­raum, in dem die Fehl­ent­wick­lung sicht­bar wird: Vie­le Hun­de fal­len schon im Wachs­tum auf, oft vor dem ers­ten Geburts­tag. Man­che zei­gen aber erst spä­ter deut­li­che Pro­ble­me, wenn sich aus dem ursprüng­li­chen Ent­wick­lungs­feh­ler bereits eine schmerz­haf­te Osteo­ar­thri­tis ent­wi­ckelt hat.

Die bio­lo­gi­sche Schlüs­sel­fra­ge lau­tet, wo im Gelenk die Last falsch ankommt. Beim FCP / FMCP spricht vie­les für eine Kom­bi­na­ti­on aus gene­ti­scher Anfäl­lig­keit, feh­ler­haf­ter Knor­pel­ent­wick­lung und zu hoher Druck­be­las­tung auf den media­len Coro­noid­fort­satz. Dar­aus ent­ste­hen fei­ne Ris­se, spä­ter Frag­men­te und dau­er­haft schmerz­haf­te Rei­bung im Gelenk. Beim UAP ver­schmilzt der Pro­ces­sus anco­nae­us nicht kor­rekt mit der Ulna; das desta­bi­li­siert den Ellen­bo­gen. Bei der OCD läuft die endochon­dra­le Ossi­fi­ka­ti­on gestört ab, also die nor­ma­le Umwand­lung von Knor­pel in belast­ba­ren Kno­chen. Genau die­se Unter­schie­de erklä­ren, war­um Ellen­bo­gen­dys­pla­sie kein ein­heit­li­ches Krank­heits­bild ist, obwohl am Ende oft die­sel­be Dia­gno­se im Raum steht.

Umwelt­fak­to­ren ent­schei­den oft dar­über, wie stark sich die gene­ti­sche Anla­ge aus­prägt. Schnel­les Wachs­tum, zu ener­gie­rei­che Füt­te­rung und ein Zuviel an Kalo­rien oder bestimm­ten Nähr­stof­fen in der Wachs­tums­pha­se wer­den als Mit­fak­to­ren dis­ku­tiert, beson­ders bei gro­ßen Jung­hun­den. Auch Trau­ma kann eine Rol­le spie­len, ist aber meist nicht die eigent­li­che Wur­zel des Pro­blems. Prak­tisch heißt das: Die Ver­an­la­gung kommt meist aus der Zucht­li­nie, der Ver­lauf wird aber durch Wachs­tums­tem­po, Belas­tung und Kör­per­ge­wicht mit­ge­prägt. Das erklärt auch, war­um zwei Hun­de der­sel­ben Ras­se trotz ähn­li­cher Gene­tik kli­nisch sehr unter­schied­lich aus­se­hen kön­nen.

Frü­he Warn­zei­chen erken­nen, bevor aus Vor­der­hand­lahm­heit ein Dau­er­scha­den wird

Anzei­chen und Sym­pto­me der Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund: wor­auf Sie im All­tag wirk­lich ach­ten soll­ten

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie fällt oft nicht zuerst durch star­kes Hum­peln auf, son­dern durch klei­ne Ver­än­de­run­gen im Bewe­gungs­ab­lauf. Genau des­halb wird sie im All­tag häu­fig zu spät ein­ge­ord­net. Vor allem jun­ge, grö­ße­re Hun­de wir­ken anfangs nur etwas steif, vor­sich­ti­ger oder weni­ger belast­bar, obwohl im Ellen­bo­gen­ge­lenk schon Schmerz und Fehl­be­las­tung ent­stan­den sind.

Wor­an erken­nen Sie Ellen­bo­gen­dys­pla­sie früh?
Typisch sind Vor­der­hand­lahm­heit, Steif­heit nach dem Lie­gen, Schmerz beim Beu­gen oder Stre­cken des Ellen­bo­gens und ein Leis­tungs­ab­fall nach Belas­tung. Vie­le Hun­de lau­fen nach dem Auf­ste­hen erst unrund und wer­den nach ein paar Minu­ten etwas bes­ser. Ande­re wol­len nicht mehr so gern ren­nen, sprin­gen ins Auto zöger­li­cher oder bre­chen Spa­zier­gän­ge frü­her ab. Gera­de die­ses Mus­ter nach Ruhe oder nach Akti­vi­tät ist ein star­ker Hin­weis auf ein ortho­pä­di­sches Pro­blem im Ellen­bo­gen.

Wel­che fei­nen Signa­le über­se­hen vie­le Hal­ter?
Betrof­fe­ne Hun­de dre­hen die Pfo­te manch­mal leicht nach außen oder innen, hal­ten den Ellen­bo­gen etwas vom Kör­per weg oder ver­kür­zen unauf­fäl­lig die Schritt­län­ge. Bei ein­sei­ti­gen Pro­ble­men sehen Sie häu­fi­ger ein kla­res Ent­las­ten, bei beid­sei­ti­ger Ellen­bo­gen­dys­pla­sie wirkt der Hund oft nur ins­ge­samt „vor­sich­tig“, steif oder bewe­gungs­arm. Dazu kom­men sub­ti­le Ver­hal­tens­än­de­run­gen: weni­ger Spiel­freu­de, ungern enge Wen­dun­gen, Mei­den glat­ter Böden oder ein kur­zer Blick zur schmerz­haf­ten Vor­der­glied­ma­ße nach Belas­tung. Auch Wär­me, leich­te Schwel­lung am Gelenk oder Mus­kel­ab­bau durch Scho­nung kön­nen auf­tre­ten.

Wann soll­ten Sie nicht mehr abwar­ten?
Spä­tes­tens dann, wenn die Lahm­heit wie­der­kehrt, nach Bewe­gung stär­ker wird oder Ihr Hund den Ellen­bo­gen auf Mani­pu­la­ti­on emp­find­lich zeigt. Ein wei­te­rer Punkt, den vie­le zu spät bemer­ken: Man­che Hun­de „sor­tie­ren“ den schmerz­haf­ten Vor­der­lauf im Stand leicht um, stel­len ihn etwas ver­setzt oder heben beim Dre­hen kurz den Kopf an, um Gewicht zu ver­la­gern. Sol­che Aus­weich­be­we­gun­gen pas­sen zu Ellen­bo­gen­schmerz und gehö­ren ortho­pä­disch abge­klärt. Je frü­her das pas­siert, des­to eher lässt sich ver­hin­dern, dass aus einer Ent­wick­lungs­stö­rung eine dau­er­haf­te Arthro­se mit chro­ni­schen Beschwer­den wird.

Der wich­tigs­te Früh­warn­sen­sor ist Ihr Ver­gleich mit dem nor­ma­len Ver­hal­ten Ihres Hun­des.
Wenn Ihr Hund vor­ne nicht mehr frei läuft, nach Ruhe­pha­sen schlech­ter star­tet oder Belas­tung plötz­lich mei­det, steckt oft mehr dahin­ter als Wachs­tum, ein „fal­scher Tritt“ oder ein schlech­ter Tag. Bei gro­ßen Jung­hun­den mit Vor­der­hand­lahm­heit gehört der Ellen­bo­gen des­halb immer früh auf die Lis­te der Ver­dachts­dia­gno­sen.

Wel­che Behand­lung wirk­lich passt, hängt von Defekt, Arthro­se­grad und Alter Ihres Hun­des ab

The­ra­pie und Behand­lung bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund: was hilft, was es kos­tet und wie die Pro­gno­se aus­sieht

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie wird nicht mit einem Stan­dard­plan behan­delt. Ent­schei­dend ist, wel­che Teil­form vor­liegt, ob bereits Arthro­se ent­stan­den ist und wie stark Ihr Hund im All­tag ein­ge­schränkt ist. Bei jun­gen Hun­den mit frü­hen Befun­den sieht die The­ra­pie oft anders aus als bei Hun­den, deren Ellen­bo­gen schon deut­lich ver­schlis­sen ist.

Die kon­ser­va­ti­ve Behand­lung zielt auf Schmerz­kon­trol­le und Gelenk­ent­las­tung. Dazu gehö­ren Gewichts­ma­nage­ment, ange­pass­te Bewe­gung, NSAIDs zur Ent­zün­dungs- und Schmerz­hem­mung, unter­stüt­zen­de Bau­stei­ne wie Ome­ga-3-Fett­säu­ren oder poly­sul­fa­tier­te Gly­kos­ami­no­gly­ka­ne sowie Phy­sio­the­ra­pie. Die­se Maß­nah­men kön­nen die Beweg­lich­keit ver­bes­sern und Schmer­zen klar sen­ken, sie behe­ben aber den eigent­li­chen Ent­wick­lungs­feh­ler im Ellen­bo­gen nicht. Sobald freie Frag­men­te, Knor­pel­schä­den oder eine deut­li­che Gelen­k­in­kon­gru­enz vor­lie­gen, reicht rei­ne Scho­nung oft nicht mehr aus.

Die moder­ne OP-The­ra­pie rich­tet sich nach dem kon­kre­ten Defekt im Gelenk. Bei medi­al coro­no­id dise­a­se oder OCD-Läsio­nen wird häu­fig eine Arthro­sko­pie ein­ge­setzt, um Frag­men­te zu ent­fer­nen, das Gelenk zu spü­len und den Knor­pel­scha­den direkt zu beur­tei­len. Bei UAP kom­men je nach Fall die Fix­a­ti­on oder Ent­fer­nung des anco­naealen Fort­sat­zes zusam­men mit einer pro­xi­ma­len dyna­mi­schen Uln­aros­teo­to­mie infra­ge. Bei aus­ge­präg­ter Gelen­k­in­kon­gru­enz oder medi­al com­part­ment dise­a­se kön­nen Ver­fah­ren wie PAUL, PUO oder SHO nötig wer­den, um die Last im Ellen­bo­gen bio­me­cha­nisch neu zu ver­tei­len. Für stark zer­stör­te Gelen­ke blei­ben als Sal­va­ge-Lösun­gen am Ende nur Ver­fah­ren wie Total Elbow Repla­ce­ment oder eine uni­con­dy­lä­re Ellen­bo­gen­ar­thro­plas­tik. Der ehr­li­che Punkt dabei: Früh ope­rier­te, mil­de­re Fäl­le haben die bes­se­re Lang­zeit­pro­gno­se, aber bereits ent­stan­de­ne Arthro­se schrei­tet meist trotz Behand­lung wei­ter fort. Im Mit­tel zei­gen rund 85 Pro­zent der Hun­de unter The­ra­pie eine Bes­se­rung von Lahm­heit und Kom­fort, auch wenn sich die Arthro­se im Rönt­gen wei­ter ent­wi­ckeln kann.

Die finan­zi­el­le Sei­te beginnt lan­ge vor der eigent­li­chen OP. Nach der deut­schen GOT lie­gen beim ein­fa­chen Satz die all­ge­mei­ne Unter­su­chung beim Hund bei 23,62 Euro, die ortho­pä­di­sche Unter­su­chung bei 16,50 Euro, die Lahm­heits­un­ter­su­chung bei 42,63 Euro, die ers­te und zwei­te Rönt­gen­auf­nah­me jeweils bei 26,53 Euro, eine CT-Unter­su­chung eines Kör­per­teils bei 350,00 Euro, die Injek­ti­ons­nar­ko­se intra­ve­nös bei 24,19 Euro, die Inha­la­ti­ons­nar­ko­se bei 61,57 Euro, das Moni­to­ring mit mehr als zwei Para­me­tern bei 59,18 Euro, die dia­gnos­ti­sche Arthro­sko­pie bei 274,28 Euro und die sta­tio­nä­re Unter­brin­gung eines Hun­des pro Tag bei 19,08 Euro. Das sind kei­ne Fest­prei­se. Die GOT gibt einen Rah­men vom ein­fa­chen bis zum drei­fa­chen Satz vor, und dadurch lie­gen die rea­len Rech­nun­gen je nach Kli­nik, Auf­wand und Ver­lauf oft deut­lich höher. Dazu kom­men Medi­ka­men­te, Mate­ri­al, Labor, Nach­kon­trol­len, mög­li­che Implan­ta­te und bei vie­len Hun­den noch län­ger­fris­ti­ge Schmerz­the­ra­pie oder Phy­sio­the­ra­pie.

Das sind kei­ne Fest­prei­se. Die GOT gibt einen Rah­men vom ein­fa­chen bis zum drei­fa­chen Satz vor, und dadurch lie­gen die rea­len Rech­nun­gen je nach Kli­nik, Auf­wand und Ver­lauf oft deut­lich höher. Dazu kom­men Medi­ka­men­te, Mate­ri­al, Labor, Nach­kon­trol­len, mög­li­che Implan­ta­te und bei vie­len Hun­den noch län­ger­fris­ti­ge Schmerz­the­ra­pie oder Phy­sio­the­ra­pie.

Die Erfolgs­aus­sich­ten hän­gen am stärks­ten vom Zeit­punkt der Behand­lung ab. Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist in der Regel nicht heil­bar, aber oft gut beherrsch­bar, wenn Sie früh ein­grei­fen und das Gelenk lang­fris­tig füh­ren. Bei mil­den bis mode­ra­ten Ver­läu­fen brau­chen betrof­fe­ne Hun­de im wei­te­ren Leben häu­fi­ger tier­ärzt­li­che Betreu­ung und NSAIDs als unbe­las­te­te Hun­de, und bei höhe­rem Schwe­re­grad steigt das Risi­ko, dass Lahm­heit und Arthro­se den All­tag dau­er­haft beein­träch­ti­gen. Genau des­halb endet die Behand­lung nicht mit der Dia­gno­se oder der OP, son­dern oft in einem lang­fris­ti­gen Manage­ment aus Gewichts­kon­trol­le, Schmerz­the­ra­pie, kon­trol­lier­ter Bewe­gung und wie­der­keh­ren­den Ver­laufs­kon­trol­len.

Was Sie im All­tag steu­ern kön­nen und wo die gene­ti­sche Gren­ze liegt

Vor­sor­ge und Prä­ven­ti­on bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund: so sen­ken Sie das Risi­ko im ech­ten All­tag

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie lässt sich nicht ein­fach weg­füt­tern oder weg­trai­nie­ren. Die Ver­an­la­gung ist stark erb­lich. Füt­te­rung, Wachs­tums­ge­schwin­dig­keit und Belas­tung ent­schei­den aber mit dar­über, wie früh Beschwer­den sicht­bar wer­den und wie stark das Gelenk Scha­den nimmt. Genau dar­in liegt die ehr­li­che Prä­ven­ti­on: Sie ver­hin­dern nicht jede ED, Sie kön­nen den Ver­lauf aber oft spür­bar beein­flus­sen.

Wenn Sie noch vor dem Hun­de­kauf ste­hen, beginnt Vor­sor­ge bei der Zucht­li­nie.
Fra­gen Sie gezielt nach den Ellen­bo­gen­be­fun­den bei­der Eltern­tie­re und nicht nur nach einem all­ge­mei­nen Satz wie „alles gesund“. Das macht einen ech­ten Unter­schied, weil die OFA bei aus­ge­wer­te­ten Ver­paa­run­gen zeigt: Selbst nor­mal x nor­mal bringt noch betrof­fe­ne Nach­kom­men her­vor, dys­plas­tisch x dys­plas­tisch erhöht das Risi­ko aber mas­siv. Für Hal­ter heißt das klar: Eine sau­be­re Eltern­tier-Scree­ning­ba­sis senkt das Risi­ko, ersetzt aber kei­ne Wach­sam­keit im All­tag.

Wie füt­tern Sie einen gefähr­de­ten Jung­hund sinn­voll?
Wäh­len Sie bei gro­ßen und schnell wach­sen­den Ras­sen ein Fut­ter für Lar­ge Breed Pup­pies, füt­tern Sie in fes­ten Men­gen statt nach Gefühl und ver­mei­den Sie jedes unnö­ti­ge Über­füt­tern. Zu vie­le Kalo­rien beschleu­ni­gen das Wachs­tum, wäh­rend das Ske­lett nicht immer im glei­chen Tem­po sta­bil nach­kommt. Genau das erhöht das Risi­ko für ent­wick­lungs­be­ding­te Gelenk­pro­ble­me. Bei Cal­ci­um und Phos­phor gilt das­sel­be: kein Her­um­dok­tern mit Zusatz­pul­vern, kei­ne Extra-Kal­zi­um­ga­ben auf Ver­dacht. Gro­ße Wel­pen regu­lie­ren die Cal­ci­um­auf­nah­me noch nicht sau­ber, und zu viel davon kann die Ske­let­t­ent­wick­lung stö­ren.

Wel­che Bewe­gung hilft und wel­che scha­det eher?
Gut ist regel­mä­ßi­ge, kon­trol­lier­te Bewe­gung mit sau­be­rem Mus­kel­auf­bau. Schlecht ist der Mix aus Über­ge­wicht, wil­dem Stop-and-go und Belas­tungs­spit­zen am Wochen­en­de. Mode­ra­te Akti­vi­tät hält das Gelenk beweg­lich und baut Mus­ku­la­tur auf, die den Ellen­bo­gen ent­las­ten kann. Sinn­voll sind plan­ba­re Spa­zier­gän­ge, ruhi­ger Belas­tungs­auf­bau und bei sport­li­chen Hun­den ein kur­zes Warm-up vor Ball­spiel oder Trai­ning. Rei­ne Scho­nung ist kei­ne Lösung, weil stei­fe Gelen­ke und schwa­che Mus­ku­la­tur den All­tag meist noch schwe­rer machen.

Wann soll­ten Sie kon­trol­lie­ren las­sen, auch wenn Ihr Hund noch nicht klar lahmt?
Spä­tes­tens dann, wenn Ihr Jung­hund vor­ne nach Ruhe­pha­sen steif star­tet, Wen­dun­gen mei­det, weni­ger gern springt oder nach Belas­tung „komisch“ läuft. Ellen­bo­gen­dys­pla­sie kann lan­ge sub­kli­nisch blei­ben. Das heißt: Das Gelenk ist schon krank, obwohl der Hund noch nicht deut­lich hum­pelt. Bei Risi­ko­ras­sen ist des­halb eine frü­he ortho­pä­di­sche Unter­su­chung sinn­voll, sobald sich wie­der­keh­ren­de Auf­fäl­lig­kei­ten zei­gen. Je frü­her die Abklä­rung star­tet, des­to eher las­sen sich Arthro­se, Dau­er­be­schwer­den und teu­re Fol­ge­kos­ten aus­brem­sen.

Die Fra­gen, die Hal­ter bei Lahm­heit, CT, Arthro­sko­pie und Fol­ge­kos­ten klä­ren müs­sen

FAQ zur Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beim Hund

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie zeigt sich meist zuerst als wie­der­keh­ren­de Vor­der­hand­lahm­heit nach Belas­tung oder nach Ruhe­pha­sen. Typisch sind die­se frü­hen Zei­chen:

  • Steif­heit beim Auf­ste­hen

  • Lahm­heit nach Spa­zier­gang, Spiel oder Trai­ning

  • der Ellen­bo­gen wird auf­fäl­lig vom Kör­per weg­ge­hal­ten

  • die Vor­der­pfo­te rotiert unna­tür­lich oder der Schritt wird ver­kürzt

  • Schmerz bei Beu­gung oder Stre­ckung

  • weni­ger Lust auf Sprin­gen, Ren­nen oder enge Wen­dun­gen

Der Fall­strick im All­tag: beid­sei­ti­ge ED wirkt oft weni­ger dra­ma­tisch als eine ein­sei­ti­ge Lahm­heit. Dann wirkt Ihr Hund eher vor­sich­tig, kurz­schrit­tig oder dau­er­haft „unrund“, statt klar auf einer Sei­te zu hum­peln.

Wie­der­keh­ren­de oder deut­li­che Vor­der­hand­lahm­heit bei einem jun­gen, grö­ße­ren Hund gehört zeit­nah ortho­pä­disch abge­klärt.
ED fällt typi­scher­wei­se im Alter von etwa 4 bis 10 Mona­ten auf, manch­mal etwas spä­ter, wenn bereits Arthro­se mit­spielt. Je frü­her Schmer­zen, Bewe­gungs­ein­schrän­kung und die genaue Läsi­on erkannt wer­den, des­to bes­ser sind die Chan­cen, Fol­ge­schä­den zu begren­zen. Bei sym­pto­ma­ti­schen Hun­den wird eine wei­ter­füh­ren­de Dia­gnos­tik mit CT und oft auch Arthro­sko­pie früh im Ver­lauf emp­foh­len.

Die Dia­gnos­tik beginnt mit ortho­pä­di­scher Unter­su­chung und Rönt­gen, für fei­ne oder kom­ple­xe Läsio­nen ist ein CT oft deut­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ger.
Das Rönt­gen zeigt bei ED häu­fig nur indi­rek­te oder eher dezen­te Ver­än­de­run­gen wie Arthro­se, Skle­ro­sie­rung oder unschar­fe Kon­tu­ren am Koro­no­id. Ein CT lie­fert die bes­se­re räum­li­che Dar­stel­lung und wird in der kli­ni­schen Pra­xis für die abschlie­ßen­de Ein­ord­nung vie­ler Ellen­bo­gen­lä­sio­nen als beson­ders wert­voll ange­se­hen. Arthro­sko­pie ist der nächs­te wich­ti­ge Schritt, weil sie Dia­gno­se und direk­te Behand­lung ver­bin­den kann.

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist kein ein­zel­ner Defekt, son­dern ein Sam­mel­be­griff für meh­re­re unter­schied­li­che Gelenk­pro­ble­me. Dazu gehö­ren vor allem:

  • MCD / FCP: medi­al coro­no­id dise­a­se bezie­hungs­wei­se frag­men­tier­ter media­ler Koro­noid­fort­satz

  • UAP: ununi­ted anco­ne­al pro­cess

  • OCD: osteo­chon­dro­sis dis­se­cans

  • Gelen­k­in­kon­gru­enz: Fehl­pas­sung zwi­schen Hume­rus, Radi­us und Ulna

Die­se Unter­schei­dung ist medi­zi­nisch und finan­zi­ell rele­vant, weil nicht jede Form gleich ope­riert wird und nicht jede Läsi­on die­sel­be Pro­gno­se hat. ED bedeu­tet also nicht auto­ma­tisch die­sel­be OP für jeden Hund.

Nein, aber der Gelenk­de­fekt ver­schwin­det ohne Ope­ra­ti­on nicht.
Bei mil­den oder frü­hen Fäl­len kön­nen Gewichts­kon­trol­le, ange­pass­te Bewe­gung, NSAIDs, Phy­sio­the­ra­pie, Ome­ga-3-Fett­säu­ren oder poly­sul­fa­tier­te Gly­kos­ami­no­gly­ka­ne gute Lin­de­rung brin­gen. Sobald aber freie Frag­men­te, deut­li­che Gelen­k­in­kon­gru­enz, UAP oder anhal­ten­de Schmer­zen vor­lie­gen, rückt die chir­ur­gi­sche Lösung deut­lich in den Vor­der­grund. Die ehr­li­che Ein­ord­nung: Kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie kann Beschwer­den brem­sen, sie repa­riert das Ellen­bo­gen­ge­lenk nicht.

Bei ED wird heu­te häu­fig arthro­sko­pisch ope­riert, wenn Frag­men­te ent­fernt oder Knor­pel­schä­den direkt beur­teilt wer­den sol­len. Typi­sche Ver­fah­ren sind:

  • Arthro­sko­pie bei MCD / FCP oder OCD

  • Fix­a­ti­on oder Ent­fer­nung des UAP plus pro­xi­ma­le dyna­mi­sche Uln­aros­teo­to­mie

  • PAUL oder SHO bei medi­al com­part­ment dise­a­se

  • bei stark zer­stör­ten Gelen­ken in Ein­zel­fäl­len Total Elbow Repla­ce­ment oder uni­com­part­ment­al elbow arthro­plasty

Der gro­ße Vor­teil der Arthro­sko­pie ist die gerin­ge Inva­si­vi­tät. Sie erlaubt eine direk­te Beur­tei­lung des Gelenks, ver­ur­sacht meist weni­ger post­ope­ra­ti­ve Rei­zung und macht es häu­fig mög­lich, bei­de Ellen­bo­gen in der­sel­ben Nar­ko­se zu behan­deln.

Schon die Abklä­rung kann meh­re­re hun­dert Euro kos­ten, und eine ED-OP lan­det rea­lis­tisch schnell im vier­stel­li­gen Bereich. Beim ein­fa­chen GOT-Satz fal­len typi­scher­wei­se an:

  • All­ge­mei­ne Unter­su­chung mit Bera­tung: 23,62 €

  • Ortho­pä­di­sche Unter­su­chung: 16,50 €

  • Lahm­heits­un­ter­su­chung: 42,63 €

  • Ers­te und zwei­te Rönt­gen­auf­nah­me: jeweils 26,53 €

  • CT eines Kör­per­teils: 350,00 €

  • Inha­la­ti­ons­nar­ko­se Hund: 61,57 €

  • Intu­ba­ti­on: 24,00 €

  • Moni­to­ring mit mehr als zwei Para­me­tern: 59,18 €

  • Arthro­sko­pie dia­gnos­tisch: 274,28 €

  • Arthro­sko­pi­sche Ope­ra­ti­on inkl. dia­gnos­ti­scher Arthro­sko­pie: 463,22 €

Die­se Wer­te sind kei­ne End­prei­se. Die GOT erlaubt grund­sätz­lich den Rah­men vom ein­fa­chen bis zum drei­fa­chen Satz, im Not­dienst auch dar­über hin­aus mit zusätz­li­chen Gebüh­ren. Dazu kom­men Medi­ka­men­te, Ver­brauchs­ma­te­ri­al, Bild­aus­wer­tung, Nach­kon­trol­len, sta­tio­nä­re Unter­brin­gung und gege­be­nen­falls Implan­ta­te. Für eine ED-Ope­ra­ti­on wer­den als gro­be Pra­xis­er­fah­rung häu­fig min­des­tens rund 2.500 Euro ange­setzt.

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist in der Regel nicht heil­bar, aber oft gut beherrsch­bar.

Je mil­der die Läsi­on und je frü­her behan­delt wird, des­to bes­ser ist die Lang­zeit­pro­gno­se. Sobald Arthro­se eta­bliert ist, schrei­tet sie meist lang­sam wei­ter fort, auch wenn der Hund kli­nisch deut­lich bes­ser lau­fen kann. Im Durch­schnitt zei­gen unter Behand­lung etwa 85 Pro­zent der Hun­de eine Ver­bes­se­rung von Lahm­heit und Kom­fort. Mit Ope­ra­ti­on plus pas­sen­dem Lang­zeit­ma­nage­ment haben vie­le Hun­de eine gute lang­fris­ti­ge Lebens­qua­li­tät.

Absi­che­rung vor der Dia­gno­se, nicht erst nach der ers­ten Vor­der­hand­lahm­heit

Ver­si­che­rung und Kos­ten­über­nah­me bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie: wel­che Tari­fe bei ED wirk­lich tra­gen

Bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie reicht ein klei­ner OP-Schutz oft nicht aus. In der Pra­xis star­tet ED häu­fig mit ortho­pä­di­scher Unter­su­chung, meh­re­ren Rönt­gen­auf­nah­men, nicht sel­ten einem CT, Schmerz­mit­teln, Ver­laufs­kon­trol­len und je nach Befund einer Arthro­sko­pie oder ande­ren Ope­ra­ti­on. Genau des­halb geht es bei die­ser Erkran­kung nicht nur um die gro­ße OP-Rech­nung, son­dern um eine gan­ze Behand­lungs­ket­te.

Gera­de bei Labra­dor Retrie­ver, Gol­den Retrie­ver, Ber­ner Sen­nen­hund, Rott­wei­ler oder Deut­schem Schä­fer­hund ist ED mehr als ein Rand­the­ma. Für sol­che Ras­sen passt meist eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung bes­ser als eine rei­ne Hun­de-OP-Ver­si­che­rung, weil sie nicht nur not­wen­di­ge Ope­ra­tio­nen, son­dern auch all­ge­mei­ne Behand­lun­gen, Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te und je nach Tarif wei­te­re Leis­tun­gen abdeckt. In unse­rem Ver­gleich ist die Han­se­Mer­kur Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung der Test­sie­ger, weil sie den brei­te­ren Schutz für die­sen typi­schen ED-Ver­lauf bie­tet. Die Cle­os Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung ist unser Preis-Leis­tungs­sie­ger, weil sie Heil­be­hand­lun­gen und OP-Kos­ten in einem guten Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis anbie­tet. Für ED ist das stark, weil die Rech­nung oft nicht an einem Tag ent­steht, son­dern in Etap­pen.

Die Hun­de-OP-Ver­si­che­rung ist bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie die schlan­ke­re Lösung. Sie hilft, wenn es um Arthro­sko­pie, offe­ne OP, Endo­sko­pie, Kli­nik­auf­ent­halt und OP-Nach­sor­ge geht. Der Haken liegt im Klein­ge­druck­ten: Vie­le ED-Fäl­le begin­nen lan­ge vor dem Ein­griff mit Bild­ge­bung, Lahm­heits­ab­klä­rung und Schmerz­the­ra­pie. Genau die­se Brei­te bekom­men Sie in einer OP-Ver­si­che­rung nicht so voll­stän­dig wie in einer Kran­ken­ver­si­che­rung.

Der größ­te Fall­strick ist der Zeit­punkt des Abschlus­ses. Ver­si­che­rungs­schutz bei ED funk­tio­niert nur, wenn der Ver­trag vor den ers­ten kli­nisch rele­van­ten Sym­pto­men besteht. Bei der Han­se­Mer­kur wird für beson­de­re Dia­gno­sen wie Ellen­bo­gen­ge­lenks­dys­pla­sie, IPA oder FPC nur geleis­tet, wenn der erst­ma­li­ge Zeit­punkt kli­nisch rele­van­ter Sym­pto­me oder die Dia­gno­se nach Ver­si­che­rungs­be­ginn liegt. Cle­os schließt bekann­te Krank­hei­ten und Fäl­le aus, die bei Abschluss bekannt waren oder vor Ablauf der War­te­zeit auf­tre­ten. Für Hal­ter eines jun­gen Hun­des aus einer ED-Ras­se heißt das ganz klar: erst absi­chern, dann hof­fen, dass nichts kommt. Wer erst nach Vor­der­hand­lahm­heit, CT-Ter­min oder ers­ter Dia­gno­se abschließt, kommt häu­fig zu spät.

Mann sitzt mit Golden Retriever im Wohnzimmer, der Halskrause und bandagiertes Bein trägt, neben Laptop mit Versicherungsvergleich
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung mit Vor­er­kran­kung

Bei einer bereits bekann­ten Vor­er­kran­kung wie Ellen­bo­gen­dys­pla­sie wird es deut­lich schwie­ri­ger. Vie­le Ver­si­che­rer schlie­ßen die betrof­fe­ne Vor­der­glied­ma­ße aus, ver­lan­gen Zuschlä­ge oder leh­nen den Antrag ab. Beson­ders hei­kel wird es, wenn schon Sym­pto­me, Rönt­gen­be­fun­de oder eine OP-Emp­feh­lung im Raum ste­hen. Für ED gilt des­halb: Je frü­her Sie abschlie­ßen, des­to grö­ßer ist die Chan­ce auf ech­ten Schutz.

Frau gibt ihrem Hund im Wohnzimmer ein High-Five – Symbolbild für Vertrauen und Schutz durch eine Hundunfallversicherung.
Hun­de-Unfall-OP-Ver­si­che­rung

Eine Unfall-OP-Ver­si­che­rung ist sinn­voll, wenn Sie vor allem plötz­li­che OP-Kos­ten nach einem Unfall abfe­dern möch­ten. Für Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist sie aber kei­ne voll­stän­di­ge Lösung, weil ED eine Ent­wick­lungs­stö­rung und kei­ne klas­si­sche Unfall­ver­let­zung ist. Sie hilft also nicht auto­ma­tisch bei der typi­schen Dia­gnos­tik und den schritt­wei­sen Behand­lungs­kos­ten die­ser Erkran­kung. Für ED bleibt sie eher Ergän­zung als Haupt­schutz.

Frau recherchiert mit ihrem Hund gemeinsam am Laptop – sie informiert sich über die beste Hundekrankenversicherung.
Bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Die bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung für Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist nicht pau­schal der teu­ers­te Tarif. Ent­schei­dend sind Schutz für Dia­gnos­tik, CT, Arthro­sko­pie, Medi­ka­men­te, Nach­be­hand­lung, War­te­zei­ten und die Fra­ge, ob beson­de­re ortho­pä­di­sche Dia­gno­sen sau­ber mit­ver­si­chert sind. Für ED lohnt sich ein Tarif dann, wenn er nicht nur den Ein­griff bezahlt, son­dern auch den lan­gen Weg davor und danach.

Zusam­men­fas­sung

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ist kein Baga­tell­pro­blem, son­dern eine frü­he Gelenk­er­kran­kung mit ech­tem Lang­zeit­ri­si­ko. Wer wie­der­keh­ren­de Vor­der­hand­lahm­heit, Steif­heit nach Ruhe­pha­sen oder Belas­tungs­ver­mei­dung bei einem jun­gen gro­ßen Hund sieht, soll­te den Ellen­bo­gen gezielt ortho­pä­disch abklä­ren las­sen. Der ent­schei­den­de Hebel ist der Zeit­punkt: Je frü­her die Ursa­che sau­ber dia­gnos­ti­ziert und behan­delt wird, des­to bes­ser las­sen sich Schmer­zen, Funk­ti­ons­ver­lust und die spä­te­re Arthro­se brem­sen.

Heil­bar ist Ellen­bo­gen­dys­pla­sie in der Regel nicht, aber oft gut beherrsch­bar. Leich­te­re oder frü­he Ver­läu­fe pro­fi­tie­ren häu­fig von Gewichts­ma­nage­ment, ange­pass­ter Bewe­gung, NSAIDs und Phy­sio­the­ra­pie. Bei mecha­ni­schen Defek­ten, frei­en Frag­men­ten oder anhal­ten­der Lahm­heit ist eine chir­ur­gi­sche Behand­lung oft der sinn­vol­le­re Weg. Auch nach einer erfolg­rei­chen OP bleibt der Ellen­bo­gen ein Gelenk, das lang­fris­tig geführt wer­den muss, weil bestehen­de Arthro­se meist lang­sam wei­ter fort­schrei­tet.

Für Hal­ter zählt des­halb ein rea­lis­ti­scher Plan statt fal­scher Hoff­nung auf eine Ein­mal-Lösung. Gute Ent­schei­dun­gen bestehen hier aus drei Punk­ten: früh dia­gnos­ti­zie­ren, die The­ra­pie am tat­säch­li­chen Defekt aus­rich­ten und den Ver­si­che­rungs­schutz recht­zei­tig vor der Dia­gno­se sichern. Genau das trennt eine kon­trol­lier­ba­re ortho­pä­di­sche Bau­stel­le von einem dau­er­haft schmerz­haf­ten und finan­zi­ell teu­ren Ver­lauf.

4 wei­te­re Fra­gen zur Ellen­bo­gen­dys­pla­sie

Wann ist eine OP bei Ellen­bo­gen­dys­pla­sie prak­tisch alter­na­tiv­los?

Prak­tisch alter­na­tiv­los wird eine OP, wenn mecha­ni­sche Läsio­nen den Schmerz antrei­ben und kon­ser­va­ti­ve Maß­nah­men den Hund nicht aus­rei­chend ent­las­ten.
Das betrifft vor allem freie Frag­men­te, UAP, deut­li­che Gelen­k­in­kon­gru­enz, medi­al com­part­ment dise­a­se oder Hun­de, die trotz sau­be­rem Schmerz­ma­nage­ment wei­ter lah­men und Belas­tung mei­den. Bei sym­pto­ma­ti­schen Hun­den wird eine chir­ur­gi­sche Abklä­rung mit CT und Arthro­sko­pie oft früh emp­foh­len, weil genau dort die Ursa­che direkt sicht­bar und häu­fig auch behan­del­bar ist.

Ja, das kann ver­si­chert sein, aber nur tarif­ab­hän­gig.
Im Markt gibt es Hun­de­kran­ken­ver­si­che­run­gen, die Dia­gno­se und The­ra­pie inklu­si­ve Medi­ka­men­te sowie begrenz­te Phy­sio­the­ra­pie ein­schlie­ßen, und OP-Ver­si­che­run­gen, die Rönt­gen, CT, MRT, Nach­sor­ge und Phy­sio­the­ra­pie nur in einem defi­nier­ten Zeit­fens­ter rund um die Ope­ra­ti­on über­neh­men. Der gro­ße Fall­strick sind War­te­zei­ten und Vor­er­kran­kun­gen: Für Krank­hei­ten und Fehl­ent­wick­lun­gen gel­ten je nach Tarif War­te­zei­ten, und bekann­te Vor­er­kran­kun­gen sind regel­mä­ßig aus­ge­schlos­sen.

Beson­ders häu­fig betrof­fen sind Rott­wei­ler, Labra­dor Retrie­ver, Deut­scher Schä­fer­hund, Gol­den Retrie­ver und Chow Chow.
Ins­ge­samt trifft ED vor allem gro­ße und schnell wach­sen­de Hun­de, prin­zi­pi­ell kann aber jede Ras­se betrof­fen sein. Bei Labra­do­ren und Ber­ner Sen­nen­hun­den wird auch die Gelen­k­in­kon­gru­enz beson­ders häu­fig beschrie­ben. Für Hal­ter sol­cher Ras­sen heißt das: Vor­der­hand­lahm­heit im Wachs­tum gehört früh auf die ortho­pä­di­sche Lis­te

Nach einer Arthro­sko­pie belas­ten vie­le Hun­de die Glied­ma­ße früh wie­der, die struk­tu­rier­te Reha­bi­li­ta­ti­on dau­ert aber meist meh­re­re Wochen.
Nach­sor­ge­plä­ne aus Kli­ni­ken sehen häu­fig Wund­kon­trol­le nach 1 bis 2 Tagen, stren­ge Ruhig­hal­tung über etwa 4 Wochen oder einen gestuf­ten Reha-Plan über meh­re­re Wochen bis 12 Wochen vor. Phy­sio­the­ra­pie star­tet oft früh, teils schon in der ers­ten Woche, weil sie Beweg­lich­keit, Mus­kel­auf­bau und Hei­lungs­ver­lauf unter­stützt. Der ent­schei­den­de Punkt ist die Balan­ce: zu frü­he Belas­tung scha­det, zu lan­ge Ruhig­stel­lung eben­falls.

Ras­sen mit erhöh­tem ED-Risi­ko gezielt im Blick behal­ten

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie und betrof­fe­ne Hun­de­ras­sen: bei die­sen Ras­sen lohnt sich frü­hes Hin­schau­en beson­ders

Ellen­bo­gen­dys­pla­sie betrifft vor allem grö­ße­re und schnell wach­sen­de Hun­de mit gene­ti­scher Ver­an­la­gung. Für die inter­ne Ver­lin­kung sind Ras­sen sinn­voll, bei denen Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beson­ders häu­fig vor­kommt und bei denen frü­he Lahm­heit, Belas­tungs­pro­ble­me und spä­te­re Arthro­se im All­tag eine gro­ße Rol­le spie­len.

Brauner Labrador Retriever Welpe liegt auf einem Baumstamm im Grünen
Labra­dor Retrie­ver

Der Labra­dor Retrie­ver gehört klar zu den Ras­sen, bei denen Ellen­bo­gen­dys­pla­sie regel­mä­ßig The­ma ist. Gera­de im Wachs­tum fal­len Labra­do­re oft zuerst durch Vor­der­hand­lahm­heit nach Belas­tung, Steif­heit nach Ruhe­pha­sen oder einen vor­sich­ti­ge­ren Bewe­gungs­ab­lauf auf. Weil Labra­do­re zudem zu schnel­ler Gewichts­zu­nah­me nei­gen kön­nen, steigt der Druck auf das ohne­hin emp­find­li­che Ellen­bo­gen­ge­lenk zusätz­lich.

Rottweiler liegt entspannt auf einer grünen Wiese und schaut mit offenem Maul freundlich in die Kamera
Rott­wei­ler

Beim Rott­wei­ler ist der Zusam­men­hang mit Ellen­bo­gen­dys­pla­sie beson­ders stark. Die Ras­se wird in Fach­quel­len immer wie­der unter den Hun­den mit hoher Prä­va­lenz genannt, und der kräf­ti­ge Kör­per­bau sorgt dafür, dass Fehl­be­las­tun­gen im Ellen­bo­gen oft schnell kli­nisch rele­vant wer­den. Wenn ein jun­ger Rott­wei­ler vor­ne lahmt oder den Ellen­bo­gen leicht vom Kör­per weg hält, gehört ED früh in die Abklä­rung.

Deutscher Schäferhund springt dynamisch über eine Wiese im Morgenlicht
Deut­scher Schä­fer­hund

Auch der Deut­sche Schä­fer­hund ist eng mit dem The­ma Ellen­bo­gen­dys­pla­sie ver­knüpft. Bei die­ser Ras­se wer­den ortho­pä­di­sche Ent­wick­lungs­stö­run­gen beson­ders auf­merk­sam beob­ach­tet, weil schon klei­ne Abwei­chun­gen im Gang­bild spä­ter spür­ba­re Fol­gen für Belast­bar­keit und All­tag haben kön­nen. Für Hal­ter ist des­halb ent­schei­dend, Vor­der­hand­pro­ble­me nicht als Wachs­tums­pha­se abzu­tun, son­dern früh ortho­pä­disch prü­fen zu las­sen.

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