Lebershunt beim Hund erken­nen: Sym­pto­me, Dia­gnos­tik und Behand­lung

Wenn Ihr Hund schlecht wächst, nach dem Fres­sen auf­fäl­lig wird oder neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me zeigt, brau­chen Sie schnel­le Klar­heit zu Ursa­che, OP und Kos­ten.

Tierarzt untersucht den Bauch eines kleinen Hundes auf dem Behandlungstisch, während eine Helferin das Ultraschallgerät bereithält

War­um ein Lebershunt beim Hund oft spät erkannt wird und trotz­dem schnell abge­klärt wer­den muss

Ein Lebershunt beim Hund wirkt am Anfang oft nicht wie ein kla­res Leber­pro­blem. Vie­le Hal­ter erle­ben eher ein Bün­del aus merk­wür­di­gen Ein­zel­zei­chen: Der Hund bleibt klein, nimmt schlecht zu, wirkt nach dem Fres­sen benom­men, starrt ins Lee­re, läuft unsi­cher, drückt den Kopf gegen Gegen­stän­de oder bekommt sogar Krampf­an­fäl­le. Dazu kom­men je nach Ver­lauf Erbre­chen, Durch­fall, ver­mehr­tes Trin­ken, häu­fi­ges Was­ser­las­sen oder Harn­stei­ne. Genau die­se Mischung macht die Erkran­kung so tückisch. Medi­zi­nisch steckt dahin­ter meist ein por­to­sys­te­mi­scher Shunt, also eine Gefäß­fehl­bil­dung, durch die Blut an der Leber vor­bei­fließt. Die Leber wird dadurch schlech­ter durch­blu­tet, bleibt oft zu klein und kann Gift­stof­fe nicht so ver­ar­bei­ten, wie sie es soll­te. Gera­de jun­ge Hun­de und vor allem klei­ne Ras­sen fal­len dadurch oft früh auf, gro­ße Ras­sen eher mit ande­ren Shunt-For­men.

Für Hal­ter ist das nicht nur medi­zi­nisch belas­tend, son­dern schnell auch ein Kos­ten­the­ma. Die Rech­nung ent­steht sel­ten durch einen ein­zel­nen Ter­min. Häu­fig sum­mie­ren sich All­ge­mein­un­ter­su­chung, Blut­pro­ben­ent­nah­me, klei­nes oder gro­ßes Blut­bild, Gal­len­säu­ren-Test, Urin­un­ter­su­chung, Ultra­schall, bei unkla­rer Ana­to­mie oder OP-Pla­nung ein CT und im nächs­ten Schritt Nar­ko­se, Ope­ra­ti­on, sta­tio­nä­re Über­wa­chung, Nach­kon­trol­len und Spe­zi­al­fut­ter. Nach GOT beginnt schon die all­ge­mei­ne Unter­su­chung beim Hund bei 23,62 Euro, die venö­se Blut­pro­ben­ent­nah­me bei 10,26 Euro, ein klei­nes Blut­bild bei 20,80 Euro, ein CT eines Kör­per­teils bei 350,00 Euro und die Ope­ra­ti­on eines por­to­sys­te­mi­schen Shunts bei 290,01 Euro im ein­fa­chen Satz. Dazu kom­men Medi­ka­men­te, Mate­ri­al, Umsatz­steu­er und je nach Auf­wand der bis zu drei­fa­che Satz. Aus Sicht einer sau­be­ren Absi­che­rung zählt des­halb nicht nur, ob eine Poli­ce „Leber“ mit­ver­si­chert, son­dern ob Dia­gnos­tik, CT, OP und Nach­sor­ge wirk­lich erfasst sind und ob der Ver­trag schon vor der Dia­gno­se bestand.

Inhalts­ver­zeich­nis

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Ein Lebershunt ist meist ange­bo­ren und ent­steht nicht durch Fut­ter­feh­ler oder Hal­tung

Ursa­chen: Wie ein Lebershunt beim Hund ent­steht

Ein Lebershunt ist eine por­to­sys­te­mi­sche Gefäß­fehl­ver­bin­dung, bei der Blut aus Magen, Darm, Milz und Bauch­spei­chel­drü­se die Leber umgeht und direkt in den gro­ßen Kör­per­kreis­lauf gelangt. Der Kern des Pro­blems ist also nicht zuerst die Leber­zel­le, son­dern die fal­sche Blut­füh­rung. Die Leber bekommt zu wenig por­tal­ve­nö­ses Blut, bleibt oft zu klein und kann Ammo­ni­ak, Gal­len­säu­ren und ande­re Stoff­wech­sel­pro­duk­te schlech­ter ver­ar­bei­ten. Genau dar­aus ent­ste­hen spä­ter die typi­schen neu­ro­lo­gi­schen, gas­tro­in­testi­na­len und uro­lo­gi­schen Pro­ble­me.

Die häu­figs­te Form beim Hund ist der ange­bo­re­ne por­to­sys­te­mi­sche Shunt. Bio­lo­gisch gibt es zwei Haupt­we­ge, wie er ent­steht. Ers­tens kann sich der Duc­tus veno­sus, eine nor­ma­le feta­le Kurz­schluss­ver­bin­dung, nach der Geburt nicht rich­tig ver­schlie­ßen. Dann bleibt eine intra­he­pa­ti­sche Shunt­ver­bin­dung bestehen. Zwei­tens kann sich außer­halb der Leber ein abnor­mes Gefäß ent­wi­ckeln oder offen blei­ben, obwohl der Duc­tus veno­sus kor­rekt schließt. Dann liegt meist ein extra­he­pa­ti­scher Shunt vor. Extra­he­pa­ti­sche Shunts sieht man deut­lich häu­fi­ger bei klei­nen und Toy-Ras­sen, intra­he­pa­ti­sche eher bei gro­ßen Hun­den. Typi­sche Prä­dis­po­si­tio­nen sind bei klei­nen Hun­den etwa York­shire Ter­ri­er, Mal­te­ser, Pug, Cairn Ter­ri­er, Hava­ne­ser oder Zwerg­schnau­zer; bei gro­ßen Ras­sen fal­len unter ande­rem Irish Wolf­hound, Labra­dor Retrie­ver, Gol­den Retrie­ver, Aus­tra­li­an Catt­le Dog und Old Eng­lish Sheep­dog auf.

Ein Lebershunt ist in vie­len Fäl­len kei­ne zufäl­li­ge Lau­ne der Natur, son­dern Teil einer erb­li­chen Gefäß­fehl­ent­wick­lung. Für extra­he­pa­ti­sche und intra­he­pa­ti­sche por­to­sys­te­mi­sche Anoma­lien sind Ras­se­häu­fun­gen gut belegt, ohne dass bis­her ein ein­zel­nes „Shunt-Gen“ fest­steht. Dane­ben gibt es die Mikro­vas­ku­lä­re Dys­pla­sie bezie­hungs­wei­se por­ta­le Venen­hy­po­per­fu­si­on. Dabei sind vor allem die klei­nen intra­he­pa­ti­schen Pfort­ader­äs­te fehl­ent­wi­ckelt. Das ist kein klas­si­scher gro­ßer Ein­zelshunt, kann aber ähn­li­che Labor­ver­än­de­run­gen und teil­wei­se ähn­li­che Sym­pto­me machen oder zusam­men mit makro­sko­pi­schen Shunts vor­kom­men. Beson­ders bei klei­nen Ter­ri­er-Typen scheint hier ein poly­ge­nes Mus­ter mit­zu­spie­len. Für die Pra­xis heißt das: Nicht jeder Hund mit ver­däch­ti­gen Gal­len­säu­ren hat den­sel­ben Gefäß­feh­ler, und nicht jede Leber­un­ter­ver­sor­gung ist mit einer ein­zi­gen OP erle­digt.

Das Alter hilft bei der Ein­ord­nung, erklärt die Ursa­che aber nicht allein. Ange­bo­re­ne Shunts bestehen von Geburt an, fal­len aber oft erst im Wel­pen­al­ter oder bei jun­gen Hun­den auf, wenn Wachs­tum, Mus­kel­auf­bau und Gehirn­stoff­wech­sel stär­ker gefor­dert wer­den. Man­che Tie­re zei­gen die ers­ten kla­ren Epi­so­den erst nach eiweiß­rei­chen Mahl­zei­ten, nach Nar­ko­sen oder spä­ter über Harn­pro­ble­me mit Ammo­ni­um­bi­urat­stei­nen. Erwor­be­ne Shunts sind etwas ande­res: Sie ent­ste­hen meist sekun­där zu por­ta­ler Hyper­ten­si­on, also erhöh­tem Druck im Pfort­ader­sys­tem, etwa durch chro­ni­sche Leber­er­kran­kung, Fibro­se, rege­ne­ra­ti­ve Kno­ten, Throm­bo­sen oder ande­re Abfluss­stö­run­gen. Die­se erwor­be­nen Shunts sind oft mehr­fach vor­han­den und gel­ten als Umge­hungs­kreis­läu­fe des Kör­pers. Umwelt­fak­to­ren wie All­tags­stress, nor­ma­le Bewe­gung oder ein fal­sches Fut­ter lösen einen ange­bo­re­nen Lebershunt nicht aus. Sie kön­nen höchs­tens beein­flus­sen, wann Sym­pto­me sicht­bar wer­den oder wie stark ein bereits bestehen­der Shunt kli­nisch auf­fällt.

Vie­le Hun­de wir­ken zuerst nur „anders“ und genau das macht den Lebershunt so gefähr­lich

Anzei­chen und Sym­pto­me: Wor­an Sie einen Lebershunt früh erken­nen kön­nen

Ein Lebershunt zeigt sich oft nicht mit einem ein­zi­gen kla­ren Leit­sym­ptom, son­dern mit einer auf­fäl­li­gen Mischung aus Entwicklungs‑, Ver­dau­ungs- und Ner­ven­sym­pto­men. Vie­le betrof­fe­ne Hun­de blei­ben für ihr Alter zu klein, bau­en wenig Mus­ku­la­tur auf, wir­ken schnel­ler erschöpft oder neh­men trotz Fut­ter schlech­ter zu als Wurf­ge­schwis­ter oder ver­gleich­ba­re Hun­de. Dazu kom­men häu­fig Erbre­chen, Durch­fall, wech­seln­der Appe­tit, ver­mehr­tes Trin­ken und häu­fi­ge­res Was­ser­las­sen. Gera­de die­se Kom­bi­na­ti­on wird im All­tag oft zu lan­ge als „emp­find­li­cher Magen“, „spä­ter Ent­wick­ler“ oder „etwas sen­si­bler Hund“ abge­tan.

Neu­ro­lo­gi­sche Auf­fäl­lig­kei­ten sind beim Lebershunt beson­ders typisch und oft der ent­schei­den­de Hin­weis. Gemeint sind hepa­ti­sche Enze­pha­lo­pa­thie, also Gehirn­sym­pto­me durch unzu­rei­chend ent­gif­te­tes Blut, mit Zei­chen wie ins Lee­re star­ren, Des­ori­en­tie­rung, Krei­seln, Kopf­pres­sen, unsi­che­rem Gang, Zit­tern, plötz­li­cher Benom­men­heit, zeit­wei­ser Blind­heit oder Krampf­an­fäl­len. Die­se Epi­so­den kön­nen kom­men und gehen, was vie­le Hal­ter zusätz­lich ver­un­si­chert. Ein wich­ti­ger Früh­hin­weis ist nicht nur der gro­ße Anfall, son­dern der klei­ne Ver­hal­tens­wech­sel davor: Ihr Hund wirkt für Minu­ten oder Stun­den abwe­send, reagiert lang­sa­mer, läuft ziel­los, sucht dunk­le Ecken oder wirkt nach dem Auf­ste­hen plötz­lich „neben sich“.

Der Zeit­punkt der Beschwer­den hilft bei der Früh­erken­nung enorm. Vie­le Sym­pto­me ver­schlech­tern sich nach dem Fres­sen, vor allem nach eiweiß­rei­che­ren Mahl­zei­ten, weil dann mehr Stoff­wech­sel­pro­duk­te wie Ammo­ni­ak anfal­len, die wegen des Shunts nicht aus­rei­chend über die Leber ver­ar­bei­tet wer­den. Genau des­halb soll­ten Sie hell­hö­rig wer­den, wenn Ihr Hund kurz nach dem Fres­sen auf­fäl­lig ruhig, tau­me­lig, unru­hig, ori­en­tie­rungs­los oder spei­che­lig wirkt. Eben­falls ver­däch­tig ist eine unge­wöhn­lich lan­ge oder schlech­te Erho­lung nach Seda­ti­on oder Nar­ko­se. Sol­che Mus­ter sind kei­ne Neben­sa­che, son­dern ein ech­ter dia­gnos­ti­scher Fin­ger­zeig.

Harn­pro­ble­me und schlei­chen­de All­tags­ver­än­de­run­gen wer­den bei die­ser Erkran­kung beson­ders oft über­se­hen. Ein Lebershunt kann mit Ammo­ni­um­bi­urat­stei­nen, wie­der­keh­ren­den Harn­wegs­pro­ble­men, Pres­sen beim Urin­ab­satz oder Blut im Urin ein­her­ge­hen. Man­che Hun­de fal­len des­halb nicht zuerst neu­ro­lo­gisch, son­dern uro­lo­gisch auf. Ande­re wir­ken ein­fach dau­er­haft ruhi­ger, weni­ger belast­bar oder „komisch erwach­sen“ für ihr jun­ges Alter. Genau die­se lei­sen Signa­le sind im All­tag wert­voll: klei­ner Wuchs, mage­rer Mus­kel­sta­tus, wech­sel­haf­te Ver­dau­ung, Epi­so­den nach dem Fres­sen und merk­wür­di­ge neu­ro­lo­gi­sche Momen­te gehö­ren zusam­men und soll­ten als Gesamt­bild gedacht wer­den, nicht als fünf ein­zel­ne Bau­stel­len.

Beim Lebershunt ent­schei­det nicht nur die Dia­gno­se

The­ra­pie und Behand­lung: Wel­che Wege es gibt und was finan­zi­ell dahin­ter­steht

Die Behand­lung eines Lebershunts zielt dar­auf ab, die Fehl­ver­bin­dung im Gefäß­sys­tem zu kon­trol­lie­ren oder zu kor­ri­gie­ren und die hepa­ti­sche Enze­pha­lo­pa­thie zu sta­bi­li­sie­ren. Rei­ne Sym­ptom­be­hand­lung reicht auf Dau­er oft nicht aus, weil der eigent­li­che Kurz­schluss im Blut­fluss bestehen bleibt. Bei ange­bo­re­nen Ein­zelshunts gilt die Shunt-Atte­nua­ti­on, also das geziel­te ope­ra­ti­ve oder inter­ven­tio­nel­le Ein­engen bezie­hungs­wei­se Ver­schlie­ßen des Shunts, in der Regel als The­ra­pie der Wahl.

Medi­zi­ni­sches Manage­ment ist meist der ers­te Schritt vor der OP oder die Dau­er­lö­sung, wenn ein Ein­griff nicht mög­lich ist. Dazu gehö­ren eine gut ver­dau­li­che Leber­di­ät, Lac­tu­lo­se zur Reduk­ti­on von Ammo­ni­ak im Darm und je nach Ver­lauf Anti­bio­ti­ka, um die Bil­dung ence­pha­lo­pa­thi­scher Toxi­ne im Magen-Darm-Trakt zu sen­ken. Die­se Behand­lung kann neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me, Magen-Darm-Beschwer­den und Harn­pro­ble­me deut­lich bes­sern, besei­tigt aber die Gefäß­fehl­bil­dung nicht. Genau hier liegt ein häu­fi­ger Denk­feh­ler: Der Hund kann unter Medi­ka­men­ten sta­bi­ler wir­ken, obwohl die Grund­er­kran­kung wei­ter besteht. Phy­sio­the­ra­pie ist beim Lebershunt kein Stan­dard­bau­stein der The­ra­pie. Der Schwer­punkt liegt auf Stoff­wech­sel­kon­trol­le, Ernäh­rung, Nar­ko­se­ma­nage­ment und, wenn mög­lich, Shunt-Kor­rek­tur.

Ope­ra­ti­ve und inter­ven­tio­nel­le Ver­fah­ren sind der ent­schei­den­de Hebel für die Lang­zeit­pro­gno­se. Bei extra­he­pa­ti­schen Shunts kom­men offen chir­ur­gi­sche Tech­ni­ken wie Ame­ro­id Ring Con­stric­tor, Thin Film Ban­ding, par­ti­el­le oder kom­plet­te Liga­tur infra­ge. Bei intra­he­pa­ti­schen Shunts wird in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren auch die per­ku­ta­ne trans­ve­nö­se Coil-Embo­li­sa­ti­on ein­ge­setzt. Für Hun­de mit ange­bo­re­nem Ein­zelshunt ist die Lang­zeit­pro­gno­se nach erfolg­rei­cher Atte­nua­ti­on meist gut bis sehr gut, wäh­rend rei­ne Dau­er­the­ra­pie zwar Über­le­ben ermög­li­chen kann, im Mit­tel aber schwä­cher abschnei­det. Zu den rele­van­ten Lang­zeit­fol­gen gehö­ren post­ope­ra­ti­ve Krampf­an­fäl­le, fort­be­stehen­de oder wie­der­keh­ren­de kli­ni­sche Sym­pto­me und Resi­du­alshunts. Gera­de des­halb braucht ein Hund nach der OP nicht nur Scho­nung, son­dern struk­tu­rier­te Nach­kon­trol­len mit Leber­wer­ten, Gal­len­säu­ren und Bild­ge­bung.

Die Kos­ten­ket­te beginnt lan­ge vor dem OP-Tag. Nach GOT kos­tet die all­ge­mei­ne Unter­su­chung beim Hund im ein­fa­chen Satz 23,62 Euro, die venö­se Blut­pro­ben­ent­nah­me 10,26 Euro, eine CT-Unter­su­chung eines Kör­per­teils 350,00 Euro und die Ope­ra­ti­on eines por­to­sys­te­mi­schen Shunts 290,01 Euro. Dazu kom­men je nach Fall Seda­ti­on mit 19,78 Euro, Injek­ti­ons­nar­ko­se mit 23,44 bis 24,19 Euro oder Inha­la­ti­ons­nar­ko­se mit 61,57 Euro, das Legen eines peri­phe­ren Venen­ka­the­ters mit 14,62 Euro, eine Infu­si­on per Schwer­kraft mit 42,00 Euro oder per Infu­so­mat mit 70,92 Euro sowie die sta­tio­nä­re Unter­brin­gung des Hun­des mit 19,08 Euro pro Tag, jeweils ohne Umsatz­steu­er, Medi­ka­men­te, Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und wei­te­re Dia­gnos­tik. Die in der GOT genann­ten Beträ­ge sind der ein­fa­che Satz. Abge­rech­net wer­den darf grund­sätz­lich vom Ein­fa­chen bis zum Drei­fa­chen, abhän­gig von Auf­wand, Schwie­rig­keit und Zeit­punkt der Leis­tung. Genau des­halb lie­gen die rea­len Gesamt­kos­ten bei Lebershunt-Fäl­len oft deut­lich höher als die nack­te OP-Zif­fer ver­mu­ten lässt.

Ein Lebershunt lässt sich meist nicht ver­hin­dern, aber Kri­sen, Fehl­deu­tun­gen und spä­te Dia­gno­sen oft schon

Vor­sor­ge und Prä­ven­ti­on: Wie Sie Risi­ko und Belas­tung im All­tag sen­ken

Die wich­tigs­te Wahr­heit vor­weg: Einen ange­bo­re­nen Lebershunt ver­hin­dern Sie nicht durch Fut­ter, Bewe­gung oder bes­se­re Hal­tung. Die eigent­li­che Fehl­bil­dung ist von Geburt an vor­han­den. Prä­ven­ti­on bedeu­tet bei die­sem Krank­heits­bild des­halb vor allem drei Din­ge: betrof­fe­ne Lini­en züch­te­risch ernst neh­men, Warn­zei­chen früh abklä­ren und den All­tag so füh­ren, dass hepa­ti­sche Enze­pha­lo­pa­thie, Harn­pro­ble­me und unnö­ti­ge Rück­fäl­le sel­te­ner wer­den.

Die ech­te Vor­beu­gung beginnt vor dem All­tag, näm­lich in der Zucht.
Hun­de mit ange­bo­re­nen por­to­sys­te­mi­schen Shunts gel­ten als erb­lich belas­tet, und betrof­fe­ne Tie­re soll­ten nicht zur Zucht ein­ge­setzt wer­den. Für Hal­ter heißt das prak­tisch: Wenn ein Wel­pe aus einer vor­be­las­te­ten Linie stammt, auf­fäl­lig klein bleibt, schlecht Mus­ku­la­tur auf­baut oder nach dem Fres­sen neu­ro­lo­gisch „weg­kippt“, soll­te ein Lebershunt früh mit­ge­dacht wer­den und nicht erst nach Mona­ten dif­fu­ser Beschwer­den. Gera­de bei prä­dis­po­nier­ten klei­nen Ras­sen und eini­gen gro­ßen Ras­sen lohnt sich die­se nied­ri­ge Schwel­le zur Abklä­rung.

Die sinn­volls­te All­tags­prä­ven­ti­on ist Stoff­wech­sel­ru­he statt Fut­ter-Expe­ri­men­te.
Bei Hun­den mit gesi­cher­tem Lebershunt oder star­kem Ver­dacht zählt eine gut ver­träg­li­che, leber­ge­eig­ne­te Ernäh­rung mehr als Inter­net-Tipps zu „natür­li­cher Ent­gif­tung“. Sol­che Hun­de pro­fi­tie­ren von einer tier­ärzt­lich geführ­ten Diät, ver­läss­li­chen Füt­te­rungs­rou­ti­nen, sau­be­rer Medi­ka­men­ten­ga­be und guter Trink­was­ser­auf­nah­me. Gro­ße unge­plan­te Eiweiß­bom­ben, wil­de Lecker­li-Wech­sel und Pha­sen mit schlech­tem Fres­sen kön­nen Pro­ble­me ver­stär­ken, weil gera­de der Stoff­wech­sel nach dem Fres­sen kli­ni­sche Epi­so­den trig­gern kann.

Kon­trol­len sind bei die­ser Erkran­kung Teil der Prä­ven­ti­on und kei­ne Neben­sa­che.
Vor einer Ope­ra­ti­on hel­fen Ver­laufs­kon­trol­len dabei, Gewicht, Appe­tit, neu­ro­lo­gi­sche Auf­fäl­lig­kei­ten, Urin­ab­satz und die Wir­kung von Lac­tu­lo­se oder Diät sau­ber zu beur­tei­len. Nach einer Shunt-OP gehö­ren wie­der­hol­te Blut­kon­trol­len fest dazu, weil sich Leber­funk­ti­on und Stoff­wech­sel­la­ge erst über Wochen bis Mona­te sta­bi­li­sie­ren. Ein oft über­se­he­ner Punkt ist die Medi­ka­men­ten­si­cher­heit: Hun­de mit Mikro­vas­ku­lä­rer Dys­pla­sie oder gestör­ter Leber­durch­blu­tung kön­nen man­che Wirk­stof­fe lang­sa­mer abbau­en, des­halb soll­ten Seda­tio­nen, Nar­ko­sen und neue Medi­ka­men­te nie neben­bei geplant wer­den.

Früh­erken­nung im All­tag gelingt über klei­ne Mus­ter, nicht nur über dra­ma­ti­sche Not­fäl­le.
Ver­däch­tig sind Epi­so­den nach dem Fres­sen, lan­ges Erho­len nach Nar­ko­sen, wech­seln­de Benom­men­heit, Kopf­pres­sen, stil­les Star­ren, uner­klär­li­che Harn­pro­ble­me oder Ura­te bezie­hungs­wei­se Ammo­ni­um­bi­urat­stei­ne. Wer die­se Zei­chen als zusam­men­hän­gen­des Bild erkennt, ver­hin­dert oft den größ­ten Feh­ler bei Lebershunt-Hun­den: dass Ver­dau­ung, Ver­hal­ten und Harn­trakt getrennt betrach­tet wer­den und die eigent­li­che Ursa­che zu spät auf­fällt.

Von ers­ten neu­ro­lo­gi­schen Auf­fäl­lig­kei­ten bis zur Fra­ge, ob CT, OP oder Dau­er­the­ra­pie nötig sind

Häu­fi­ge Fra­gen zum Lebershunt beim Hund

Ein Lebershunt ist eine abnor­me Gefäß­ver­bin­dung, bei der Blut aus dem Bauch­raum die Leber teil­wei­se oder ganz umgeht. Dadurch gelan­gen Ammo­ni­ak, Gal­len­säu­ren und ande­re Stoff­wech­sel­pro­duk­te unge­fil­tert in den Kör­per­kreis­lauf, die Leber bleibt oft zu klein und es kann zu hepa­ti­scher Enze­pha­lo­pa­thie kom­men. Ange­bo­re­ne Shunts sind meist ein­zeln und ent­we­der extra­he­pa­tisch bei klei­nen Hun­den oder intra­he­pa­tisch bei gro­ßen Hun­den; erwor­be­ne Shunts ent­ste­hen eher sekun­där bei schwe­rer Leber­er­kran­kung und sind meist mehr­fach.

Einen Lebershunt erken­nen Sie oft an einer Kom­bi­na­ti­on aus Ent­wick­lungs­stö­rung, Magen-Darm-Pro­ble­men und neu­ro­lo­gi­schen Epi­so­den. Typi­sche Früh­zei­chen sind:

  • Klein­wuchs oder schlech­tes Wachs­tum
  • wenig Mus­ku­la­tur
  • Des­ori­en­tie­rung, ins Lee­re star­ren, Krei­seln
  • Kopf­pres­sen
  • Krampf­an­fäl­le
  • Erbre­chen, Durch­fall
  • ver­mehr­tes Trin­ken oder Was­ser­las­sen
  • auf­fal­lend lan­ge Erho­lung nach einer Nar­ko­se


Beson­ders ver­däch­tig ist, wenn die­se Beschwer­den schub­wei­se auf­tre­ten oder sich nach dem Fres­sen ver­stär­ken.

Ein Lebershunt ist ein Not­fall, wenn Ihr Hund Krampf­an­fäl­le, Kopf­pres­sen, star­ke Benom­men­heit, Blind­heit, Kol­laps oder deut­li­che neu­ro­lo­gi­sche Aus­fäl­le zeigt. Sol­che Epi­so­den pas­sen zu einer ent­gleis­ten hepa­ti­schen Enze­pha­lo­pa­thie und kön­nen zusätz­lich mit Unter­zu­cke­rung, schwe­rer Stoff­wech­sel­be­las­tung oder Dehy­drat­a­ti­on zusam­men­hän­gen. Auch wie­der­hol­tes Erbre­chen mit star­ker Mat­tig­keit gehört am sel­ben Tag tier­ärzt­lich abge­klärt.

Ein Lebershunt wird sicher dia­gnos­ti­ziert, indem Labor, Leber­funk­ti­ons­tests und Bild­ge­bung zusam­men­ge­führt wer­den. Zur Basis gehö­ren meist:

  • CBC und kli­ni­sche Che­mie
  • Urin­un­ter­su­chung mit Blick auf Ammo­ni­um­bi­urat-Kris­tal­le
  • Gal­len­säu­ren-Test nüch­tern und post­pran­di­al
  • Ultra­schall mit Dopp­ler
  • je nach Fall CT, Szin­ti­gra­fie, Por­to­ve­no­gra­fie oder sel­ten MRT


Der häu­fi­ge Fall­strick ist der Gedan­ke, ein nor­ma­les Stan­dard-Blut­bild schlie­ße einen Shunt aus. Das tut es nicht. Ver­däch­ti­ge Labor­wer­te erhö­hen nur den Ver­dacht, die siche­re ana­to­mi­sche Ein­ord­nung kommt über die Bild­ge­bung.

Ultra­schall mit Dopp­ler ist ein guter ers­ter Schritt, aber für die exak­te Gefäß­dar­stel­lung und OP-Pla­nung ist CT-Angio­gra­fie oft stär­ker. In einer Ver­gleichs­stu­die lag die Sen­si­ti­vi­tät von CTA bei 96 Pro­zent gegen­über 68 Pro­zent für Ultra­schall; CTA war damit 5,5‑mal eher in der Lage, das Vor­lie­gen oder Nicht­vor­lie­gen eines Shunts kor­rekt fest­zu­stel­len. Rönt­gen kann eine klei­ne Leber andeu­ten oder in der Angio­gra­fie mit Kon­trast­mit­tel genutzt wer­den, beschreibt die Shunt-Ana­to­mie für die OP-Pla­nung aber deut­lich weni­ger prä­zi­se als CTA.

Ohne OP hilft vor allem ein kon­se­quen­tes medi­zi­ni­sches Manage­ment mit Diät, Lac­tu­lo­se und je nach Fall Anti­bio­ti­ka. Die­se Behand­lung senkt die Bil­dung und Auf­nah­me ence­pha­lo­pa­thi­scher Toxi­ne im Darm und sta­bi­li­siert Hun­de vor einer OP oder dann, wenn eine Ope­ra­ti­on nicht mög­lich ist. Bei schwer kran­ken Pati­en­ten kom­men zusätz­lich Infu­sio­nen, Ein­läu­fe und Anfalls­kon­trol­le hin­zu. Phy­sio­the­ra­pie gehört nicht zur Stan­dard­the­ra­pie eines Lebershunts, weil das Pro­blem im Gefäß­sys­tem und Stoff­wech­sel liegt, nicht im Bewe­gungs­ap­pa­rat.

Ope­riert wird in den meis­ten Fäl­len bei einem ange­bo­re­nen Ein­zelshunt, weil die Shunt-Atte­nua­ti­on die bes­te Chan­ce auf lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät bie­tet. Ver­wen­det wer­den je nach Ana­to­mie Ver­fah­ren wie Ame­ro­id Ring Con­stric­tor, Thin Film Ban­ding, par­ti­el­le oder kom­plet­te Liga­tur sowie bei bestimm­ten intra­he­pa­ti­schen Ver­läu­fen per­ku­ta­ne trans­ve­nö­se Coil-Embo­li­sa­ti­on. Erwor­be­ne mul­ti­ple Shunts wer­den in der Regel nicht ein­fach abge­bun­den, weil sie eine Fol­ge von por­ta­ler Hyper­ten­si­on sind und chir­ur­gi­sches Ver­schlie­ßen schwe­re Kom­pli­ka­tio­nen aus­lö­sen kann.

Die GOT zeigt klar, dass beim Lebershunt die Rech­nung meist schon vor der OP groß wird. Im ein­fa­chen Satz fal­len unter ande­rem an:

  • All­ge­mei­ne Unter­su­chung mit Bera­tung: 23,62 €
  • Blut­pro­ben­ent­nah­me venös: 10,26 €
  • Ultra­schall­dia­gnos­tik: 58,92 €
  • CT eines Kör­per­teils: 350,00 €
  • Seda­ti­on per injec­tion­em: 19,78 €
  • Inha­la­ti­ons­nar­ko­se Hund: 61,57 €
  • Venen­ka­the­ter peri­pher ein­le­gen: 14,62 €
  • Infu­si­on per Schwer­kraft: 42,00 €
  • Infu­si­on per Infu­so­mat: 70,92 €
  • Sta­tio­nä­re Unter­brin­gung Hund pro Tag: 19,08 €
  • Ope­ra­ti­on eines por­to­sys­te­mi­schen Shunts: 290,01 €
  • Harn­sta­tus, spe­zi­fi­sches Gewicht: 8,49 €
  • Harn­se­di­ment: 20,54 €


Die GOT ist ein Gebüh­ren­rah­men vom ein­fa­chen bis zum drei­fa­chen Satz, kei­ne Fest­preis­lis­te. Die OP-Zif­fer allein ist des­halb nie die Gesamt­rech­nung. Gera­de Bild­ge­bung, Labor­dia­gnos­tik, Nar­ko­se, Infu­si­on, Sta­tio­när­kos­ten, Medi­ka­men­te und Ver­brauchs­ma­te­ri­al machen beim Lebershunt oft den grö­ße­ren Teil aus.

Absi­che­rung vor der Dia­gno­se, nicht erst wenn die ers­ten neu­ro­lo­gi­schen oder Ver­dau­ungs­sym­pto­me da sind

Ver­si­che­rung und Kos­ten­über­nah­me bei Lebershunt: Wel­che Tari­fe hier wirk­lich tra­gen

Ein Lebershunt ist ver­si­che­rungs­tech­nisch kein klei­ner Leber­be­fund, son­dern oft ein kom­ple­xer Fall mit lan­ger Kos­ten­ket­te. Schon vor einer mög­li­chen OP ent­ste­hen häu­fig Kos­ten für All­ge­mein­un­ter­su­chung, Blut­bild, Gal­len­säu­ren-Test, Urin­un­ter­su­chung, Ultra­schall, CT, Nar­ko­se­ab­klä­rung und sta­tio­nä­re Sta­bi­li­sie­rung. Genau des­halb reicht der Blick auf die rei­ne OP-Rech­nung hier meist nicht aus.

Gera­de bei York­shire Ter­ri­er, Mal­te­ser, Hava­ne­ser, Mops, Cairn Ter­ri­er oder Zwerg­schnau­zer muss ein Lebershunt früh mit­ge­dacht wer­den, weil ange­bo­re­ne extra­he­pa­ti­sche Shunts bei klei­nen Ras­sen häu­fi­ger vor­kom­men. Bei grö­ße­ren Hun­den wie Labra­dor Retrie­ver, Gol­den Retrie­ver oder Irish Wolf­hound sieht man eher ande­re Shunt-For­men. Für sol­che Ver­läu­fe passt eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung meist deut­lich bes­ser als eine rei­ne Hun­de-OP-Ver­si­che­rung, weil sie je nach Tarif nicht nur die Ope­ra­ti­on, son­dern auch die auf­wen­di­ge Dia­gnos­tik vor dem Ein­griff, Medi­ka­men­te, sta­tio­nä­re Auf­ent­hal­te und Nach­kon­trol­len mit­tra­gen kann. Im Bereich Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung ist die Han­se­Mer­kur Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung hier der Test­sie­ger, die Cle­os Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung der Preis-Leis­tungs­sie­ger. Das ist bei Lebershunt beson­ders rele­vant, weil die hohe Rech­nung oft schon vor dem OP-Ter­min beginnt.

Die Hun­de-OP-Ver­si­che­rung ist bei Lebershunt deut­lich enger. Sie kann sinn­voll sein, wenn es tat­säch­lich zur Ope­ra­ti­on eines ange­bo­re­nen Shunts kommt. Das Pro­blem ist nur: Vie­le Kos­ten ent­ste­hen bereits davor. Gal­len­säu­ren-Test, Bild­ge­bung, wie­der­hol­te Blut­kon­trol­len, Sta­bi­li­sie­rung bei hepa­ti­scher Enze­pha­lo­pa­thie oder sta­tio­nä­re Über­wa­chung vor der OP sind genau die Punk­te, bei denen eine rei­ne OP-Poli­ce schnell zu kurz greift. Noch kla­rer ist die Gren­ze bei einer Hun­de Unfall-OP-Ver­si­che­rung. Ein Lebershunt ist kei­ne Unfall­fol­ge, son­dern meist eine ange­bo­re­ne Gefäß­fehl­bil­dung. Für die­se Erkran­kung ist ein rei­ner Unfall­schutz des­halb in der Regel kei­ne pas­sen­de Lösung.

Der größ­te Fall­strick liegt wie so oft im Zeit­punkt des Abschlus­ses. Die­se Absi­che­rung funk­tio­niert nur dann sau­ber, wenn der Ver­trag recht­zei­tig vor der Dia­gno­se besteht und kei­ne Vor­er­kran­kung oder bereits bekann­te Ver­dachts­mo­men­te im Raum ste­hen. War der Hund schon wegen schlech­tem Wachs­tum, neu­ro­lo­gi­scher Epi­so­den nach dem Fres­sen, auf­fäl­li­ger Leber­wer­te, Harn­stei­nen oder einer lau­fen­den Lebershunt-Abklä­rung beim Tier­arzt, wer­den genau sol­che Fäl­le oft aus­ge­schlos­sen oder gar nicht mehr ver­si­cher­bar. Bei jun­gen Hun­den aus belas­te­ten Ras­sen gilt des­halb Klar­text: früh absi­chern, nicht erst dann, wenn der ers­te Ultra­schall oder CT-Ter­min schon ange­setzt ist.

Mann sitzt mit Golden Retriever im Wohnzimmer, der Halskrause und bandagiertes Bein trägt, neben Laptop mit Versicherungsvergleich
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung mit Vor­er­kran­kung

Bei einem bereits dia­gnos­ti­zier­ten Lebershunt wird der Neu­ab­schluss meist schwie­rig. Vie­le Ver­si­che­rer schlie­ßen bekann­te Leber­er­kran­kun­gen, ange­bo­re­ne Gefäß­fehl­bil­dun­gen oder bereits auf­fäl­li­ge Sym­pto­me gezielt aus. Mög­lich bleibt dann oft nur Schutz für ande­re, neue Erkran­kun­gen. Vor dem Antrag zählt des­halb jedes Detail in der Gesund­heits­an­ga­be.

Frau gibt ihrem Hund im Wohnzimmer ein High-Five – Symbolbild für Vertrauen und Schutz durch eine Hundunfallversicherung.
Hun­de-Unfall-OP-Ver­si­che­rung

Eine Hun­de Unfall-OP-Ver­si­che­rung schützt vor allem bei plötz­li­chen Ope­ra­tio­nen nach einem Unfall. Für einen ange­bo­re­nen Lebershunt passt die­ses Modell meist nicht, weil weder die Ursa­che noch die typi­sche Dia­gnos­tik unfall­be­dingt sind. Wer nur die­sen Schutz hat, bleibt bei Labor, Bild­ge­bung und vie­len Vor­leis­tun­gen oft auf einem gro­ßen Teil der Kos­ten sit­zen.

Frau recherchiert mit ihrem Hund gemeinsam am Laptop – sie informiert sich über die beste Hundekrankenversicherung.
Bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Die bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung für einen mög­li­chen Lebershunt ist nicht die mit dem kleins­ten Monats­bei­trag, son­dern die mit star­ker Absi­che­rung bei Dia­gnos­tik, sta­tio­nä­rer Behand­lung, OP und Nach­sor­ge. Gera­de bei jun­gen Risi­ko­ras­sen zählt, ob auch teu­re Vor­un­ter­su­chun­gen und lan­ge Behand­lungs­we­ge sau­ber mit­ge­dacht sind. Ent­schei­dend ist nicht der Wer­be­satz, son­dern was im Ernst­fall wirk­lich bezahlt wird.

Zusam­men­fas­sung

Ein Lebershunt ist kein Befund, den man aus­sit­zen soll­te. Wenn ein jun­ger Hund schlecht wächst, nach dem Fres­sen benom­men wirkt, neu­ro­lo­gisch auf­fällt oder wie­der­holt Ver­dau­ungs- und Harn­pro­ble­me zeigt, muss die Abklä­rung früh und gezielt lau­fen. Der ent­schei­den­de Punkt ist nicht irgend­ein Leber­wert, son­dern die Fra­ge, ob ein por­to­sys­te­mi­scher Shunt vor­liegt und wie die Gefäß­ana­to­mie genau aus­sieht. Für die Pla­nung reicht ein gro­ber Ver­dacht nicht. Oft braucht es neben Labor und Ultra­schall eine genaue Bild­ge­bung, weil davon The­ra­pie, Pro­gno­se und Kos­ten direkt abhän­gen.

Die bes­te Lang­zeit­per­spek­ti­ve haben vie­le Hun­de mit ange­bo­re­nem Ein­zelshunt, wenn die Fehl­ver­bin­dung chir­ur­gisch oder inter­ven­tio­nell kor­ri­giert wer­den kann. Medi­ka­men­te wie Lac­tu­lo­se, Diät und bei Bedarf Anti­bio­ti­ka sind wich­tig, um den Hund zu sta­bi­li­sie­ren oder Sym­pto­me zu kon­trol­lie­ren, sie besei­ti­gen die Ursa­che aber nicht. Gleich­zei­tig gehört zum Klar­text auch: Eine OP ist kein Zau­ber­schal­ter. Nach­sor­ge, Ver­laufs­kon­trol­len und das Risi­ko für post­ope­ra­ti­ve Kom­pli­ka­tio­nen blei­ben Teil der Rea­li­tät.

Für Hal­ter zählt am Ende vor allem eines: früh han­deln, sau­ber dia­gnos­ti­zie­ren und finan­zi­el­le Risi­ken nicht unter­schät­zen. Beim Lebershunt ent­ste­hen hohe Kos­ten oft schon vor dem Ein­griff durch Labor, Bild­ge­bung, Nar­ko­se, Infu­sio­nen und sta­tio­nä­re Über­wa­chung. Eine gute Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung hilft nur dann wirk­lich, wenn sie vor der Dia­gno­se besteht. Wer Sym­pto­me ernst nimmt und nicht zu lan­ge auf Bes­se­rung hofft, ver­bes­sert die Chan­ce auf ein sta­bi­les, gutes Hun­de­le­ben deut­lich.

4 wei­te­re Fra­gen, die oft zu kurz beant­wor­tet wer­den

Wie sind Hei­lungs­chan­cen und Lebens­er­war­tung?

Die Pro­gno­se ist bei einem ange­bo­re­nen Ein­zelshunt nach erfolg­rei­cher chir­ur­gi­scher Kor­rek­tur meist gut bis sehr gut. Unter rei­ner medi­zi­ni­scher Behand­lung kön­nen Hun­de sich zwar sta­bi­li­sie­ren, sie leben im Durch­schnitt aber kür­zer als ope­rier­te Hun­de; VCA beschreibt für die rein medi­zi­nisch behan­del­te Grup­pe nur etwa ein Drit­tel mit rela­tiv lan­ger Über­le­bens­zeit, wäh­rend extra­he­pa­ti­sche Ein­zelshunts nach OP oft eine aus­ge­zeich­ne­te Pro­gno­se haben. Die Lang­zeit­pro­gno­se hängt zusätz­lich von Shunt-Typ, Begleit­erkran­kun­gen und post­ope­ra­ti­ven Kom­pli­ka­tio­nen ab.

Im All­tag zäh­len Rou­ti­ne, Diät und sau­be­re Beob­ach­tung mehr als Aktio­nis­mus. Sinn­voll sind:

  • fes­te Füt­te­rungs­zei­ten
  • kon­se­quen­te Gabe von Lac­tu­lo­se und ande­ren ver­ord­ne­ten Medi­ka­men­ten
  • kei­ne unge­plan­ten Fut­ter­wech­sel
  • schnel­les Reagie­ren auf Benom­men­heit nach dem Fres­sen
  • beson­de­re Vor­sicht bei jeder Seda­ti­on oder Nar­ko­se


Vie­le Hun­de sta­bi­li­sie­ren sich damit spür­bar, aber eine Bes­se­rung im All­tag bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass der Shunt gelöst ist.

Beson­ders häu­fig betrof­fen sind klei­ne Ras­sen mit extra­he­pa­ti­schem Shunt und gro­ße Ras­sen mit intra­he­pa­ti­schem Shunt. Als prä­dis­po­niert beschrie­ben wer­den unter ande­rem York­shire Ter­ri­er, Mal­te­ser, Cairn Ter­ri­er, Minia­tu­re Schnau­zer, Pudel, Irish Wolf­hound, Labra­dor Retrie­ver, Gol­den Retrie­ver und Old Eng­lish Sheep­dog. Klei­ne Hun­de haben dabei meist die ope­ra­tiv güns­ti­ge­re extra­he­pa­ti­sche Form, gro­ße Hun­de häu­fi­ger die tech­nisch schwie­ri­ge­re intra­he­pa­ti­sche Vari­an­te.

Nach der OP blei­ben post­ope­ra­ti­ve Krampf­an­fäl­le, Rezi­div­sym­pto­me, Resi­du­alshunts, por­tal-hyper­ten­si­ve Kom­pli­ka­tio­nen und Stoff­wech­sel­ent­glei­sun­gen die wich­tigs­ten Fall­stri­cke. Vie­le Hun­de sind kli­nisch nach vier bis acht Wochen deut­lich bes­ser, trotz­dem brau­chen sie Nach­kon­trol­len über Wochen bis Mona­te, weil sich Leber­grö­ße und Leber­funk­ti­on erst ver­zö­gert nor­ma­li­sie­ren. Medi­ka­men­te und Diät wer­den des­halb nicht blind sofort abge­setzt, son­dern erst nach Ver­laufs­kon­trol­len von Labor und Kli­nik­bild.

Wenn Sym­pto­me unscharf sind, hilft der Blick auf ähn­li­che und oft ver­wech­sel­te Krank­heits­bil­der

Wei­ter­füh­ren­de The­men und Rat­ge­ber

Ein Lebershunt zeigt sich beim Hund oft nicht mit einem ein­deu­ti­gen Leit­sym­ptom. Gera­de neu­ro­lo­gi­sche Epi­so­den, Stoff­wech­sel­auf­fäl­lig­kei­ten oder schlei­chen­de All­tags­ver­än­de­run­gen wer­den anfangs schnell falsch ein­ge­ord­net. Die­se drei The­men hel­fen Ihnen, typi­sche Über­schnei­dun­gen bes­ser zu ver­ste­hen und Abklä­rungs­we­ge, Behand­lungs­kos­ten und Ver­si­che­rungs­lü­cken rea­lis­ti­scher ein­zu­schät­zen.

Tierarzt tastet einen geschwächten Hund nach einem Krampfanfall ab, während eine Helferin ihn auf dem Tisch stabilisiert
Krampf­an­fall

Krampf­an­fall ist beim Lebershunt oft kein eige­nes Krank­heits­bild, son­dern ein Warn­si­gnal für eine schwe­re Stoff­wech­sel­ent­glei­sung. Wenn Ihr Hund zuckt, umfällt, starr wirkt oder nach dem Fres­sen neu­ro­lo­gisch ent­gleist, muss immer auch eine Leber­ur­sa­che mit­ge­dacht wer­den. Für Hal­ter ist das wich­tig, weil aus einem ver­meint­lich iso­lier­ten Anfall schnell eine grö­ße­re Dia­gnos­tik mit Labor, Bild­ge­bung und sta­tio­nä­rer Über­wa­chung wer­den kann.

Tierarzt hört einen erschöpften Hund nach einem Anfall auf dem Behandlungstisch ab, während eine Helferin ihn beruhigt
Epi­lep­sie

Epi­lep­sie wird bei jun­gen Hun­den mit Anfäl­len schnell ver­mu­tet, ist aber nicht auto­ma­tisch die rich­ti­ge Erklä­rung. Ein Lebershunt kann neu­ro­lo­gi­sche Epi­so­den aus­lö­sen, die wie Epi­lep­sie wir­ken, obwohl die Ursa­che im gestör­ten Leber­stoff­wech­sel liegt. Die­se Abgren­zung ist auch finan­zi­ell rele­vant, weil Dau­er­me­di­ka­ti­on gegen Anfäl­le allein nicht reicht, wenn eigent­lich eine geziel­te Shunt-Dia­gnos­tik und The­ra­pie nötig ist.

Tierarzt nimmt einem Hund auf dem Behandlungstisch Blut ab, während eine Helferin Material für den Diabetes-Test vorbereitet
Dia­be­tes

Dia­be­tes kann wie ein Lebershunt durch Gewichts­pro­ble­me, Schwä­che, ver­mehr­tes Trin­ken und ver­än­der­tes Ver­hal­ten auf­fal­len. Genau des­halb lohnt sich der Ver­gleich, wenn Sym­pto­me nicht sau­ber zusam­men­pas­sen oder Labor­wer­te wei­te­re Fra­gen auf­wer­fen. Für Sie als Hal­ter zählt dann vor allem, dass die rich­ti­ge Ursa­che früh erkannt wird, weil Ver­lauf, Behand­lung und ver­si­cher­ba­re Kos­ten je nach Dia­gno­se deut­lich aus­ein­an­der­ge­hen.

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