Wel­pen­schu­le – So gelingt der Start in ein siche­res Hun­de­le­ben

Spie­le­risch ler­nen, sicher sozia­li­sie­ren, Ver­trau­en auf­bau­en: War­um der Besuch einer Wel­pen­schu­le für jeden jun­gen Hund sinn­voll ist

Weiß-brauner Welpe rennt mit fröhlichem Gesichtsausdruck über eine grüne Wiese – Bewegung und Spiel in der Welpenzeit

Die ers­ten Wochen und Mona­te mit einem Wel­pen sind prä­gend — sowohl für das Tier als auch für Sie als Hal­te­rin oder Hal­ter. In die­ser Zeit wird der Grund­stein für das spä­te­re Ver­hal­ten des Hun­des gelegt. Neben dem Auf­bau einer ver­trau­ens­vol­len Bin­dung ist vor allem die geziel­te Erzie­hung und Sozia­li­sie­rung ent­schei­dend. Eine gut struk­tu­rier­te Wel­pen­schu­le kann dabei eine wich­ti­ge Unter­stüt­zung sein. Doch was zeich­net eine gute Hun­de­schu­le aus? Wann ist der rich­ti­ge Zeit­punkt für einen Kurs und wor­auf soll­ten Sie bei der Aus­wahl ach­ten? In die­sem Bei­trag erhal­ten Sie fun­dier­te Infor­ma­tio­nen, die Ihnen hel­fen, Ihrem Hund den bes­ten Start ins Leben zu ermög­li­chen. Außer­dem erfah­ren Sie, wie Sie Ihren Wel­pen alters­ge­recht beschäf­ti­gen, ohne ihn kör­per­lich zu über­for­dern — denn zu viel Bewe­gung kann dem emp­find­li­chen Bewe­gungs­ap­pa­rat jun­ger Hun­de ernst­haft scha­den.

War­um eine Wel­pen­schu­le so wich­tig ist

Damit der All­tag mit Ihrem Hund lang­fris­tig ent­spannt und har­mo­nisch ver­läuft, soll­ten Sie bereits kurz nach der Ein­ge­wöh­nung mit der Erzie­hung begin­nen. Wel­pen sind in den ers­ten Lebens­mo­na­ten beson­ders auf­nah­me­fä­hig. In die­ser sen­si­blen Prä­ge­pha­se ler­nen sie schnell – sowohl erwünsch­tes als auch uner­wünsch­tes Ver­hal­ten. Eine gute Wel­pen­schu­le nutzt die­sen Zeit­raum, um spie­le­risch und posi­tiv ers­te Grund­la­gen zu legen.

Im Rah­men eines Wel­pen­kur­ses wird nicht nur an der Erzie­hung gear­bei­tet, son­dern auch an der Sozia­li­sie­rung. Ihr Hund lernt, mit

Junger Husky-Welpe sitzt aufmerksam neben seiner Halterin auf einer Wiese – erstes Training in der Welpenschule mit Leine und Lob

Art­ge­nos­sen respekt­voll umzu­ge­hen, ver­schie­de­ne Umwelt­rei­ze gelas­sen wahr­zu­neh­men und sich an Sie als ver­läss­li­che Bezugs­per­son zu ori­en­tie­ren. Unter kon­trol­lier­ten Bedin­gun­gen kön­nen Wel­pen dabei ande­re Hun­de ähn­li­chen Alters und pas­sen­der Grö­ße ken­nen­ler­nen – was für ein gesun­des Sozi­al­ver­hal­ten von gro­ßer Bedeu­tung ist.

Der Vor­teil einer pro­fes­sio­nell geführ­ten Wel­pen­schu­le liegt auch dar­in, dass aus­ge­bil­de­te Hun­de­trai­ner Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten früh­zei­tig erken­nen und indi­vi­du­ell auf Sie und Ihren Wel­pen ein­ge­hen kön­nen. Sie erhal­ten Unter­stüt­zung beim Auf­bau ers­ter Kom­man­dos und erfah­ren, wie Sie gewünsch­tes Ver­hal­ten nach­hal­tig för­dern – mit posi­ti­ver Ver­stär­kung, Geduld und Kon­se­quenz.

Ein guter Wel­pen­kurs besteht immer aus einer sinn­vol­len Mischung aus Trai­ning und Frei­spiel. Dabei ach­ten die Trai­ner dar­auf, dass das Spiel­ver­hal­ten nicht aus dem Ruder läuft. Wel­pen, die beim Toben per­ma­nent über­rannt oder unter­drückt wer­den, könn­ten sozia­le Unsi­cher­hei­ten ent­wi­ckeln. Des­halb gilt: Weni­ger ist oft mehr – kur­ze, kon­trol­lier­te Spiel­ein­hei­ten unter Auf­sicht sind weit­aus sinn­vol­ler als 60 Minu­ten wil­des Her­um­tol­len.

Der Besuch einer Wel­pen­schu­le ist frü­hes­tens dann sinn­voll, wenn sich Ihr Schütz­ling bereits an Sie gewöhnt hat, mehr­fach ent­wurmt und alters­ge­recht geimpft wur­de. So stel­len Sie sicher, dass der Wel­pe gesund­heit­lich geschützt ist und sich men­tal bereit fühlt, neue Ein­drü­cke zu ver­ar­bei­ten.

Wor­auf Sie bei der Aus­wahl der Hun­de­schu­le ach­ten soll­ten

Bevor Sie sich für eine Wel­pen­schu­le ent­schei­den, lohnt sich ein genau­er Blick auf das Kon­zept und die Qua­li­fi­ka­tio­nen der Trai­ne­rin­nen und Trai­ner. Denn Hun­de­schu­le ist nicht gleich Hun­de­schu­le – und gera­de im sen­si­blen Wel­pen­al­ter kann eine schlech­te Erfah­rung lang­fris­ti­ge Fol­gen haben. Ach­ten Sie dar­auf, dass die Trai­ner eine fun­dier­te Aus­bil­dung im Bereich Hun­de­ver­hal­ten, Hun­de­trai­ning oder Tier­psy­cho­lo­gie vor­wei­sen kön­nen. Zer­ti­fi­ka­te, Mit­glied­schaf­ten in aner­kann­ten Berufs­ver­bän­den oder lang­jäh­ri­ge prak­ti­sche Erfah­rung sind wich­ti­ge Anhalts­punk­te für Serio­si­tät und Fach­kom­pe­tenz.

Ein guter Wel­pen­kurs fin­det in klei­nen Grup­pen statt – idea­ler­wei­se mit maxi­mal sechs Wel­pen, die alters- und grö­ßen­tech­nisch zuein­an­der pas­sen. So ist gewähr­leis­tet, dass die Trai­ner jede ein­zel­ne Mensch-Hund-Bezie­hung im Blick behal­ten und indi­vi­du­ell auf die Tie­re ein­ge­hen kön­nen. Wäh­rend der frei­en Spiel­pha­sen ist es ent­schei­dend, dass das Spiel­ver­hal­ten beob­ach­tet und bei Bedarf kor­ri­giert wird. Wel­pen soll­ten nicht in über­for­dern­de Situa­tio­nen gera­ten oder gar nega­ti­ve Erfah­run­gen mit Art­ge­nos­sen machen.

Auch das Trai­nings­ge­län­de soll­te gewis­se Stan­dards erfül­len.

Ein sicher ein­ge­zäun­ter Bereich mit ver­schie­de­nen Rei­zen und Übungs­mög­lich­kei­ten – wie Tun­nel, Ram­pen oder unter­schied­li­chen Unter­grün­den – bie­tet idea­le Vor­aus­set­zun­gen für geziel­tes Ler­nen. Eben­so wich­tig: die Atmo­sphä­re. Eine gute Hun­de­schu­le zeich­net sich durch Ruhe, Geduld und posi­ti­ve Stim­mung aus. Zwang oder kör­per­li­che Kor­rek­tu­ren haben in einem moder­nen, gewalt­frei­en Wel­pen­trai­ning kei­nen Platz.

Die Inhal­te der Kur­se soll­ten pra­xis­nah und all­tags­be­zo­gen sein. Ers­te Kom­man­dos wie „Sitz“, „Hier“ oder „Nein“, Übun­gen zur Impuls­kon­trol­le sowie Rück­ruf und Lei­nen­füh­rig­keit gehö­ren eben­so dazu wie das Gewöh­nen an Umwelt­rei­ze – etwa Autos, Kin­der­wa­gen, Geräu­sche oder frem­de Men­schen. Ach­ten Sie dar­auf, dass Theo­rie und Pra­xis gut mit­ein­an­der ver­zahnt sind und auch Sie als Hun­de­hal­ter aktiv mit ein­be­zo­gen wer­den.

Seriö­se Hun­de­schu­len bie­ten oft ein kos­ten­lo­ses Ken­nen­lern­ge­spräch oder die Mög­lich­keit, bei einer Kurs­stun­de zuzu­schau­en. Nut­zen Sie die­se Gele­gen­heit, um sich einen per­sön­li­chen Ein­druck zu ver­schaf­fen und her­aus­zu­fin­den, ob Sie sich mit der Phi­lo­so­phie und den Trai­nings­me­tho­den wohl­füh­len.

Wie viel Bewe­gung braucht ein Wel­pe und wo lau­ern Risi­ken?

Wel­pen haben schein­bar unend­li­che Ener­gie. Sie sprin­gen, toben, ren­nen — und das oft völ­lig ohne Pau­se. Gleich­zei­tig sind auch vie­le Hun­de­hal­ter hoch­mo­ti­viert, ihrem neu­en Fami­li­en­mit­glied mög­lichst vie­le Ein­drü­cke und Akti­vi­tä­ten zu bie­ten. Doch so ver­ständ­lich die­ser Eifer ist: Zu viel Bewe­gung kann dem jun­gen Hund ernst­haft scha­den. Denn der Bewe­gungs­ap­pa­rat eines Wel­pen ist noch nicht aus­ge­reift — Kno­chen, Gelen­ke, Bän­der und Mus­ku­la­tur befin­den sich im Auf­bau. Über­for­de­rung kann zu Wachs­tums­stö­run­gen oder früh­zei­ti­gen Gelenk­er­kran­kun­gen füh­ren, etwa Hüft­dys­pla­si­en oder Ell­bo­gen­dys­pla­si­en.

Bis die Wachs­tums­fu­gen voll­stän­dig geschlos­sen sind, was bei klei­nen Hun­de­ras­sen etwa mit 10 Mona­ten, bei gro­ßen Ras­sen hin­ge­gen erst mit 16 bis 18 Mona­ten der Fall ist, soll­te kör­per­li­che Belas­tung kon­trol­liert erfol­gen. Als gro­be Faust­re­gel gilt: Pro Lebens­wo­che eine Minu­te Spa­zie­ren­ge­hen am Stück. Ein 15 Wochen alter Wel­pe soll­te also nicht län­ger als 15 Minu­ten pro Spa­zier­gang unter­wegs sein — dafür aber ger­ne meh­re­re klei­ne Run­den am Tag. Wich­tig ist dabei auch, Pau­sen ein­zu­le­gen und dem Hund aus­rei­chend Gele­gen­heit zu geben, Ein­drü­cke zu ver­ar­bei­ten.

Ver­zich­ten soll­ten Sie in die­ser Zeit mög­lichst auf aus­ge­dehn­tes Trep­pen­stei­gen, wil­de Ball­spie­le, das Sprin­gen über Hin­der­nis­se oder das Hoch- und Run­ter­sprin­gen von Möbeln. All das belas­tet die noch wei­chen Kno­chen und Gelen­ke zu stark. Auch über­mä­ßi­ges Toben mit ande­ren Hun­den kann kon­tra­pro­duk­tiv sein — hier soll­ten Sie als Hal­ter stets ein wach­sa­mes Auge auf die Inten­si­tät des Spiels haben und im Zwei­fel regu­lie­rend ein­grei­fen.

Den­ken Sie dar­an: Ein Wel­pe kann sei­ne eige­ne kör­per­li­che Belas­tungs­gren­ze kaum ein­schät­zen. Vie­le Hun­de wür­den bis zur Erschöp­fung wei­ter­spie­len oder ‑lau­fen, wenn man sie lässt. Des­halb liegt es an Ihnen, das rich­ti­ge Maß zu fin­den und bewusst für Ruhe­pha­sen zu sor­gen.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt ist die lang­fris­ti­ge Kon­di­tio­nie­rung: Gewöh­nen Sie Ihren Wel­pen schon früh an stun­den­lan­ge Spa­zier­gän­ge, wird er die­se als Erwach­se­ner dau­er­haft ein­for­dern — auch wenn sein All­tag das viel­leicht gar nicht mehr her­gibt. Eine bewuss­te Steue­rung der Bewe­gung hilft also nicht nur dem Kör­per, son­dern auch der spä­te­ren Erwar­tungs­hal­tung Ihres Hun­des.

Wel­pen sinn­voll beschäf­ti­gen — ohne Über­for­de­rung

Neben dem kör­per­li­chen Aus­gleich spielt auch die geis­ti­ge Aus­las­tung Ihres Wel­pen eine zen­tra­le Rol­le. Jun­ge Hun­de sind wiss­be­gie­rig, lern­freu­dig und brau­chen vie­le neue Ein­drü­cke, um sich gut zu ent­wi­ckeln. Gleich­zei­tig ist ihr Ner­ven­sys­tem noch unreif, und zu vie­le Rei­ze auf ein­mal kön­nen schnell über­for­dern. Statt auf kör­per­lich anstren­gen­de Akti­vi­tä­ten zu set­zen, soll­ten Sie Ihren Wel­pen daher gezielt geis­tig for­dern — das sorgt für Aus­ge­gli­chen­heit, stärkt die Bin­dung und ist deut­lich gelenk­scho­nen­der.

Wich­tig ist dabei: Qua­li­tät statt Quan­ti­tät. Kur­ze, abwechs­lungs­rei­che Ein­hei­ten im All­tag – idea­ler­wei­se ein­ge­bet­tet in gemein­sa­me Ritua­le — för­dern das Ler­nen und machen Ihrem Hund Freu­de. Gleich­zei­tig geben Sie ihm Sicher­heit und Struk­tur. Kon­zen­trie­ren Sie sich auf klei­ne Fort­schrit­te, ach­ten Sie auf kla­re Signa­le und been­den Sie jede Ein­heit mit einem posi­ti­ven Gefühl für Ihren Wel­pen.

Im Fol­gen­den fin­den Sie eini­ge geeig­ne­te Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten, die Sie bereits ab der frü­hen Wel­pen­zeit sinn­voll inte­grie­ren kön­nen:

Kur­ze Übun­gen wie „Schau mich an“, „Bleib“ oder das bewuss­te Abwar­ten vor dem Fut­ter­napf schu­len Auf­merk­sam­keit und Impuls­kon­trol­le. Die­se klei­nen Auf­ga­ben las­sen sich ganz ein­fach in den Tages­ab­lauf inte­grie­ren – zum Bei­spiel vor dem Anlei­nen oder beim War­ten an der Haus­tür.

Ver­ste­cken Sie Fut­ter­stück­chen in einer Decke, im Gras oder in einem Schnüf­fel­tep­pich. Das Suchen ist art­ge­recht, beru­hi­gend und för­dert den Geruchs­sinn. Die­se Form der Beschäf­ti­gung las­tet Ihren Wel­pen geis­tig aus und unter­stützt ein ruhi­ges Ver­hal­ten im Anschluss.

Das spie­le­ri­sche Üben ers­ter Grund­si­gna­le wie „Sitz“, „Platz“, „Hier“ oder „Aus“ för­dert die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Ihnen und Ihrem Hund. Ach­ten Sie dabei auf kur­ze, maxi­mal 3–5‑minütige Übungs­pha­sen mit vie­len Pau­sen und Lob.

Mit einem Mark­erwort oder Kli­cker kön­nen Sie erwünsch­tes Ver­hal­ten punkt­ge­nau bestä­ti­gen. Das hilft dem Wel­pen, schnel­ler zu ver­ste­hen, was genau Sie von ihm wol­len. Beson­ders für schüch­ter­ne Hun­de ist die­se Metho­de sanft und effek­tiv – sie för­dert Selbst­ver­trau­en und kla­re Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Füh­ren Sie Ihren Wel­pen lang­sam an ver­schie­de­ne All­tags­rei­ze her­an: ande­re Men­schen, Geräu­sche, rol­len­de Ein­kaufs­wa­gen, flat­tern­de Fah­nen, Regen­schir­me usw. Wich­tig ist, dass Ihr Hund selbst ent­schei­den darf, wie nah er her­an­geht. Blei­ben Sie ruhig und gelas­sen – das über­trägt sich auf Ihren Wel­pen.

Klei­ne Balan­ce­übun­gen auf einer Wackel­mat­te, das Über­que­ren eines nied­ri­gen Baum­stamms oder Gehen über unter­schied­li­che Unter­grün­de (z. B. Kies, Gras, Git­ter) för­dern die Kör­per­wahr­neh­mung und Tritt­si­cher­heit – ide­al in Maßen und mit viel Lob.

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Bild von Daniel Moser
Dani­el Moser

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