- Startseite
- »
- Gesundheit
- »
- Hundekrankenversicherung
- »
- Hundekrankheiten
- »
- Ohrenentzündung
Ohrenentzündung beim Hund – Symptome, Ursachen und richtige Behandlung
Juckreiz, Kopfschütteln oder Schmerzen? So erkennen Sie eine Ohrenentzündung beim Hund und handeln schnell und richtig
Eine Ohrenentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei Hunden – vor allem bei Rassen mit Hängeohren oder stark behaarten Gehörgängen. Für viele Tiere bedeutet sie Schmerzen, Juckreiz und langfristige Beschwerden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie eine Ohrenentzündung beim Hund erkennen, welche Ursachen dahinterstecken können und wie eine gezielte Behandlung aussieht – inklusive Tipps zur Vorbeugung und zum Umgang mit chronischen Rückfällen.
Das Wichtigste im Überblick
- Otitis externa ist die häufigste Form der Ohrenentzündung beim Hund – sie betrifft den äußeren Gehörgang und kann akut oder chronisch verlaufen.
- Typische Symptome sind Kopfschütteln, vermehrter Ohrenschmalz, Geruch und Schmerzempfindlichkeit – frühzeitiges Erkennen ist entscheidend.
- Hunde mit Schlappohren, enger Gehörgangsanatomie oder Allergien sind besonders anfällig – regelmäßige Kontrolle ist hier besonders wichtig.
- Die Behandlung richtet sich nach der Ursache (z. B. Bakterien, Hefepilze, Parasiten, Fremdkörper) und umfasst Reinigung, Medikamente und ggf. weiterführende Diagnostik.
- Chronische Ohrenentzündungen erfordern ein strukturiertes Langzeitmanagement, um dauerhafte Schäden oder operative Eingriffe zu vermeiden.
Anatomie und Zuchtmerkmale erhöhen das Risiko
Rassebedingte Risikofaktoren für Ohrenentzündungen
Nicht jeder Hund ist gleich anfällig für Ohrenentzündungen. Anatomische Besonderheiten, dichtes Fell im Gehörgang oder hängende Ohren können das Risiko deutlich erhöhen. Einige Rassen erfordern daher besondere Aufmerksamkeit bei der Ohrenpflege.
Bestimmte Hunderassen sind aufgrund ihrer körperlichen Merkmale deutlich häufiger von Ohrenentzündungen betroffen. Dazu zählen vor allem Hunde mit hängenden oder stark behaarten Ohren, da hier ein feucht-warmes Milieu entsteht, das ideale Bedingungen für Bakterien und Hefepilze bietet.
Zu den häufig betroffenen Rassen gehören:
Cocker Spaniel – lange, dichte Schlappohren, oft enge Gehörgänge
Golden Retriever & Labrador Retriever – Neigung zu Haut- und Allergieproblemen
Pudel – sehr haarige Gehörgänge, oft schlecht belüftet
Shar Pei & Bulldoggen – enge, faltige Gehörgänge
Basset Hound – extrem lange Ohren, wenig Luftzirkulation
Auch Allergiker-Rassen (z. B. West Highland White Terrier, Französische Bulldogge) sind häufiger betroffen, da allergische Reaktionen häufig das Ohr betreffen.
Für Halter dieser Rassen ist eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung besonders wichtig, um Entzündungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Frühzeitig erkennen – schlimme Folgen vermeiden
Typische Anzeichen für eine Otitis beim Hund
Je früher eine Ohrenentzündung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Hunde zeigen meist deutliche Warnsignale, wenn das Ohr schmerzt, juckt oder entzündet ist.
Eine Ohrenentzündung ist für den Hund äußerst unangenehm und häufig schmerzhaft. Typische Symptome, auf die Sie achten sollten:
Häufiges Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes
Kratzbewegungen am Ohr oder Reiben mit dem Kopf an Möbeln/Teppichen
Gerötetes oder geschwollenes Ohrinnere
Übelriechender, teils eitriger oder bräunlicher Ausfluss
Schmerzen beim Berühren des Ohrs
Vermehrte Wärme oder Schwellung am Ohransatz
In schwereren Fällen zeigen Hunde auch Appetitlosigkeit, Lethargie oder Gleichgewichtsstörungen, vor allem bei Beteiligung des Innenohrs. Bei einem oder mehreren dieser Anzeichen sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, um Folgeschäden zu verhindern.
So erkennt der Tierarzt die Ursache der Beschwerden
Wie die Otitis beim Hund sicher festgestellt wird
Eine Ohrenentzündung beim Hund kann unterschiedlichste Auslöser haben – von Parasiten über Allergien bis hin zu chronischen Hauterkrankungen. Um gezielt und erfolgreich zu behandeln, ist eine gründliche tierärztliche Diagnose entscheidend. Denn nur wenn die Ursache bekannt ist, lässt sich ein Rückfall vermeiden.
Der erste Schritt bei Verdacht auf eine Ohrenentzündung (Otitis externa oder media) ist eine gründliche Anamnese: Der Tierarzt fragt nach Symptomen, Vorerkrankungen, Fütterung, Umgebungseinflüssen und möglichen Allergien. Bereits hier können erste Hinweise auf die Ursache der Entzündung gesammelt werden.
Anschließend folgt die klinische Untersuchung. Mit einem Otoskop wird der Gehörgang visuell überprüft. Dabei erkennt der Tierarzt Rötungen, Schwellungen, übermäßiges Ohrenschmalz, Fremdkörper oder eitrige Sekrete. Wichtig ist auch die Beurteilung des Trommelfells – ist es entzündet, beschädigt oder sogar perforiert?
Je nach Befund erfolgt eine zytologische Untersuchung: Dabei wird mit einem Watteträger oder Glasstab eine Probe des Ohrsekrets entnommen, auf einen Objektträger gebracht, angefärbt und unter dem Mikroskop untersucht. So lassen sich Bakterien, Hefepilze (z. B. Malassezien) oder Entzündungszellen eindeutig identifizieren.
Wenn ein Verdacht auf Parasiten wie Ohrmilben (Otodectes cynotis) besteht – insbesondere bei Welpen oder mehreren betroffenen Tieren im Haushalt –, erfolgt eine mikroskopische Untersuchung des Sekrets auf bewegliche Milbenstadien.
In hartnäckigen oder wiederkehrenden Fällen wird eine Bakterienkultur mit Antibiogramm angelegt. Diese Laboruntersuchung zeigt, welche Bakterien konkret vorliegen und welches Antibiotikum wirksam ist – besonders wichtig bei resistenten Keimen.
Bei chronischen Verläufen oder Verdacht auf tieferliegende Entzündungen (Otitis media/interna) kann eine Bildgebung (z. B. CT, MRT oder Röntgen) notwendig sein, um Veränderungen im Mittelohr oder Innenohr zu erkennen.
Auch Allergietests oder Hautbiopsien können ergänzend notwendig werden, wenn eine systemische Grunderkrankung (z. B. atopische Dermatitis) als Auslöser der Ohrenentzündung vermutet wird.
Wichtig für Hundebesitzer:
Verzichten Sie auf eigene Behandlungsversuche mit Hausmitteln oder rezeptfreien Ohrentropfen, ohne tierärztliche Diagnose. Eine falsche oder verzögerte Therapie kann die Entzündung verschlimmern, zu Schmerzen und Gehörverlust führen und die Heilung erheblich erschweren.
Vorsorge statt teure Behandlung
Mit regelmäßiger Pflege Entzündungen verhindern
Die beste Maßnahme gegen Ohrenentzündungen ist eine konsequente und schonende Ohrpflege – angepasst an Rasse, Aktivität und individuelle Anfälligkeit des Hundes.
Zur Vorbeugung von Ohrenentzündungen empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Ohren – mindestens einmal pro Woche, bei Risikorassen öfter. Dabei sollten Sie auf Geruch, Ausfluss und Veränderungen achten.
Besonders wichtig sind:
Reinigung mit speziellen Ohrreinigern für Hunde (niemals Wasser oder Wattestäbchen verwenden!)
Nach dem Baden oder Schwimmen die Ohren gut trocknen
Verfilztes oder übermäßiges Haar im Gehörgang vorsichtig entfernen (am besten beim Tierarzt oder Hundefriseur)
Allergien frühzeitig erkennen und behandeln, da diese häufig Auslöser für Ohrprobleme sind
Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Eine gesunde Hautbarriere durch hochwertige Fütterung reduziert das Entzündungsrisiko. Bei chronischen Fällen kann eine Futterumstellung (z. B. auf hypoallergenes Futter) helfen.
Spezielle Versicherungen für besondere Fälle
Krankenschutz mit Vorerkrankung
- Wird mein Hund überhaupt noch angenommen?
- Gibt es Anbieter?
- Was wird übernommen?
Unfall-OP-Versicherung für Hunde
- Absicherung nach Unfällen
- ohne Gesundheitsprüfung
- Erstattung bis zum 4‑fachen Satz der GOT
Hundehalterhaftpflicht
- Schutz bei Personen- & Sachschäden
- Weltweiter Versicherungsschutz
- Pflichtversicherung in vielen Bundesländern
Schnelle Hilfe bringt schnelle Linderung
Wie Tierärzte Otitis professionell therapieren
Die richtige Behandlung richtet sich nach Ursache und Schwere der Entzündung. Eine tierärztliche Diagnose ist unerlässlich, denn nur mit einer gezielten Therapie lassen sich Rückfälle und Komplikationen vermeiden.
Nach der Diagnose erfolgt eine gezielte Behandlung, meist in mehreren Schritten:
Reinigung des Gehörgangs:
Der Tierarzt entfernt mit einem geeigneten Reiniger Sekret, Eiter und Schmutz. Bei Bedarf unter Sedierung.Medikamentöse Therapie:
Je nach Befund kommen antibakterielle, antimykotische oder entzündungshemmende Ohrentropfen zum Einsatz. Bei schwerem Verlauf ggf. auch systemisch als Tabletten.Behandlung der Grunderkrankung:
Liegt eine Allergie, ein Parasitenbefall oder eine hormonelle Ursache vor, muss diese mitbehandelt werden.Kontrolluntersuchung:
Nach ca. 7–10 Tagen ist eine Nachkontrolle wichtig, um die Therapie ggf. anzupassen.
Wichtig: Eine zu frühe oder eigenmächtige Behandlungsunterbrechung kann zu chronischen Entzündungen oder Resistenzen führen. Halten Sie sich exakt an die Anweisungen des Tierarztes.
Chronische Otitis – Was tun bei Rückfällen?
Wiederkehrende Ohrenentzündungen beim Hund sind nicht nur belastend, sondern oft ein Hinweis auf tieferliegende Ursachen, die noch nicht erkannt oder nicht ausreichend behandelt wurden. Besonders bei bestimmten Rassen oder Grunderkrankungen (wie Allergien, Schilddrüsenunterfunktion oder chronischer Hautentzündung) ist das Risiko für Rückfälle erhöht.
Zunächst ist eine gründliche Ursachenabklärung durch den Tierarzt entscheidend. Häufig steckt hinter chronischen Fällen eine nicht vollständig ausgeheilte Erstentzündung oder eine nicht erkannte Sekundärerkrankung. Auch eine unsachgemäße Reinigung oder unregelmäßige Medikation können zu dauerhaften Problemen führen.
Die Therapie umfasst meist:
Langfristige Pflegepläne inklusive regelmäßiger Kontrollen
Einsatz von entzündungshemmenden oder immunmodulierenden Medikamenten
Bei resistenten Keimen ggf. gezielte Antibiogramme zur Auswahl des passenden Antibiotikums
Management von Allergien durch Futterumstellung oder Desensibilisierung
In Einzelfällen operative Maßnahmen wie eine Totaloperation des Gehörgangs (TECA)
Für betroffene Hunde kann ein konsequentes Management der Grunderkrankung langfristig zu mehr Lebensqualität führen. Wichtig: Halter chronisch betroffener Hunde sollten eng mit dem Tierarzt zusammenarbeiten und eine lückenlose Dokumentation der Schübe und Maßnahmen führen. Nur so lassen sich Rückfälle kontrollieren und Komplikationen verhindern.
Diese Themen könnten Sie ebenfalls interessieren
Gut informiert – rund um Ihren Hund und Ihre Absicherung
Wer sich über die Gesundheit seines Hundes informiert, sollte auch Haltung, Ernährung und Absicherung mitdenken. Diese drei Säulen spielen eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Erkrankungen.
Hundeernährung
Viele Beschwerden beim Hund lassen sich durch die richtige Ernährung positiv beeinflussen. Die Wahl des Futters sollte individuell und durchdacht erfolgen. Wir zeigen, wie Sie Nährstoffe optimal kombinieren – für mehr Vitalität.
Hundehaltung
Eine gute Haltung berücksichtigt sowohl die körperlichen als auch die emotionalen Bedürfnisse Ihres Hundes. Bewegung, Pflege, Aufmerksamkeit – all das ist wichtig. Wir geben Ihnen Anregungen für eine stabile, gesunde Lebensumgebung.
Zusammenfassung
Ohrenentzündungen sind ein häufiges Problem bei Hunden, das durch Allergien, Feuchtigkeit, Parasiten wie Ohrmilben, bakterielle oder Pilzinfektionen und Fremdkörper im Ohr verursacht werden kann. Bestimmte Rassen sind aufgrund ihrer anatomischen Ohrstruktur besonders anfällig. Zu den typischen Symptomen gehören häufiges Kopfschütteln und Kratzen an den Ohren, Rötungen, Schwellungen und ein unangenehmer Geruch. Diese Anzeichen können zu Gleichgewichtsstörungen und Schmerzen führen, weshalb eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend sind. Die Diagnose erfolgt durch tierärztliche Untersuchung, oft mit einem Otoskop, und Abstriche zur Identifizierung der genauen Infektionsart.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Entzündung und kann die Anwendung von antibiotischen oder antimykotischen Tropfen, antiparasitären Mitteln und regelmäßiger Ohrreinigung umfassen. Langfristige Managementstrategien beinhalten präventive Pflege wie regelmäßige Ohrenpflege, das Trocknen der Ohren nach dem Schwimmen und die Vermeidung von Allergenen. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen, Entzündungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ein ganzheitlicher Ansatz in der Pflege minimiert nicht nur das Risiko von Entzündungen, sondern fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes insgesamt.
häufige Fragen
Welche Symptome deuten auf eine Ohrenentzündung beim Hund hin?
Symptome umfassen häufiges Kopfschütteln, vermehrtes Kratzen an den Ohren, Rötungen, Schwellungen, unangenehmer Geruch und manchmal Gleichgewichtsstörungen sowie Schmerzen.
Was sind die Ursachen für Ohrenentzündungen bei Hunden?
Ursachen sind Allergien, Feuchtigkeit, Ohrmilben, bakterielle oder Pilzinfektionen und Fremdkörper im Ohr. Bestimmte Rassen sind anatomisch anfälliger.
Wie wird eine Ohrenentzündung diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch tierärztliche Untersuchung mit einem Otoskop, Abstriche zur Identifizierung der Infektionsart und möglicherweise weitere Tests, je nach Symptomen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Ohrenentzündungen?
Behandlungen umfassen antibiotische, antimykotische oder antiparasitäre Tropfen, Ohrspülungen und eventuelle orale Medikamente, abhängig von der Ursache der Entzündung.